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Die Wende im Ölpreis Öl-Preis könnte sich bei 50 Dollar halten

Legende: Audio Die Wende im Ölpreis abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
01:44 min, aus HeuteMorgen vom 31.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bis etwa Mitte Jahr kannte der Ölpreis nur eine Richtung: nach unten.
  • Sogar das superreiche Saudi-Arabien schreibt tiefrote Zahlen.
  • Ende November einigten sich die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und Russland auf Förderkürzungen. Seither erholt sich der Ölpreis spürbar.
  • Mit grossen Preisausreissern nach oben ist allerdings auch im kommenden Jahr nicht zu rechnen.

Zwei Jahre lang sank der Erdölpreis von einst rund 100 Dollar auf etwas mehr als 30 Dollar pro Fass. Für viele erdölexportierende Länder war das verheerend. Denn die eingebrochenen Öleinnahmen hinterliessen riesige Löcher in den Staatshaushalten. In Venezuela, Brasilien oder Algerien beispielsweise, können die Regierungen ihre Sozialprogramme nicht mehr finanzieren. Selbst das steinreiche Saudi-Arabien schreibt tiefrote Zahlen.

Muskel-Spiel von Saudi-Arabien

Die Ironie der Geschichte: Saudi-Arabien ist für den Preiszerfall massgeblich selber verantwortlich. Es flutete die Welt mir Erdöl, weil es mit den tiefen Preisen die amerikanischen Konkurrenten loswerden wollte. Sie brauchen einen Fasspreis von rund 40 Dollar, um die Förderkosten decken zu können. Als der Preis darunter sank, stellten die meisten US-Förderer ihren Betrieb ein. Gleichzeitig erkannten die Saudis, dass sie so nicht weiterfahren konnten, fügten sie sich doch auch selber Schaden zu.

Einigung zwischen OPEC und Russland

In mehreren Anläufen gelang es Saudi-Arabien schliesslich, wichtige OPEC-Mitglieder sowie Russland von einer Föderkürzung zu überzeugen. Ende November verkündete der katarische Ölminister einen «historischen Moment»: Ein Übereinkommen sei erreicht worden. Dies helfe, den Ölpreis wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Keine weitere Preissteigerung im Jahr 2017

Seit der Ankündigung steigt der Fasspreis wieder und liegt jetzt bei etwas mehr als 50 Dollar. Halten die Vertragsparteien die Förderkürzungen ein, dürfte sich nach Ansicht vieler Experten der Preis bei 50 Dollar halten. Niemand rechnet mit einer weiteren Preissteigerung. Dafür ist die weltweite Nachfrage wegen der schleppenden Wirtschaft zu schwach.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Der Ölpreis dürfte Anfang des Jahres überschießen. Wie er sich dann weiter verhält, hängt von vielen Faktoren ab. Persönlich meine ich, dass er noch weiter ansteigt.
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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    1 Barrel (Fass) = 158,99 Liter 50$ / 158.99 Liter = 0.0062 Cents pro Liter. Ich bin gerne bereit diesen extrem hohen Preis zu bezahlen :) Und wenn das Fass 100$ kostet.... Unser Endpreis wird von Spekulanten, Raffinerie, Vertrieb und vor allem Steuern gebildet. Der Barrelpreis aber wird genommen um den Endpreis zu rechtfertigen....
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ich weiss nicht was Sie gerechnet haben, aber Ihr Literpreis ist um etwas mehr als Faktor 50 daneben. Der Literpreis wäre immerhin $ 0.3145 Somit ist der Endpreis logisch vom Rohöl - Marktpreis abhängig, zumal die Steuern oft ein %-Satz eben dieses Preises sind. Eine deutliche Verbesserung bringt die Praxis die Steuern mit einem Fixbetrag pro Liter zu definieren, wie es teilweise? in der CH vorkommt. Das verhindert die Verstärkung der Preisschwankung.
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Huber: Mal abgesehen davon, dass Ihre Rechnung nicht stimmt, ist es so, dass aus dem Zapfhahn der Tankstelle kein Rohöl rauskommt, sondern ein mehrfach veredeltes Produkt, welches zudem mit Steuern belastet wird. 50$ pro Barrel sind ein Vernunftpreis, der alle leben lässt. Und das ist gut so.
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