Orell Füssli: Mit neuen Köpfen aus der Krise

Die Probleme im Banknotendruck haben Orell Füssli im letzten Geschäftsjahr einen hohen Verlust beschert. Der Firmenchef kündigt seinen Abgang an, und der Sicherheitsdruck erhält neue Chefs.

Der scheidende Konzernchef Michael Kunz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Muss gehen: Konzernchef Michel Kunz Reuters

Die Zürcher Banknotendruck- und Buchhandelsgruppe Orell Füssli hat 2013 weniger Umsatz gemacht und wie erwartet einen hohen Verlust verbucht. Schuld sind die roten Zahlen des Bereichs Sicherheitsdruck, der auch die Schweizer Banknoten herstellt.

Dividende fällt aus

Der Umsatz der Sparte sank gegenüber dem Vorjahr um 12,6 Prozent. Maschinenausfälle, Wertberechtigungen und operationelle Probleme in der Produktion hätten zu einem negativen Ergebnis geführt, schreibt das Unternehmen.

Die guten Ergebnisse der anderen Bereiche konnten die Ausfälle im Sicherheitsdruck bei weitem nicht ausgleichen. Entsprechend ging auch der Konzernumsatz auf 272,2 Millionen Franken zurück (- 3,2 Prozent).

Unter dem Strich ergab sich ein Verlust von 17 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr noch ein minimer Gewinn von 0,8 Millionen Franken resultiert hatte. Angesichts des hohen Verlustes will der Verwaltungsrat keine Dividende zahlen.

Neue Köpfe sollen es richten

Mit der Publikation des Jahresergebnisses kündigt Orell Füssli auch den Abgang von Konzernchef Michel Kunz an. Er werde im Verlaufe der nächsten Monate von seiner Funktion zurücktreten. Ein Wechsel in der operativen Führung dränge sich auf. Kunz werde bis zum Amtsantritt weiter Firmenchef bleiben und die Umstrukturierung der Sparte Sicherheitsdruck sowie das Zusammengehen mit der Buchhandlung Thalia begleiten.

Auch der kriselnde Sicherheitsdruck erhält neue Chefs: Als Leiter der Sparte hat der Verwaltungsrat per 1. April Philipp Seewer und Dieter Sauter bestimmt. Der Maschinen-Ingenieur Seewer ist seit August 2013 bei Orell Füssli Sicherheitsdruck tätig und leitet seit 2014 den Fachbereich Operations. Sauter ist seit November 2011 verantwortlich für Produktentwicklung und Technologie.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Orell Füssli mit Verlust

    Aus Tagesschau vom 23.12.2013

    Dass Orell Füssli wegen gestohlener Banknoten und damit verbundener Haftungskosten sowie Druckfehlern dieses Jahr einen Verlust schreiben wird, ist schon seit Herbst bekannt. Nun wird das Minus des Sicherheitsdruck- und Buchhandelskonzerns aber noch deutlich höher als erwartet ausfallen.

  • Gestohlene Tausender-Noten

    Aus 10vor10 vom 1.10.2013

    Im Oktober 2012 wurden 1800 Tausender-Noten aus der Notendruckerei von Orell Füssli gestohlen. Aufgeflogen ist der Fall in London, als Verdächtige die unfertigen Noten wechseln wollten. Erst durch die Verhaftungen wurde der Diebstahl bemerkt.