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Die Post erhöht erstmals seit 18 Jahren das Porto
Aus Info 3 vom 26.08.2021.
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Post erhöht Preise Teurere Briefe: ein gefährlicher Teufelskreis

Die Schweizerische Post hat ein Problem: Die Menschen schreiben immer weniger Briefe – Geschäftsbriefe, Liebesbriefe, alles Mögliche. Viel lieber greift man heutzutage in die Tasten, schickt eine E-Mail, kommuniziert via soziale Medien oder eine kurze Nachricht mit dem Smartphone. Das alles ist billiger und schneller.

Das bedeutet: Die Post hat weniger Einnahmen und gerät unter Druck. Sie muss reagieren. Dabei hat sie Einschränkungen. Die Post hat bei den inländischen Briefen, die weniger als 50 Gramm wiegen, ein Monopol – eigentlich ein Privileg. Sie ist geschützt von der Konkurrenz. Nur bei Briefen, die schwerer sind als 50 Gramm, gibt es eine Konkurrenz durch private Anbieter. Auch bei den Paketen gibt es Konkurrenz.

Das Monopol bei den leichten Briefen ist mit Auflagen verbunden. Die Post hat einen Grundversorgungsauftrag. Dieser beinhaltet, dass die Post adressierte Briefe und Pakete an mindestens fünf Wochentagen zustellen muss, Zeitungen und Zeitschriften sogar an sechs Wochentagen. Hinzu kommen Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs, und auch das Betreiben eines Poststellen- und Agenturnetzwerkes, dies alles gehört zum Grundversorgungsauftrag.  

Ein Bündel an Massnahmen

Seit Jahren sinken nun die Einnahmen aus dem Briefverkehr, und die Post hat demzufolge ein Problem der Finanzierung. In den gelben Briefkästen ist die Briefmenge um ein Viertel eingebrochen. Es gibt vor diesem Hintergrund mehrere Optionen: 

  1. Preise erhöhen, sodass der Versand von Briefen teurer wird.
  2. Leistungen kürzen. Zum Beispiel die gelben Briefkästen weniger oft leeren, weniger dichtes Netz, Poststellen schliessen.
  3. Automatisierung. Effizientere Prozesse, Poststellen ersetzen durch Agenturen mit weniger Personal, mehr Automaten, bei welchen man die Pakete selbst abgeben oder abholen kann, MyPost24.

Heute hat die Post die Strategie präsentiert. Es ist eine Mischung der möglichen Optionen. Schmerzhaft für die Unternehmen, Konsumentinnen und Konsumenten sind die Preiserhöhungen. A-Post-Briefe kosten neu 1.10 Franken und B-Post-Briefe 90 Rappen. Auch weitere Tarife werden per Januar 2022 erhöht.

Die Politik wird sich die Erhöhung der Tarife genau anschauen. Höhere Preise bedeuten, dass Briefe noch weniger attraktiv werden, die Menschen senden noch mehr Nachrichten elektronisch, dadurch werden noch weniger Briefe verschickt und die Post steht wieder unter Druck. Ein gefährlicher Teufelskreis.

Manuel Rentsch

Manuel Rentsch

Wirtschaftsredaktor SRF

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Manuel Rentsch ist Wirtschaftsredaktor bei Radio SRF. Zu hören ist er oft in der Sendung SRF 3 Wirtschaft.

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«Tagesgespräch»: Warum erhöht die Post die Briefpreise?
24:59 min, aus Rendez-vous vom 26.08.2021.
abspielen. Laufzeit 24:59 Minuten.

SRF 4 News, 26.08.2021, 09:00 Uhr

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Claude Köchli  (C K)
    DHL und FedEx erhöhen die Geschäftskundentarife jedes Jahr um einige Prozente. Wo bitte ist das Problem mit den 10 Rp der Post. Nach wievielen Jahren? Die Motzergemeinde hat wohl auch erst nach 20 Jahren mal eine Lohnerhöhung verlangt und bekommen.
  • Kommentar von Claude Köchli  (C K)
    Die Marktschreier hier, geben ihren Senf als Privatperson und Konsumenten ab. Also gut, ihr verschickt privat 1 Brief pro Tag. Vom mir aus auch noch am Samstag und Sonntag, weil ihr ja so fleißig seid. 365 Briefe kosten 36.50 mehr - pro Jahr. Sind wir noch ganz dicht, darüber zu diskutieren? Wenn der Liter Treibstoff von einer Woche zur anderen 5 Rp steigt, käme es niemanden in den Sinn den gleichen dämlichen Blödsinn zu schreiben. Und an der Tanke steigen die Preise nicht nur alle 20 Jahre.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Wir haben nach wie vor die beste Postorganisation der Welt von
    Wegen Portoaufschlag von 10 Rappen
    Bei 100 Briefen im Jahr, wer schreibt in
    der heutigen Zeit noch so viele Briefe, sind es
    Fr 10, zwei Kaffee
    darüber rhume diskutieren
    Ist Zeitverschwendung