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Wie teuer werden die Sommerferien?
Aus 10vor10 vom 28.05.2020.
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Prognose unsicher Steigen jetzt die Flugticketpreise?

Tiefe Nachfrage und hohe Kosten – das Dilemma der Aviatikindustrie. Während der Flugbetrieb langsam wieder hochgefahren wird, steigen auch die Kosten durch neue Sicherheitsmassnahmen. Was bedeutet das nun für die Ticketpreise?

Die Einbussen für die Airlines durch den praktisch vollständig stillgelegten Flugverkehr sind drastisch. Der britische Billigflieger Easyjet hat bereits reagiert: 30 Prozent der Arbeitsplätze sollen gestrichen werden und die Flugzeugflotte zunächst schrumpfen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Luton bei London mitteilte.

Trotzdem fahren die Fluggesellschaften den Betrieb ab Juni wieder langsam hoch, hinsichtlich Öffnung der Grenzen. Vorerst wird jedoch kein Massentourismus erwartet. Zu gross ist die Verunsicherung der letzten Monate.

Die Kunden wissen nicht, was sie im Ausland erwartet.
Autor: Bianca GähweilerKommunikationsleiterin Hotelplan

Hotelplan bekommt dies ebenfalls zu spüren: «Die Buchungen sind auf einem viel tieferen Stand als im Vorjahr. Die Kunden wissen noch nicht, was sie im Ausland erwartet, und das haltet sie vom Buchen ab», erklärt Bianca Gähweiler.

Wann und wohin kann wieder geflogen werden?

Die Swiss plant im Juni einen gestaffelten Aufbau des Angebotes mit bis zu 190 Flügen an 41 europäische Ziele, unter anderem Barcelona, Rom oder Paris. Auch Flüge in die USA und Asien sind wieder geplant. Zudem wird das Angebot entlang der weltweiten Reiserestriktionen in den Sommermonaten weiter ausgebaut.

Auch bei Edelweiss wird der Flugverkehr wieder ausgebaut: Für Juni sind 171 Flüge in 36 Reisedestinationen geplant, unter anderem Portugal, Süditalien, Kosovo, Kroatien und Nordmazedonien.

Was bedeutet das für die Reisekosten?

Die Swiss baut ihr Angebot im Juni wieder auf 15 bis 20 Prozent des ursprünglichen Volumens aus. Um die Kosten der tieferen Auslastung zu decken, müssten die Preise eigentlich erhöht werden. Doch das würde die ohnehin schon tiefe Nachfrage weiter negativ belasten.

Der Aviatik-Experte der Universität St. Gallen, Andreas Wittmer, rechnet deshalb, dass die Preise kurzfristig leicht sinken werden, um die Nachfrage anzukurbeln. «Mit diesen Preisen und einer tiefen Auslastung gehe ich jedoch nicht davon aus, dass sie schwarze Zahlen schreiben können.»

Sobald sich das Buchungsverhalten ändere, würden Airlines sehr schnell reagieren und die Preise wieder erhöhen, glaubt Wittmer. Doch momentan sei die Marktentwicklung noch sehr spekulativ. «In den nächsten ein bis zwei Jahren wird es sicher Preiserhöhungen brauchen, um rentabel wirtschaften zu können. Vor allem auch die Umwelt-Thematik wird zu höheren Kosten führen», sagt der Aviatik-Experte. Dies sei jedoch keine schlechte Entwicklung, da es ohnehin zu viele Airlines in Europa gebe.

Und wenn man die Pläne ändert?

Wenn die Airline den Flug annulliert, ist das Angebot meist eindeutig: Der Flug kann kostenfrei auf ein anderes Datum umgebucht werden. Doch was, wenn der Flug wie geplant stattfindet, und trotzdem eine Umbuchung gewünscht wird?

Für Swiss und Edelweiss gilt: Bis zum 30. Juni 2020 gebuchte Flüge können kostenlos auf ein beliebiges Datum mit Reisebeginn bis spätestens 31. Dezember 2021 umgebucht werden.

Diesen Sommer werden sich die Flugzeuge nur langsam wieder füllen, trotz tiefen Preisen und Schutzkonzept. Zu viele Faktoren sind noch unklar.

10vor10, 28.05.2020, 21:50 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Fliegen soll wieder ein Luxus werden, damit diese massenmässige Billig-Fliegerei endlich ein Ende hat!
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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Es ist wie immer, die Verantwortung für den Kunden, die Kohle für's Unternehmen! Leider geht das auf.
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  • Kommentar von Reto Albertini  (Reto Albertini)
    Es ist bedenklich, dass jetzt die Flug-Preise noch tiefer werden sollen. Fluggesellschaften werden staatlich gestützt da sie System relevant seien. Gerade bürgerliche Parteien, die immer nach Wettbewerb rufen und den Staat verkleinern wollen, sind die grossen Befürworter einer solchen Stützung durch den Steuerzahler. Hier ist der Wettbewerb nicht mehr gefragt! Einfach kurzsichtig diese Denkweise. Hier wird eine Chance verpasst das System zu reformieren.
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