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Prozess in Paris UBS muss 4.5 Milliarden Euro zahlen

  • Im Prozess am Pariser Strafgerichtshof gegen die UBS haben die Richter ihr (erstes) Urteil verkündet.
  • Die grösste Schweizer Bank wurde dabei wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen.
  • Die Bank muss eine Busse von 3.7 Milliarden Euro sowie 800 Millionen Euro Schadensersatz an den französischen Staat bezahlen.
  • Die UBS wird dagegen Berufung einlegen.
Legende: Video Die Vorwürfe: systematische Anstiftung zu Geldwäsche und Steuerbetrug abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.02.2019.

Das Gericht sprach von einem «aussergewöhnlich schweren» Vergehen der Bank. Auch die französische Tochter-Filiale der UBS erhielt eine Strafe von 15 Millionen Euro. Fünf von sechs UBS-Managern wurden zudem zu bedingten Gefängnisstrafen und Geldbussen zwischen 50 000 und 300 000 Euro verurteilt. Einzig Raoul Weil, der frühere Chef der UBS Vermögensverwaltung, wurde von allen Vorwürfen freigesprochen.

Exklusive Kundenanlässe

Begonnen hatte der Prozess gegen die UBS am 8. Oktober. Die Bank habe französische Kunden dazu angestiftet, Gelder am Fiskus vorbeizuschmuggeln, warf die Staatsanwaltschaft der Bank vor. Zwischen 2004 und 2012 seien in Frankreich Kunden von Bankern aus der Schweiz angeworben worden, was nach französischem Recht illegal sei.

Die Tochter UBS France soll für die Anwerbung reicher Kunden exklusive Anlässe organisiert haben. So wurden die Kunden etwa ans Tennisturnier Roland Garros, Golfturniere oder Konzertabende eingeladen.

UBS will Berufung einlegen

Die UBS hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und kündigte nach dem Urteil umgehend Berufung an. Damit dürfte sich der Rechtsstreit noch Jahre hinziehen.

Position der UBS

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Die UBS zeigte sich nach dem Gerichtsentscheid mit dem Urteil «absolut nicht einverstanden» und will entsprechend dagegen Berufung einlegen. «Das ist eine unverständliche Entscheidung, und es ist nötig, Berufung einzulegen», kommentierte UBS-Manager Markus Diethelm zum Entscheid.

Die Verurteilung werde nicht durch konkrete Beweise gestützt, sondern basiere auf den unbegründeten Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeiter, die im Prozess nicht einmal angehört worden seien, erklärte die UBS.

Dem Urteil fehlten zudem «Beweise und eine glaubwürdige Methodik» für die Berechnung der Geldbusse und des Schadens.

An der Börse sorgte der Entscheid ebenfalls für Turbulenzen: Die UBS-Aktie reagierte stark büsste gut vier Prozent ein.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Die UBS-CEO's sollten es doch längst wissen, der Finanzplatz Schweiz ist vorallem bei den Amerikanern und Franzosen schon lange ein "Dorn im Auge"! Neid und Missgunst auf höchster (finanzieller) Ebene, spürt der Bankenplatz Schweiz immer wieder! Sollten sich die neusten Vorwürfe gegen die UBS als relevant herausstellen, so kann man nur "den Kopf schüttel", über die Uneinsichtigkeit des UBS-Managements ! Ein offenbar erneutes "Spiel mit dem Feuer" kommt dem Finanzkonzern sehr teuer zu stehen!
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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Es wäre wirklich besser, Schweizer Banken würden Ihre Kunden nur noch aus der Schweiz ohne RA unter Schweizer Recht bedienen. Die "Rechts(sp/b)rechung" in der EU und USA hat mit Recht und Rechtsstaat nichts mehr gemein. Da reicht ein Käufling mit einer unbewiesenen Falschaussage um eine Strafe von 4.5 Mrd SFR auszulösen ? Nicht auszudenken was passiert wenn die CH die Unionsbürger Richtlinie nach unterzeichnetem RA nicht übernimmt. Unbewiesene Strafen ohne Ende ! Schuss mit dem RA !
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  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Wenn 4.5 Milliarden Euro gefordert werden, wurden min. doppelt soviel Gewinn ERZIELT:)) erwirtschaftet? Und immer noch negativ Zinsen?
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