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Alibaba wird Partner von Dufry
Aus Börse vom 05.10.2020.
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Reisedetailhandel Dufry lässt sich mit einem chinesischen Drachen ein

  • Die Reisebeschränkungen weltweit haben der Schweizer Reisedetailhändlerin Dufry (Duty-free-Geschäft) stark zugesetzt.
  • Dennoch verfolgt Dufry eine Wachstumsstrategie und versucht gerade im asiatischen Raum mehr Umsatz zu generieren.
  • Darauf beruht auch die neue Zusammenarbeit mit dem chinesischen Online-Handelsriesen Alibaba. Beide Unternehmen gründen ein Joint-Venture, ausserdem beteiligt sich Alibaba an der geplanten Kapitalerhöhung von Dufry.

Das Sprichwort «Totgesagte leben länger» hat sich Dufry wohl zu Herzen genommen. Denn die Pandemie hat dem Duty-free-Geschäft stark zugesetzt und Aussichten auf rasche Erholung sind vorerst nicht vorhanden.

Trotzdem kommt nun plötzlich ein Funken Hoffnung auf. Denn Dufry wird künftig in China mit dem E-Commerce-Riesen Alibaba zusammenspannen.

Grösste IT-Firmengruppe Chinas

Mit 800 Millionen Konsumenten ist Alibaba die führende Detailhändlerin in China. Nach eigenen Angaben ist der 1999, von Jack Ma, gegründete Konzern die grösste IT-Firmengruppe Chinas und das mit einem jährlichen Umsatz von über 70 Milliarden US-Dollar.

China und die Schweizer Firmen

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Immer wieder gehen die Chinesen auf Shoppingtour in Europa. Gerade Schweizer Unternehmen standen schon häufig auf ihrer Einkaufsliste:

  • Da wäre zum einen der Kauf der Schweizer Flugdienstleister Swissport, SR Technics und Gategroup. Alle drei wurden vom hoch verschuldeten China-Konzern HNA-Gruppe übernommen.
  • Ein weiteres prominentes Beispiel ist der Basler Saatgut-Produzent Sygenta. Auch er ist seit 2016 in chinesischer Hand. Genauer gesagt zahlte der Staatskonzern ChemChina 43 Milliarden Dollar.
  • Daneben stehen noch etliche weitere Namen. Sei es das Luzerner Luxushotel Palace, der Thurgauer Trinkflaschen Hersteller Sigg oder Bally, die 1851 gegründete Firma für Schuhe und Bekleidung. Sie alle gehören mittlerweile ebenfalls einem chinesischen Grossunternehmen.

Genau mit diesem Riesen tut sich Dufry nun zusammen und gründet ein Joint-Venture, an dem Alibaba 51 Prozent und Dufry 49 Prozent beteiligt ist. Darin sieht Dufry Wachstumschancen, gerade in Bezug auf eine mögliche positive Entwicklung des Reiseeinzelhandelsgeschäfts in China. Alibaba habe in China ein etabliertes Netzwerk und könne seine digitalen Fähigkeiten einbringen, betont Dufry-CEO Julian Diaz.

Dufry-Aktie legt zu

Noch wichtiger für die Aktionäre aber, Alibaba wird sich mit einem maximalen Anteil von 9.99 Prozent an der Kapitalerhöhung von Dufry beteiligen. Dadurch erhöht sich der im September angekündigte Betrag von 500 Millionen Franken auf 700 Millionen.

Wir sind überzeugt, dass das Joint Venture Dufry dabei unterstützen wird, das weltweit führende digitale Reiseeinzelhandelsunternehmen zu werden.
Autor: Julian DiazCEO Dufry-Group

Das freut natürlich die Aktionäre. Die Dufry-Aktie legte nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit im frühen Handel rasant zu, und schloss am ersten Handelstag der Woche bei über 19 Prozent.

Doch es bleibt nur ein Funken an Hoffnung. Denn seit Jahresbeginn liegt die Aktie noch über 60 Prozent im Minus und eine vollständige Erholung der Reisebranche wird noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

SRF Börse, 05.10.2020, 19:25 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Hochspannungsleitungen und Eisenbahntrassen, sondern auch Umweltsünden, Korruption und jede Menge Schulden - auch das ist die Seidenstrasse. Umweltschützer beklagen Gefahren für Artenvielfalt, Umwelt und Klima. Unter anderem wird der Bau der neuen Seidenstrasse zusätzliche Risiken für den Bestand des Amur-Tigers und anderer vom Aussterben bedrohter Tiere bedeuten. Nutzniesser der Seidenstrasse wird für Cina an erster Stelle stehen - der Westen wird immer abhängiger von China und merkt es nicht.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Grosse Teil der Industrie sind bereits an China verloren gegangen, sind nicht mehr eigenständig in ihren Entscheidungen was den chinesischen Markt angeht, dass spürt man dann auch in der Politik, wo die Regierung versucht Rücksicht zu nehmen. Jinping streckt der Welt seine eiserne Faust entgegen. Der Westen ist in wirtschaftlicher Hinsicht zu sehr mit China verzahnt und das wird sich rächen. Verkehrsmittel, Infrastruktur, Kredite – China ist inzwischen auf allen Kontinenten präsent.
  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Schon wieder eine Firma, die sich in die Fänge eines Chinesischen Giganten gibt. Irgendwann wird Dufry entweder Pleite gehen, weil die Chinesen nicht mehr zahlen oder ganz in Chinesische Hände übergehen; d.h. das Duty-Free-Geschäft wird dann Chinesisch. Aber da diese Läden sowieso überteuert sind, stört mich persönlich dies nicht, weil ich da nicht einkaufe. Aber die Angestellten von Dufry tun mir leid. Dabei haben doch viele Firmen davon gesprochen, die Abhängigkeit zu China zu verkleinern.