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Aufteilung der Familienarbeit verändert sich nur langsam
Aus 10 vor 10 vom 21.06.2021.
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Rollenmuster während Pandemie Kinderbetreuung und Hausarbeit sind grösstenteils Frauensache

Der Shutdown im März letzten Jahres hat das Leben in der Schweiz komplett auf den Kopf gestellt. Familien und insbesondere die Mütter waren davon betroffen. Langfristig kann das schwerwiegende Folgen haben.

Auf einen Schlag veränderte sich der Alltag in der Schweiz im März 2020. Der erste Shutdown legte das soziale und wirtschaftliche Leben weitgehend still. Für viele Familien wurde es dafür zu Hause lauter und hektischer. Denn auch Kitas und Schulen wurden geschlossen. Über Nacht mussten Vater und Mutter von Zuhause arbeiten und gleichzeitig Homeschooling übernehmen oder Kinderbetreuung leisten.

Mehrbelastung trifft vor allem Frauen

So spürte jede fünfte Mutter eine Mehrbelastung, wie eine Umfrage, Link öffnet in einem neuen Fenster der Universität Lausanne und des Schweizer Kompetenzzentrums Sozialwissenschaften Fors bei gut 2000 Personen zeigt. «Wir haben gesehen, dass es doch verstärkt Mütter getroffen hat, die die zusätzliche Kinderbetreuung und Hausarbeit leisten mussten», sagt Studienautorin Stephanie Steinmetz.

Eine Verkürzung der Erwerbstätigkeit hat Langzeitfolgen, etwa auf die Rente. Da ist Altersarmut von Frauen sicherlich auch ein Thema.
Autor: Stephanie SteinmetzProfessorin für Soziologie

Folglich reduzierten Frauen ihre Arbeitsstunden mehr als Männer während des Shutdowns – was langfristige Folgen haben könnte. Zum einen könnten sich traditionelle Rollenmuster hierzulande wieder verstärken. «Bedenklicher sind die Auswirkungen auf die Einkommen von Frauen. Eine Verkürzung der Erwerbstätigkeit hat Langzeitfolgen, etwa auf die Rente. Da ist Altersarmut von Frauen sicherlich auch ein Thema», sorgt sich die Professorin für Soziologie.

Auch positive Effekte

Im internationalen Vergleich hat sich die Rollenverteilung in der Schweiz nur leicht verschoben. «Die Schweiz war schon vor der Pandemie durch eine traditionelle Rollenverteilung gekennzeichnet.» So sei der Rückschritt etwa in skandinavischen Ländern, wo Frauen häufiger Vollzeit arbeiten, viel grösser. Zudem haben die relativ schnellen Schulöffnungen und intakten Kinderbetreuungsstätten stärkere Effekte verhindert.

Trotz insgesamt wenig Veränderungen birgt die vermehrte Zeit zu Hause auch Positives. In mehr als jedem vierten Haushalt haben Väter mehr bei der Kinderbetreuung und der Hausarbeit angepackt als vor der Pandemie. «Dies kann eine Chance sein, dass bei Männern ein Umdenken stattfindet und sie auch künftig mehr übernehmen möchten», sagt Stephanie Steinmetz. Zudem hätten auch Unternehmen festgestellt, dass Flexibilisierungen möglich sind.

Corona hat die Rollen nicht neu verteilt, aber Gefahren aufgezeigt und wichtige Fragen für die Zukunft aufgeworfen.

10vor10, 21.06.21 21.50 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Hehe, auf dem Titelbild fehlte nur noch der Strickstuhl, der Küchenherd und die Wäscheleine.
  • Kommentar von Fabian Gut  (MonsieurBon)
    Praktisch alle (grösseren) Firmen preisen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie an. Schaut man dann aber in die Stellenausschreibungen, dann sieht man nur 80-100%. Dabei gibt es viele Jobs wo eine kleinere Prozentzahl problemlos möglich wäre. Warum die Stellen nicht als 40-100% ausschreiben?
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Wir haben 5 Kinder. Mehrbelastung bei 1-2 Kinder und einem Job?