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Knall bei Raiffeisen – Präsident Lachappelle tritt zurück
Aus 10 vor 10 vom 15.07.2021.
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Rücktritt des VR-Präsidenten Raiffeisenpräsident Lachappelle stolpert über Rechtshändel

Es ist der tiefe Fall eines Bankers: Guy Lachappelle war jahrelang Chef der Basler Kantonalbank, wechselte dann vor zweieinhalb Jahren an die Spitze der Raiffeisen-Gruppe. Sein Auftrag: Die drittgrösste Bank der Schweiz nach den Wirren rund um Pierin Vincenz wieder in ruhigere Gewässer führen. Oder anders formuliert: Er sollte nach teils fragwürdigen Machenschaften und Spesenexzessen den Anstand wieder in die Bank zurückbringen.

Und jetzt strauchelt er selber über eine äusserst verworrene Geschichte. Es geht um eine frühere Affäre mit einer Managerin, um eine schwierige Trennung, um verletzte Gefühle. Das ehemalige Paar deckt sich gegenseitig mit Stalking-artigen Vorwürfen ein. Beide weisen die Anschuldigungen des jeweils anderen vehement zurück. Und beide gehen juristisch gegeneinander vor.

Wie die Situation zwischen den beiden ehemaligen Geliebten derart ausser Kontrolle geraten konnte, ist von aussen schwer nachvollziehbar. Was bleibt, ist der Eindruck eines Managers, der bis zuletzt um seine eigene Reputation und um seine Ämter kämpfte, mit harten Bandagen und juristischen Winkelzügen.

Nur Verlierer

Doch seit dieser Woche ist nun auch die Basler Staatsanwaltschaft involviert, eingeschaltet von seiner Ex-Geliebten. Die Behörde ermittelt, weil Lachappelle in seiner früheren Funktion als Chef der Basler Kantonalbank vertrauliche, allenfalls börsenrelevante Interna an eben diese Frau, die damals seine Partnerin war, ausgehändigt hatte. Spätestens mit diesem Strafverfahren am Hals ist Lachappelle als Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen-Gruppe nicht mehr tragbar. Konsequenterweise tritt er auch von anderen Ämtern zurück.

Die Raiffeisen-Gruppe dankt in einer Medienmitteilung zwar noch kurz und knapp für das geleistete Engagement, geht aber gleichzeitig auch auf Distanz: Lachappelle reichte seinen Rücktritt erst auf Ende Juli ein, doch Raiffeisen hat die Leitung der Bank mit sofortiger Wirkung dem Vizepräsidenten Pascal Gantenbein übertragen.

Guy Lachappelle bezahlt einen hohen Preis – beruflich wie privat – für eine verworrene Geschichte, in der Opfer und Täter von aussen nicht klar zu trennen sind. Klar ist nur: In dieser Geschichte gibt es nur Verlierer.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

 

 

 

 

 

SFR 4 News, 15.07.2021, 20:30 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das grosse Geld macht nicht selten süchtig und lässt etliche Bankers den festen Boden unter den Füssen verlieren. Ein jämmerliches Duo ist aus Obigem geworden. Geld, Macht, materialistische Freundschaft, dann Feindschaft. Es ist ein Affront Reicher nach innen und nach aussen, ein Affront gegenüber ehrlich Arbeitenden. Materieller Reichtum hat nicht selten mit unsauber verdientem Geld und bisweilen mit Betrug zu tun. Zudem wird dem Mittelstand und unten Geld weggenommen.Unmoralischer Sumpf.
  • Kommentar von Biljana Basta  (Pontifex)
    Erst beweisen dann moralisieren. Ex Freundin hat etwas behauptet und wir danach sofort verurteilt. Zum Glück ist die Schweiz noch immer ein Rechtsstaat.
  • Kommentar von Lukas Tschopp  (Nutzernamen eingeben)
    Lach Apelle :-)!