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Diskussion um Kaderlöhne SBB-Präsidentin verteidigt den Lohn von Andreas Meyer

Beim Millionen-Gehalt des SBB-Chefs geht die SBB-Präsidentin Monika Ribar auf Konfrontationskurs mit dem Parlament.

Legende: Video Monika Ribar über den Lohn des SBB-Konzernchefs abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus ECO vom 06.02.2017.

Der Lohn von SBB-Konzernchef Andreas Meyer gab schon viel zu reden. Meyer verdient rund eine Million Franken und ist damit einer der bestverdienenden Chefs eines bundesnahen Betriebes.

Andreas Meyer SBB-Chef
Legende: Der Millionenlohn von SBB-Chef Andreas Meyer gibt immer wieder zu reden. Keystone

Eine Lohnsenkung für ihren Konzernchef lehnt SBB-Verwaltungsrats-Präsidentin Monika Ribar ab. Das sei in dieser Art und Weise nicht der richtige Weg, machte sie im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «ECO» klar. «Es hätte Auswirkungen auf das ganze Unternehmen und würde uns auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr wirklich konkurrenzfähig machen», sagte sie.

Geht es nach dem Entscheid der staatspolitischen Kommission des Nationalrates, sollen die Chefs von Unternehmen und Anstalten des Bundes künftig nicht mehr verdienen als ein Bundesrat. Das wären heute rund 475‘000 Franken. Das Gremium hat Mitte Januar eine entsprechende parlamentarische Initiative mit 21 zu 2 Stimmen angenommen.

Druck auf andere SBB-Saläre

Monika Ribar müsste ihrem Konzernchef Andreas Meyer den Lohn demnach praktisch halbieren. Und der Druck auf die Saläre der übrigen Mitglieder der SBB-Geschäftsleitung, die bereits heute mehrere hunderttausend Franken verdienen, würde ebenfalls steigen. Die SBB-Präsidentin geht mit ihrer Haltung auf Konfrontationskurs zum Parlament.

Mit einem Eingriff in die Lohnfindung würde der Gestaltungsspielraum des SBB-Verwaltungsrats noch weiter eingeschränkt. Der Bund, respektive der Bundesrat, nimmt als Eigentümer der SBB bereits viel Einfluss auf die Strategie des Konzerns.

Falls die staatspolitische Kommission des Ständerats sich mit der parlamentarischen Initiative einverstanden erklärt, kann eine gesetzliche Grundlage ausgearbeitet werden.

In Deutschland würde Meyer wohl mehr verdienen

Andreas Meyer wird seit kurzem als künftiger Chef der deutschen Bahn gehandelt. Der Ende Januar abgetretene DB-Chef, Rüdiger Grube, verdiente gemäss deutschen Medienberichten rund 2,4 Millionen Euro – inklusive variabler Bezüge.

Angesprochen auf einen möglichen Wechsel Meyers zur deutschen Bahn, sagt Monika Ribar gegenüber «ECO»: «Ich hoffe nicht, dass das der Fall sein wird». Die Meldungen darüber seien aber ein grosses Kompliment für Meyer und auch für das System «Bahn Schweiz».

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Damit die obersteSchicht grosser Unternehmen nicht auf ihre überhöhten Löhne verzichten müssen, werden doch die Angestellten und Büezer nach Strich und Faden ausgenützt oder die Produktion in arme Länder verlagert, wo die Arbeiter noch viel weniger verdienen. Die so noble Gesellschaft hat schon seit jeher, das Volk bis aufs Blut ausgenützt. Nur macht man es heute ein wenig schlauer.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Ein anderes Beispiel: Nehmen wir an, Roger Federer dürfte für seine ganzen Erfolge nur noch eine Höchstsumme von 475'000 pro Jahr einnehmen. Er würde entweder seine Staatsbürgerschaft wechseln und für ein anderes Land Tennis spielen, oder er würde sein Imperium abbauen und zu einem 2. Klasse Spieler werden.
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    1. Antwort von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
      Herr Federer ist ein Einzelspieler, der seinen Erfolg ehrlich und verdient hat und sich gut vermarkten konnte. Er trägt auch sein Risiko selber. Das hat mit Firmenbossen welche Angestellte einer Firma sind nichts zu tun.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Würde z.B. der Lohn des CEO von der Ruag auf diesen Betrag gekürzt werden, so müsste dieser Betrieb verkauft werden, da auf diesem Standard ein solcher Betrieb ohne Führung dastehen würde. Für mich liegt die Verantwortung eines Bundesrats weit tiefer als die eines Konzern-CEO's, da es für ein Exekutivmitglied keine Erfolgshaftung gibt. Die Arbeit eines Bundesrates ist staatlich abgesichert. Die Arbeit eines CEO's nicht und das sieht man sehr deutlich bei VW in Deutschland.
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