Zum Inhalt springen

Wirtschaft Schmolz und Bickenbach in russischer Hand

Erst Sulzer, dann OC Oerlikon: Der russische Milliardär Viktor Vekselberg holt sich eine Schweizer Industrieperle nach der anderen. Heute übernahm er die Kontrolle bei Schmolz und Bickenbach.

Legende: Video Russische Machtübernahme abspielen. Laufzeit 9:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.09.2013.
Portrait von Viktor Vekselberg mit weissem Bart.
Legende: Vekselberg hat im Sommer von der Erbenfamilie des Stahlkonzerns Schmolz und Bickenbach 25 Prozent der Anteile gekauft. Reuters

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. So auch bei Schmolz und Bickenbach. Geschickt nutzte Viktor Vekselberg den Machtkampf zwischen dem Verwaltungsrat von Schmolz und Bickenbach und den beteiligten Gründer-Familien und kaufte diesen Sommer einen Viertel der Anteile am schweizerisch-deutschen Stahlunternehmen – zu einem ausgesprochen günstigen Preis.

Rechte Hand mit an Bord

Gemeinsam mit den Gründerfamilien drängte Vekselberg den Verwaltungsrat daraufhin zum Rücktritt. An der ausserordentlichen Generalversammlung von Donnerstag wurden sieben neue Verwaltungsräte eingesetzt. Darunter auch Vekselbergs rechte Hand Vladimir Kuznetsov, der bereits bei Sulzer als Vizepräsident amtiert.

Zudem wurde das Kapital im Umfang von über 430 Millionen Franken erhöht. Dies soll insbesondere dazu dienen, teure Anleihen zurückzukaufen und Bankschulden zu tilgen. Die Verschuldung ist die Folge einer offensiven Kaufstrategie der vergangenen Jahre – und belastet Schmolz und Bickenbach.

Schleppendes Stahlgeschäft

Das Unternehmen leidet aber auch unter der generell eher flauen Stahlnachfrage. Dies, obschon es grundsätzlich gut positioniert ist – mit hochwertigem Hightech-Stahl für Autohersteller, Autozulieferer und den Maschinenbau.

Viktor Vekselberg könnte Schmolz und Bickenbach mehr Schub verleihen, indem er dem Unternehmen die Türen zum russischen Markt öffnet, so wie er das auch für Oerlikon und Sulzer getan hat. Schmolz und Bickenbach liefert derzeit nämlich nicht nach Russland – im Unterschied zur Konkurrenz, die in Russland gut verdient.

Namentlich die russischen Autokonzerne importieren Stahl in grossen Mengen. Und das scheinen doch vielversprechende Aussichten zu sein für die krisengeschüttelte Schmolz und Bickenbach.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fredi Beer, St. Gallen
    Chateau Gütsch gehört Alexander Lebedev, nicht Weckselberg.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Während dem kalten Krieg musste der Westen sich vor der Militärmacht UdSSR fürchten. Heute muss sich der Westen vor der Wirtschaftsmacht Russland fürchten. Die Ziele des Riesenreiches sind die gleichen geblieben: Die Weltherrschaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Es macht keinen Sinn, wenn man nach Sündenböcken sucht und über die bösen Russen wettert. Die Globalisierung und Liberalisierung wurden im Westen in die Wege geleitet und in der ehemaligen Sowjet-Union gelangte das Volksvermögen in die Hände einiger Oligarchen, die nun halt auch im Westen im grossen Stil einkaufen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Wenige haben einfach zuviel Geld und dadurch Macht. Dies bringt für alle Erdenbewohner Unglück. Die Welt leidet unter einer globalen Verteilungskrise. Diese ist eine Folge der bestehenden Rahmenbedingungen. Die Frage ist, wie der Wandel zu einer zukunftsfähigen Weltgemeinschaft geschaffen werden kann. Meist sind solche Entwicklungen bzw. die Überwindung von solchen Fehlentwicklungen mit viel Schmerzen verbunden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen