Sika schreibt grössten Gewinn der Unternehmensgeschichte

Die Bauchemie-Firma Sika steigert Umsatz und Gewinn. In allen Regionen hat sie Rekordergebnisse erzielt. Während das Unternehmen eine solide Bilanz präsentiert, wappnen sich die Gründerfamilie auf der einen und der Verwaltungsrat auf der anderen Seite für den sich zuspitzenden Übernahmekampf.

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Sika: Rekordgewinn mittten im Übernahmestreit

0:59 min, aus Tagesschau am Mittag vom 27.2.2015

Mitten im Übernahmepoker sorgt Sika für positive Schlagzeilen: Der Bauchemie- und Klebestoffhersteller machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 441 Millionen Franken. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 28 Prozent und ist ein Rekord.

2014 hat die Firma das beste Resultat der Unternehmensgeschichte erzielt, teilte der Konzern am frühen Freitagmorgen mit. Das Umsatzwachstum auf 5,57 Milliarden Franken – ein Plus von 8,3 Prozent – hatte Sika bereits im Januar bekannt gegeben. In sämtlichen Regionen hat das Unternehmen laut Bericht ein Rekordergebnis erzielt.

Starkes Mörtelgeschäft

Sika betont in seinem Communiqué, dass die Wachstumsziele übertroffen worden seien und der Gewinn überproportional zum Umsatz gestiegen sei. Verantwortlich dafür soll die Wachstumsstrategie sein, die unter anderem einen beschleunigten Aufbau der Wachstumsmärkte vorsehe.

Wichtiger Wachstumstreiber sei etwa das margenstarke Mörtelgeschäft. Der Umsatz sei da um 31 Prozent gewachsen. Ausserdem gründete Sika sechs neue Ländergesellschaften und eröffnete acht neue Fabriken in Brasilien, Mexiko, Indonesien, Singapur, Indien und Serbien. Im laufenden Jahr sollen bis zu neun weitere Fabriken folgen.

Mehr Dividende für Aktionäre

Vom Rekordgewinn sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, die Dividende im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent zu erhöhen. Für Inhaberaktien bedeutet das eine Ausschüttung von 72 Franken und für Namenaktien von 12 Franken.

Der in Baar (ZG) ansässige Konzern steckt seit Anfang Dezember in einem Übernahmekampf. Die Gründerfamilie hat ihre Kontrollmehrheit an Sika an die französische Saint-Gobain-Gruppe verkauft, wogegen sich Verwaltungsrat und Management wehren. Die Konzernführung droht mit Rücktritt. Gestritten wird nun vor Gericht.

Beide Seiten versuchen, ihre Position zu stärken

Was die Frage nach dem Bestimmungsrecht über den Bauchemie- und Klebstoffhersteller anbelangt, suchen beide Kontrahenten ihre Positionen zu stärken. Die Gründerfamilie – die mit 16,4 Prozent des Kapitals über eine Stimmenmehrheit von 52,6 Prozent verfügt – wehrt sich vor dem Kantonsgericht Zug gegen die Beschränkung ihrer Stimmrechte auf 5 Prozent.

Darüber hinaus will sie via Übernahmekommission geltend machen, dass der Verkauf der Aktien an Saint-Gobain den französischen Konzern nicht verpflichte, den Publikumsaktionären ein öffentliches Kaufangebot vorzulegen.

Sika-Verwaltungsrat hat die Hälfte des Aktienkapitals

Der Sika-Verwaltungsrat kann auf der anderen Seite auf breite Unterstützung aus Aktionärskreisen bauen. «Wir haben mittlerweile über 50 Prozent des gesamten Aktieinkapitals der Sika hinter uns», sagte VR-Präsident Paul Hälg.

Bis dato hatte die Sika-Spitze noch von «über 40 Prozent» gesprochen. Hälg, der sich am Freitag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich äusserte, rechnet damit, dass der Rechtsstreit rasch voranschreiten wird. Konkret geht er davon aus, dass in den drei hängigen Verfahren vor der Justiz und der Übernahmekommission im Verlauf des kommenden Monats Entscheide fallen.

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