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Wirtschaft Skillsonics exportiert Schweizer Berufslehre nach Indien

Das Schweizer System der dualen Berufsbildung gilt international als Vorbild. Wirtschaftsminister werben dafür im Ausland. Internationale Wirtschaftsvertreter kommen, um es zu verstehen. Franz Probst setzt es ganz konkret in die Tat um: Er hat in Indien bereits 5000 Lehrlinge ausgebildet.

Legende: Video Skillsonics in Indien – die «ECO»-Reportage abspielen. Laufzeit 10:25 Minuten.
Aus ECO vom 11.01.2016.

Der Wirtschaftsanwalt Franz Probst will mit seinem Unternehmen Skillsonics in Indien eine Marktlücke füllen. Das indisch-schweizerische Start-up exportiert Berufslehren nach dem Schweizer Modell. Die letzten drei Jahre wurden in Indien bereits 5000 Lehrlinge nach Skillsonics-Lehrgängen ausgebildet – in Industrieberufen wie Polymechaniker.

Die Lehrabgänger erhalten ein von vom Industrieverband Swissmem anerkanntes Zertifikat und einen offiziellen indischen Berufsabschluss. Zwar sind die Hürden gross, da Indien keine Berufsausbildung kennt – das Potenzial ist indes enorm: Das Land hat ein Heer von 500 Millionen Erwerbstätigen. Nur jeder Zwanzigste hat einen anerkannten Berufsabschluss.

Die indische Regierung will bis 2022 110 Millionen Inder qualifizieren lassen – und investiert zusammen mit der Wirtschaft in Private Public Partnerships, die Start-ups wie Skillsonics zinsgünstige Darlehen geben.

Mit Niederlassungen von Schweizer Firmen fing es an

Die wichtigste Einnahmequelle Skillsonics‘ sind die Unternehmen. Sie zahlen für die Ausbildung der Lehrmeister, die Skillsonics-Lehrmittel sowie Prüfungen und Qualitätssicherung bezahlen. Die ersten Firmen, die nach diesem Konzept ausbildeten, waren die indischen Niederlassungen von Schweizer Firmen wie Bobst, ABB, Rieter Burckhardt Compression und Bühler. Inzwischen gewinnt das Unternehmen immer mehr indische Unternehmen für die duale Berufsausbildung.

Skillsonics-Präsident und Gründer Franz Probst sagt: «Es ist nicht einfach so, dass wir unser Modell 1:1 hier umsetzen können. Wir müssen miteinander diskutieren, was der nächste beste Schritt ist – und wir müssen zu einer Einigung kommen.» Am indischen Sitz von Skillsonics in Bangalore arbeiten 20 Mitarbeiter, sie haben inzwischen 50 Lehrmittel basierend auf den Lehrgängen des Industrieverbands Swissmem für Indien geschaffen. Bis in zwei, drei Jahren will Probst die Gewinnzone erreichen und in weitere Länder expandieren. Er hat bereits konkrete Anfragen von Firmen in Südafrika und Brasilien.

Die Skillsonics AG mit Sitz in Bangalore und Zürich ist 2012 aus einem Berufsbildungs-Projekt des Bundesamts für Berufsbildung, von Swissmem und dem Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) hervorgegangen, das im Jahr 2008 lanciert wurde. Sie hat Kooperationen mit Schweizer Partnern, wird aber nicht fest von ihnen finanziert.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Endlich mal einer der etwas gegen diese Migrations-Bewegungen nach Europa tut. Die Menschen brauchen vor allem in ihrer Heimat ein Ein-& Auskommen sowie ein Fortkommen. Nur so können wir den globalen Frieden auch wirklich erreichen.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das ist ja Entwicklungshilfe der reinsten Form ! Dieses Model sollte den Indern nicht geschenkt werden , dafür müssten sie der Schweiz Gegenleistungen erbringen und das Kastenwesen endlich abschaffen sowie die grässlichen Frauenunterdrückungen und Missbräuche besser bekämpfen . Ich habe diesen ECO-Report gesehen, alle Lehrlinge dort stammten mit grosser Sicherheit nicht aus dem Armenkreis. So wird dort geholfen wo schon Wohlstand von Hause aus da ist . Es darf ein Fragezeichen gesetzt werden !
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  • Kommentar von Klaus Markus (Marklaus)
    Da werden sich die 400 Angestellten freuen, die man dank der Produktivitätssteigerung entlassen konnte.
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