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Das ist der Chef des neuen Konzerns
Aus Rendez-vous vom 18.12.2019.
abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
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Sparfuchs Carlos Tavares Bringt er Fiat Chrysler wieder auf Kurs?

Der operative Chef des neu viertgrössten Autoherstellers der Welt hat bereits Peugeot und Opel auf die Beine geholfen – auf seine Weise.

Die Fusion von Peugeot und Fiat Chrysler rückt näher. Die Verwaltungsräte der beiden Konzerne haben ihre Unterschrift unter den 50 Milliarden Euro schweren Vertrag gesetzt. Offiziell ist es ein Zusammenschluss unter Gleichen.

Im operativen Geschäft aber wird der bisherige Peugeot-Chef Carlos Tavares das Sagen haben. Um fast vier Milliarden Euro pro Jahr will er die Betriebskosten senken – vor allem in Europa, denn dort gibt es die grössten Überschneidungen zwischen den Marken Peugeot und Fiat Chrysler.

In Italien sind die Fiat-Werke schon seit Jahren ungenügend ausgelastet. Fabriken will Tavares vorderhand zwar keine schliessen, aber es würde überraschen, wenn alle der 58'000 Stellen in den Werken erhalten blieben. Tiefere Kosten – diesen Grundsatz wendet Tavares auch bei sich selbst an.

Der dreifache Familienvater fliegt stets Economy und wohnt in Dreisterne-Hotels, wenn er auf Geschäftsreise ist. Und reisen wird Tavares in nächster Zeit öfter müssen. Am diesjährigen Automobilsalon in Genf hatte er drei bevorstehende Markteintritte angekündigt: «Wir bringen die Marke Peugeot nach Nordamerika, wir bringen die Marke Citroën nach Indien und wir bringen die Marke Opel zurück nach Russland», sagte Tavares vergangenen März.

In zwei Jahren in den schwarzen Zahlen

Gross geworden ist der 57-jährige Portugiese, der in jungen Jahren Rally-Rennen fuhr, bei Renault. Dort kam er allerdings nicht an Carlos Goshn vorbei, weshalb er 2014 zu Peugeot wechselte. Hier erhielt er den Chefposten – und hier erarbeitete er sich seinen Ruf als brillanter Analytiker. Peugeot ging es damals gar nicht gut. Das Unternehmen stand kurz vor der Pleite.

Wir bringen die Marke Peugeot nach Nordamerika, wir bringen die Marke Citroën nach Indien und wir bringen die Marke Opel zurück nach Russland.
Autor: Carlos TavaresChef von Peugeot-Fiat-Chrysler

Doch Tavares schaffte den Turnaorund – innerhalb von nur gerade zwei Jahren. Sein Rezept: Kosten runter, direktere Entscheidungswege und eine kleinere Modellpalette. Mit dem gleichen Rezept brachte Tavares zwei Jahre später auch Opel auf Kurs. Und es gibt bisher keine Anzeichen, dass dies nicht auch beim fusionierten Peugeot-Fiat-Chrysler-Konzern seine Strategie sein wird.

Fiat hat die Elektrifizierung verschlafen

Als zusätzliche Herausforderung kommt allerdings die Elektrifizierung bei Fiat Chrysler auf den neuen Konzernchef zu. Der mittlerweile verstorbene Chef Sergio Marchionne hatte diese Entwicklung weitgehend verschlafen. Das könnte sich bald rächen. Besser aufgestellt ist in dem Punkt Peugeot.

Zwei Elektromodelle für den Massenmarkt stehen kurz vor der Einführung. Das Know-How bei Elektro- und Hybridfahrzeugen, welches sich die Franzosen in den letzten Jahren erarbeitet haben, könnte für das neue Konglomerat Gold wert sein. Denn ab dem neuen Jahr gelten in Europa strengere CO2-Richtlinien für deren Fahrzeuge. Werden diese nicht eingehalten, drohen Strafzahlungen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Auf welchen Kurs? Geld verdienen für die CEO's und Aktionäre? Oder den Kurs des Ami Kapitalismus der vor allem Arbeitsplätze zerschlägt? Ich muss nur staunen über die Annahme dass jemand einen Amikonzern auf Kurs bringen soll.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Diese Deal wird einige tausend Stellen kosten. Wir haben jetzt schon viel zu viele Autos auf den Strassen, Wohin mit all den älteren oder sogar neuen Autos, wenn sie nicht mehr zugelassen werden, weil alle Welt nur noch E-Autos auf den Strassen wünscht?.
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  • Kommentar von U. Salzmann  (pfefferusalz)
    Also, wenn man in Europa umher reist, sind Flüge in economy keine grosse Leistung. Vielmehr aber, wenn er es schafft keine Angestellten - oder so wenig wie möglich - zu entlassen!
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