Zum Inhalt springen

Header

Audio
Swisscom löscht Cloud-Daten bei mehreren hundert Kunden
Aus Rendez-vous vom 12.07.2019.
abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
Inhalt

Speicherpanne bei Swisscom Dunkle Wolken am Datenhimmel

Die Cloud, die Wolke – seit über 10 Jahren wabert dieser Begriff durch die Technologiewelt. Er beschreibt das Konzept, Anwendungen und Speicherung von Daten via Internet auszulagern. Profis in Rechenzentren kümmern sich dann darum, dass alles gut funktioniert und die Daten sicher sind. Beziehungsweise: Das sollten sie eigentlich. Auch bei Swisscom – wo mehrere hundert Kunden einen Datenverlust zu beklagen haben.

Schales Werbeversprechen

Swisscom preist das entsprechende Angebot für Privatkunden so an: «MyCloud, der Schweizer Onlinespeicher. Speichern Sie Ihre kostbarsten Momente dort, wo sie am sichersten sind: zu Hause. In der Schweiz.»

Heute klingt dieses Werbeversprechen schal. Auch wenn Swisscom sich alle Mühe gibt, den Vorfall verbal herunterzuspielen. Indem die Firma von «einigen Hundert» betroffenen Kunden spricht, die weniger als ein Zwanzigstel ihrer Daten verloren hätten und man versichern könne, Massnahmen getroffen zu haben, damit ein solcher Vorfall in Zukunft nicht mehr vorkomme.

Der Vorfall, er ereignete sich bereits 2018, reiht sich ein in eine Serie von Pannen, mit denen Swisscom in den letzten Monaten zu kämpfen hatte. Der Höhepunkt war ein Datendiebstahl, bei dem 800'000 Kundendaten entwendet wurden. Damals informierte Swisscom – im Gegensatz zur aktuellen Panne – von sich aus die Öffentlichkeit. Aber ebenfalls erst Monate später.

Die genauen Umstände der neusten Panne beschreibt Swisscom nur bruchstückhaft. Es war offenbar ein Programmierfehler, der die versehentliche Löschung der Daten verursachte. Da fragt sich mancher – wurde die Software, bevor sie auf dem «scharfen» System zum Einsatz kam, ungenügend getestet?

Einmal abgesehen davon, dass der neuste Bock bei Swisscom peinlich ist, wirkt auch der Umgang mit dem Vorfall mehr als unbeholfen. Und hat dadurch noch mehr Vertrauen zerstört. Ein Unternehmen, dessen Ruf untrennbar damit verbunden ist, wie sicher und zuverlässig die eigene Infrastruktur funktioniert, muss alles unternehmen, um über solche Pannen schnell und transparent zu informieren. Proaktiv heisst das Zauberwort. Also bevor Journalisten anrufen, weil sie von betroffenen Knden auf eine Panne hingewiesen worden sind.

Was Nutzer solcher Cloud-Angebote aus dem jüngsten Datendebakel bei Swisscom lernen sollten: Es lohnt sich, von wichtigen Informationen mehrere Backups an verschiedenen Orten aufzubewahren. Die kostbarsten Momente nur dort zu speichern, wo sie vermeintlich am sichersten sein sollten, reicht nicht. Denn am sichersten ist nur, dass es keine absolute Sicherheit gibt.

Matthias Pfander

Matthias Pfander

Reporter Wirtschaftsredaktion

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Matthias Pfander ist seit Mitte 2017 als Reporter und Planer in der Wirtschaftsredaktion von SRF TV tätig. Er ist seit über 20 Jahren im Wirtschaftsjournalismus tätig, zuvor unter anderem für den Tages-Anzeiger und die Blick-Gruppe.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.