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Sportstars und ihre Sponsoren Drum prüfe, wer sich für Millionen bindet

Was wissen Sportler über ihre Sponsoren? Experten relativieren. Trotz aller Recherchen sei es letztlich Vertrauenssache.

Legende: Audio Sportler und Sponsoren abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
02:43 min, aus HeuteMorgen vom 06.07.2018.

Der neue Sponsor von Roger Federer, Uniqlo, steht wegen ausstehender Löhne von Näherinnen in einem indonesischen Zulieferbetrieb in der Kritik. Vom japanischen Modekonzern soll der 36-jährige Tennisstar in den nächsten zehn Jahren 300 Millionen Dollar als Marken-Botschafter kassieren. Ob Federer und sein Management über den Fall in Indonesien Bescheid wussten, ist unklar. Eine Anfrage von Radio SRF blieb vorerst unbeantwortet.

Abklärungen mit Grenzen

Neue Sponsoren würden genau geprüft, besonders bei Weltstars wie Roger Federer mit einem professionellen Management, erklärt Hans Willy Brokes, Geschäftsführer der Europäischen Sponsoring-Börse (ESB) . Das Image eines Unternehmens werde geprüft, doch bis in die Arbeitsbedingungen hinein gingen solche Recherchen sicher nicht.

Aber sicherlich wird die Recherche nicht so weit gehen, dass man die Arbeitsbedingungen anschaut.
Autor: Hans Willy BrokesGeschäftsführer Europäische Sponsoring-Börse ESB

Die Arbeitsbedingungen von Näherinnen in Entwicklungsländern zu recherchieren, sei schwierig für eine Einzelperson, betont Brokes. Es gehe da um ökologische Standards und vielleicht auch politische Sichtweisen. Gerade bei einem Grossunternehmen wie Uniqlo sei es deshalb ziemlich unrealistisch, dass sich ein gesponserter Sportler im Vorfeld eine allumfassende Sichtweise einhole.

Schwierige Suche

Solche Probleme gebe es zudem bei vielen Unternehmen, stellt Brokes weiter fest. Am Ende käme man als Sportler also vielleicht sogar zum Schluss, dass man mit gar keinem Sponsor mehr zusammenarbeiten könne.

Am Schluss ist es dann aber auch eine Vertrauenssache.
Autor: Janine GeigeleGeigele Communications

Einen passenden Sponsor zu finden, sei eine schwierige Aufgabe, bestätigt Janine Geigele, die unter anderem die Velorrennfahrerin Jolanda Neff und die Triathletin Daniela Ryf betreut. Bevor etwa Ryf mit der Uhrenmarke Breitling einen Vertrag eingegangen sei, habe man gemeinsam eine Uhrenfabrik besichtigt.

Es muss gegenseitig stimmen

Man erkundige sich natürlich über die Herkunft des Materials, um sicher zu sein, dass «Swiss Made» vorliege, erklärt die Kommunikationsexpertin. Am Schluss sei es dann aber auch eine Vertrauenssache. Sportler seien darauf angewiesen, dass Unternehmen ihren Ruf nicht gefährdeten und umgekehrt.

Bis ins letzte Detail prüfen die Sportler und Sportmanager ihre Sponsoren also nicht. Ob sie nicht können oder nicht wollen, weil es letztendlich um viel Geld geht, sei dahingestellt.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Absolut überflüssig dieser Aufschrei !! Ich kenne keinen Kleidervermarker/Hersteller, der nicht in Asien fertigstellen lässt, d.h. einkauft. Nike, Adidas, Rebook, etc. etc. tun es seit X-Jahren. Es sind die besten Kleider-Arbeiterinnen und nicht mit u/Lohnverhältnissen/Arbeitsplätze in der EU vergleichbar. Also - was soll dieser Vergleich mit Roger Federer und Uniglo! Lächerlich.
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  • Kommentar von marianne marty (marima)
    Wenn R.F. Markenbotschafter dieser Firma ist, wird sie wahrscheinlich bekannter, bekommt mehr Aufträge, die Näherinnen haben noch Arbeit und die Löhne können bezahlt werden.
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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Warum nur dieses Geschrei um und Anschuldigungen gegen Werbeträger? Werbung oder oft falsch verstandenes Sponsoring macht doch noch lange kein Geschäft - und nur um das geht es. Profitable Geschäfte kann man nur mit Konsumenten und Abnehmern tätigen und diese Konsumenten sind mit ihrem Verhalten einzig und allein verantwortlich, was nachgefragt und gekauft wird. Da interessiert der Preis oder das Prestige weit mehr als Produktionsbedingungen oder Herkunft. Traurig aber wahr.
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