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Umstrittene Kleiderproduktion Neuer Federer-Sponsor Uniqlo unter Beschuss

Der japanische Modekonzern macht Negativschlagzeilen. Sind seine Lieferanten so sauber wie das Outfit des Tennisstars?

Legende: Audio Federer-Sponsor Uniqlo in der Kritik abspielen. Laufzeit 03:11 Minuten.
03:11 min, aus Rendez-vous vom 05.07.2018.

Es ist ein Coup. Uniqlo, eine Marke, die günstige Modekleider produziert, engagiert Roger Federer als Marken-Botschafter. Die Einzelheiten des Vertrages sind nicht öffentlich, doch die Rede ist von 300 Millionen Dollar für die nächsten zehn Jahre.

Federer-Sponsor Uniqlo.
Legende: Federer-Sponsor Uniqlo. Imago/Archv

Beide Parteien schreiben dazu: «Uniqlo und Roger Federer teilen das gleiche Ziel – die Welt besser zu machen.» Fraglich ist, ob diese Aussage auch für rund 2000 Näherinnen in Indonesien gilt, die seit Monaten auf ausstehende Löhne und Entschädigungen warten, weil eine Kleiderfabrik bankrott ging, nachdem unter anderem Uniqlo einen Auftrag stornierte.

Das bemängelt zum Beispiel die Schweizer Nichtregierungsorganisation Public Eye:

Und auch die Clean Clothes Campaign, eine internationale Allianz, die sich weltweit für die Rechte von Näherinnen einsetzt, ist unter den Kritikern. «Uniqlo und andere Einkäufer bei dieser Fabrik nehmen ihre Verantwortung nicht wahr und kümmern sich bisher nicht ausreichend darum, dass die Arbeiterinnen entschädigt werden», kritisiert David Hachfeld von der Kampagne. Von Uniqlo ist auf eine Anfrage bisher keine Stellungnahme eingegangen.

Über 180 Betriebe produzieren für Uniqlo

Uniqlo arbeitet nicht nur in Indonesien, sondern auch in China, Bangladesch und in Vietnam mit Zulieferbetrieben zusammen. Insgesamt sind es mehr als 180 Fabriken. Dass der japanische Modekonzern die Kleiderproduktion bewusst aus der Hand gibt, kritisiert Hachfeld: «Wenn etwas passiert, wird die Verantwortung sehr schnell auf das jeweilige Unternehmen abgeschoben.»

Wer aber seine Produktion auf so viele einzelne Zulieferer verteile, muss seine Verantwortung in den Produktionsketten wirken lassen, fordert Hachfeld. Doch das sei regelmässig nicht der Fall. Das Problem von Missstände bei Zulieferbetrieben betreffe die ganze Modebranche.

«Wir hoffen, dass Roger Federer helfen kann»

Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften weisen seit Jahren auf die Missstände in der Produktion von Kleidern hin. Grosse Konzerne sind sich dessen und auch des damit verbundenen Imageschadens inzwischen bewusst.

Auch Uniqlo. Deshalb dokumentiert das Unternehmen ausführlich seine Bemühungen um gute Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken.

Uniqlo und Roger Federer teilen das gleiche Ziel – die Welt besser zu machen.
Autor: Uniqlo

Trotzdem hat Hachfeld Vorbehalte: «Bei einigen Unternehmen ist der Groschen inzwischen gefallen, bei anderen wie bei Uniqlo ist noch ein bisschen Druck nötig. «Wir hoffen, dass Roger Federer da helfen kann.»

Bisher hat sich Federer oder sein Management nicht zu den Vorfällen in der indonesischen Fabrik seines neuen Kleidersponsors geäussert.

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