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Emmi macht 188 Millionen Franken Gewinn im Corona-Jahr
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 02.03.2021.
abspielen. Laufzeit 06:43 Minuten.
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Starkes Amerika-Geschäft Emmis Expansion ins Ausland hat sich bewährt

Der Milchverarbeiter Emmi aus Luzern verkaufte im letzten Jahr mehr – trotz Pandemie. Der Umsatz stieg um rund 6 Prozent auf 3.7 Milliarden Franken. Das Umsatz-Wachstum verdankt Emmi allerdings vor allem Zukäufen, unter anderem in den USA: Dort hat Emmi eine Produktionsstätte für Blauschimmelkäse und ein Dessert-Unternehmen gekauft.

Dass Emmi in den USA wächst und neue Firmen dazukauft, hat beinahe schon Tradition. 2009 kaufte Emmi das erste Unternehmen in den USA. Den Käsespezialisten Roth Käse. Seither ist das Geschäft in Nord- und Südamerika dank immer neuen Zukäufen deutlich stärker gewachsen als das Geschäft in der Schweiz und in Europa.

Zu der sogenannten Abteilung «Americas» gehören heute die USA, Kanada, Chile, Brasilien und Mexiko. Und etwas unerwartet zählt Emmi auch Frankreich, Tunesien und Spanien dazu.

Amerika-Geschäft wird immer wichtiger

Dank der vielen Tochterfirmen trägt die Division «Americas» heute mehr als 30 Prozent zum Umsatz von Emmi bei. Damit ist sie schon bald so bedeutend wie das Geschäft in der Schweiz mit einem Umsatz-Anteil von knapp 46 Prozent. Das Europa-Geschäft ist mit 17 Prozent deutlich kleiner.

«Americas» ist also zu einem wichtigen Standbein des Milchverarbeiters geworden und dürfte in Zukunft noch bedeutender werden. Denn das Wachstumspotential ist gross. Insbesondere in Schwellenländern wie Chile oder Brasilien, wo sich immer mehr Leute auch hochpreisigere Milch- und Käseprodukte leisten können.

Im Heimmarkt Schweiz hingegen ist der Markt gesättigt. Hierzulande kann Emmi unter Umständen mit neuen Produkten noch Marktanteile gewinnen. Doch dies ist nicht vergleichbar mit dem Wachstumspotential in Schwellenländern.

Emmi spürt Krise in Gastronomie und Kantinen

Von der Pandemie wurde das «Americas»-Geschäft allerdings deutlich stärker getroffen als der Heimmarkt. Denn die Tochtergesellschaften von Emmi verkaufen viele Produkte an Restaurants, Kantinen, Hotels oder Airlines. Dieses Geschäft brach in der Krise teilweise komplett ein.

Und dennoch kam auch das «Americas»-Geschäft im Corona-Jahr 2020 mit einem blauen Auge davon. Der Umsatz nahm gegenüber dem Vorjahr trotz allem leicht zu um 1.6 Prozent, ohne Zukäufe gerechnet. Mit Zukäufen gab es ein Umsatzplus von 15 Prozent.

Das «Americas»-Geschäft erweist sich also als krisenresistent. Es erstaunt deshalb nicht, dass Urs Riedener, der Konzernchef von Emmi, auch im nächsten Jahr in der Division «Americas» mit einem Umsatz-Wachstum von 4 bis 6 Prozent rechnet, während in der Schweiz der Umsatz laut seiner Prognose um 1 bis 2 Prozent sinken soll.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

SRF 4 News, 2.3.21, 9 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Diese Grossmilchkonzerne sind dafür verantwortlich dass Millionen Kühe unnötig leiden müssen.
    Wer diese Produkte dort kauft aber genauso.
    1. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      Genau, das habe ich mir auch gedacht beim Lesen. Erst wenn eine Kuh ein Kalb geboren hat, erzeugt sie Milch. Damit der Milchfluss nicht versiegt, muss die Kuh nach einem Jahr wieder kalben. Deshalb werden die Tiere bereits zwei, drei Monate nach der Geburt wieder besamt und sind dann neun Monate schwanger. Sie werden des Profit Willens zu Gebärmaschinen gemacht bis sie ausgelaugt sind. Keine Respekt vor dem Tier. Wie die Kühe ihr Leben fristen - wissen wenige. Weide - oder im Stall angebunden.
    2. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      Das mit dem jährlich trächtig werden , ist das Los jeder Kuh, ob in der Milchwirtschaft oder nicht. In der Schweiz übernimmt heutzutage ein Besamer die Aufgabe, welche früher der Muni auf dem Hof (oder vom Nachbarn) wahrgenommen hatte. Für die Kuh ist das vielleicht sogar verträglicher. Zu meiner Jugendzeit konnte eine Bauernfamilie mit etwa 20 Kühen auskommen, heute benötigen sie ein mehrfaches, damit der Hof überleben kann. Früher ging 's mit der Milch zur Dorfkäsi, heute an die Milchkonzerne.