Zum Inhalt springen

Header

Audio
Manor schliesst Läden und baut Arbeitsplätze ab
Aus Info 3 vom 10.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Inhalt

Stellenabbau im Detailhandel Manor schliesst mehrere Läden – Dutzende Mitarbeiter betroffen

  • Der in Schwierigkeiten steckende Warenhauskette Manor setzt zu einer Restrukturierung an.
  • Mehrere Läden werden geschlossen, gibt Manor in einem Communiqué bekannt.
  • Dutzende Mitarbeiter sind von der Massnahme betroffen.

Das Warenhaus in Bachenbülach werde bereits per Ende April 2020 geschlossen. Davon seien 27 Mitarbeitende betroffen. Man sei bemüht, innerhalb des Unternehmens oder auf dem regionalen Arbeitsmarkt eine Weiterbeschäftigung für die Betroffenen zu finden, schreibt Manor.

Ein Sozialplan werde erarbeitet. Zudem sollen zwei der insgesamt 31 Supermärkte nicht weiterbetrieben werden. Betroffen sind die Standorte Liestal und Delsberg. Für die Läden werde eine Nachfolgelösung gesucht.

IT- und Online-Spezialisten gesucht

Doch Manor gibt sich kämpferisch. Die Zukunft liege im Onlinehandel und da wolle man in Zukunft mithalten, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Wandel im Detailhandel schreite zügig voran, wird Manor-CEO Jérôme Gilg zitiert. Digitalisierung bedeute Chance und Herausforderung gleichermassen:

Um bei der Verlagerung des stationären zum Onlinegeschäft Schritt zu halten, müssen wir unsere laufende Transformation weiter vorantreiben und konsequent in die Digitalisierung investieren.
Autor: Jérôme GilgCEO von Manor

Die Strategie, einzelne Warenhäuser in einem Verbund zusammenzuschliessen, wird laut Communiqué nun flächendeckend umgesetzt. 60 Manor-Warenhäuser werden in 28 Verkaufseinheiten gebündelt. 30 neue Stellen im Digitalbereich soll es geben.

Umgekehrt werden traditionelle Jobs umgekrempelt. Bisherige Warenhausdirektorinnen und -direktoren sollen neue Verträge zu weniger Lohn erhalten. Das haben einige von ihnen nicht akzeptiert. Ein Dutzend der bisherigen Direktoren verlässt deshalb das Unternehmen.

Unia kritisiert schlechtes Timing

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen
Aktion der Unia vor Manor in Genf, 2017
Legende:Keystone

Die Gewerkschaft Unia ist empört, wie Anne Rubin, zuständig für den Detailhandel, sagt. Das Vorgehen sei unfair. Manor habe den Wandel verschlafen. «Und es sind jetzt die Mitarbeiter, die die Rechnung bezahlen.» Der Um- und Abbau komme auch zu einem ungünstigen Zeitpunkt, kritisiert die Gewerkschafterin weiter. Denn mit der bereits vor Wochen angekündigten Schliessung der Manorfiliale an der Bahnhofstrasse in Zürich seien bereits viele Detailhandelsangestellte auf Stellensuche. (thel)

Das Nachrichtenportal «Nau.ch» meldete bereits vor der offiziellen Mitteilung von Manor, dass per sofort zahlreiche Kadermitarbeiter freigestellt worden seien. Mit weiteren 40 Mitarbeitenden mit Kaderverträgen seien die Diskussionen um neue Konditionen noch im Gang.

Schliessung des Standorts Bahnhofstrasse

Ende vergangenen September hatte Manor bereits die Schliessung des traditionellen Standorts an der Zürcher Bahnhofstrasse angekündigt. Am Freitag, 31. Januar, öffnet das Warenhaus an bester Zürcher Lage zum letzten Mal seine Türen. Damit wurde ein Schlussstrich unter jahrelange Rechtshändel mit der Vermieterin Swiss Life gezogen. Von dieser Schliessung betroffen sind 290 Manor-Mitarbeitende sowie rund 190 Angestellte eingemieteter Firmen.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Es war kein gutes Jahr für den Schweizer Detailhandel. Laut neusten Zahlen schrumpfte er 2019 um fast 3000 Geschäfte. In den letzten zehn Jahren sind damit mehr als 31'000 Läden verschwunden. Traurig ab wahr. Nicht jeder will Online einkaufen. Wie weiter? Mit neuen Ideen? Ich kauf gerne im Laden ein, wo ich den Artikel anschauen kann. Päckli an Online zurück schicken wenn Ware nicht gefällt kann auch ins Geld gehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Der Bund sollte die Lehre zum Detailhandelsangestellten ab sofort einstellen. Der Beruf hat keine Zukunft, die künftig nötige wenige VerkäuferInnen kriegen wir vom Billigausland. So sieht's aus. Fröhliches Daumendrück. Danach bitte über meine meine Worte auch nachdenken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Vonlanthen  (peterv)
      Vielleicht liegen gerade hier die Chancen des Detailhandels: Denn in gewissen Branchen duerften doch genau Faktoren wie Fachkompetenz und Service, an Bedeutung gewinnen. Weniger Personal, aber spezialisierter und zu besseren Bedingungen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Baumann  (Andreas Baumann)
    solange unter dem vorwand ,,, ach die löhne sind viel höher in der schweiz , wo einfach so nicht zutreffend sind , dann auf grund desen horende preise zu haben , ja solange werde ich und auch viele andere ins ausland gehen , meine meinung ist .. von allen im verkauf otto normal angestellten die ich kenne . ist KEIn Einziger deren Löhne netto über 3600 .- aber das ausland zeigt das ein umdenken statt finden muss : Die Menge machts !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Urs Fries  (Stickel)
      Völliger Unsinn. Gerade produzierende Gewerbe haben GAV's mit Mindestlöhnen über 4500 CHF. Ich empfehle Herrn Baumann, sich doch einmal in Deutschland (oder Italien) um einen Job zu bewerben. Harz4 (verbreitet im Detailhandel) lässt grüssen!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen