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Stromtarife für 2025 Dynamische Stromtarife kommen – das müssen Sie wissen

Dynamische Stromtarife lassen hoffen. Doch nur wer seinen Verbrauch auch optimieren kann, dürfte letztlich sparen.

Rund 600 Energieversorger gibt es in der Schweiz. In diesen Tagen geben sie alle die Stromtarife für das nächste Jahr bekannt. Schon jetzt zeigt sich, das Strom tendenziell etwas weniger kosten dürfte. Neu ist zudem: Erste Energieversorger führen nun dynamische Strompreise ein. So wie heute die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bekanntgaben. Ob und wann die Stromrechnung kleiner wird, schätzt Wirtschaftsredaktor Matthias Heim ein.

Matthias Heim

Wirtschaftsredaktor

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Matthias Heim hat Wirtschaftsgeschichte studiert. Seit 2007 arbeitet er für Radio SRF, seit 2016 ist er Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Aviatik, Tourismus, Verkehr, Detailhandel und Energie.

Wie funktionieren dynamische Strompreise?

Die Stromtarife werden künftig viel stärker als bisher abhängig sein von der Stromproduktion und vom Stromverbrauch. Neu variieren die Preise im Verlauf des Tages wie auch je nach Saison. Wenn es viel Strom hat, etwa an einem sonnigen Sommermittag, fällt die Rechnung tiefer aus. Bei eher knappem Stromangebot und hohem Verbrauch im Winter wird der Strom teurer. Im bisherigen Tarifmodell wurde allenfalls zwischen Tag- und Nachtstrom unterschieden, wobei viele Energieversorger in den letzten Jahren ohnehin zu einem Einheitstarif übergangen sind.

Welche Kundschaft kann profitieren?

Das Modell der dynamischen Stromtarife ist vor allem für jene Haushalte interessant, die ihren Stromverbrauch gezielt steuern können. Dafür müssen sie allerdings auch technisch ausgerüstet sein. Grundvoraussetzung ist ein digitaler Stromzähler, ein «Smart Meter». Es dürfen in der Regel jene Leute mit eigener Wohnung oder eigenem Haus profitieren. Sie können etwa ihr Elektroauto gezielt laden, den Boiler gezielt aufheizen oder die Waschmaschine bei Niedrigtarif laufen lassen. Für Mieterinnen und Mieter und damit für die grosse Mehrheit kommt das dynamische Tarifmodell eher nicht in Frage, weil sie den Stromverbrauch selten steuern können. Inwiefern die Strompreise günstiger werden, hängt letztlich davon ab, wie stark jemand seinen Verbrauch optimieren kann. Erst nach einem Jahr wird die Abrechnung zeigen, wie sich die Stromkosten entwickelt haben.

Setzt die ganze Branche auf das neue Modell?

Mit den EKZ führt nun einer der grossen Energieversorger ein solches Modell ein. Andere haben das ebenfalls angekündigt; beispielsweise die CKW in der Zentralschweiz oder auch kleinere Energieversorger. Andere Länder wie etwa Spanien kennen solche Tarifmodelle schon länger. Ziel aller ist es, den Verbrauch und die Stromproduktion einander anzugleichen – und eben über die Preise zu steuern. Gerade im Sommer, wenn viel Strom auf dem Markt ist, kommen Stromnetze an ihre Grenzen. Die Versorger sind entsprechend froh, wenn etwa mit dem Laden von Elektroautos das Netz entlastet werden kann.

Warum kommt die Branche gerade jetzt?

Das hat vor allem mit dem neuen Stromgesetz zu tun. Erste Teile von diesem umfangreichen Gesetzespaket sind seit anfangs 2025 in Kraft, andere Bestimmungen werden erst ab 2026 anwendbar sein. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, dass die Energieversorger neu dynamische Stromtarife einführen können. Solche Modelle sind aber nicht Pflicht, sondern können zusammen mit bestehenden Tarifmodellen angeboten werden. Das erklärt auch, weshalb nicht alle Energieversorger in der Schweiz dynamische Preise anbieten. Das ist zudem davon abhängig, wie die Unternehmen aufgestellt sind, um solche Strommodelle technisch und administrativ umzusetzen und abzuwickeln. Hinzu kommt, dass noch längst nicht alle Haushalte mit einem «Smart Meter» ausgerüstet sind.

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Rendez-vous, 29.08.2025, 12:30 Uhr ; 

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