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Legende: Audio Flexibilität am Arbeitsplatz: Wenn Veränderungen krank machen abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 28.08.2019.
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Studie zum Arbeitsmarkt Wird Angestellten zu viel Flexibilität abverlangt?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Arbeitswelt verändert sich ständig. Nicht alle Angestellten kommen gleich gut klar damit. Flexibel und agil sein, das überfordert viele.
  • Nun zeigt eine Umfrage unter Personalverantwortlichen von Schweizer Unternehmen, wie gross das Problem wirklich ist: Zwei Drittel von ihnen rechnen mit gesundheitlichen Folgen für die Mitarbeitenden.
  • Arbeitgeber müssten Betroffene besser unterstützen – etwa mit fachlichen und persönlichen Weiterentwicklungsangeboten.

Ein Ergebnis der Umfrage hat Unternehmensberater und Personalfachmann Pascal Scheiwiller überrascht: «Wir erschraken, als wir sahen, dass 64 Prozent aller befragten Personalleiter der Ansicht sind, dass sich diese zunehmende Agilität negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirkt. Das ist eine wuchtige Botschaft.» Mit andern Worten: In zwei von drei aller befragten Unternehmen leiden Angestellte wegen der raschen Veränderungen am Arbeitsplatz unter Stress und Überforderung – bis hin zum Burnout.

Investition in Weiterentwicklung

Scheiwiller, Chef des Personalberatungsunternehmens von Rundstedt, das die Umfrage zusammen mit dem Fachblatt HR Today durchgeführt hat, bestätigt: «Wenn sie keine stabilen Strukturen mehr haben, sich immer wieder auf etwas Neues einstellen müssen, sich verändern müssen, keine stabilen Stellenprofile mehr haben, alles im Fluss ist, löst das sehr viel Druck aus.»

Wenn ich ‹hire and fire›-mässig immer wieder Leute entlasse und neue suche, komme ich irgendwann nicht mehr nach.
Autor: Pascal ScheiwillerChef des Personalberatungsunternehmens von Rundstedt

Er folgert daraus, dass die Arbeitgeber mehr tun müssten, um ihre Angestellten in diesem Wandel zu unterstützen: «Die Unternehmen sollten versuchen, diese Leute an Bord zu halten, herausfinden, wie man sie weiterentwickeln kann, auch in die Weiterentwicklung investieren und versuchen, im Unternehmen weiterzubringen.» Etwa indem man die betriebsinterne Mobilität fördere, oder indem man Angestellte nicht nur fachlich weiterbilde, sondern auch ihre persönliche Entwicklung unterstütze.

Keine Konzepte für Ü50-Mitarbeiter

Als Beispiel nennt er die über 50-jährigen Angestellten: Zwar zeigt die Umfrage, dass die meisten Personalverantwortlichen auf die Erfahrung und das Wissen der älteren Angestellten zählen und sie weiterentwickeln wollen.

Oftmals fehlten aber konkrete Weiterbildungskonzepte, die auf die Bedürfnisse dieser Gruppe zugeschnitten seien. Hier seien die Arbeitgeber und auch die Beratungsunternehmen gefordert, betont Scheiwiller.

Denn: «Wenn ich ‹hire and fire›-mässig immer wieder Leute entlasse und neue suche, komme ich irgendwann nicht mehr nach.» Es sei darüber hinaus auch sehr teuer, stets neue Leute zu suchen und zu finden, so Scheiwiller. Und auch der Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung zwinge die Unternehmen, mehr in die Entwicklung ihrer Angestellten zu investieren.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Es gab eine Zeit, da verkaufte man als Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten als Win-Win-Situation. Zu jener Zeit, d.h. Vor rund 15-20 Jahren war das sogar noch der Fall. Heute gewinnt immer nur der Arbeitgeber!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Flexible Arbeitszeitmodelle sind der Lockvogel. Der AN soll doch denken, es wird auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen. Fakt ist, dass der AG diese Freiheiten anderswo knallhart einholt. Wie ist es mit der Reallohnerhöhung in den letzten Jahren? Wie ist es mit dem plötzlichen sms vom Chef am Freitag abends um 23(!) Uhr, der absolute Ernstfall sei eingetroffen, er braucht Hilfe? Wer hilft ihm denn sofort? Richtig: der Dauersingle. Der ist nämlich am Freitag abends nicht so beschäftigt...
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  • Kommentar von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
    Tja und das Problem wird sein, dass Neueinstellungen irgendwann mal nicht mehr möglich ist, denn der Stellenmarkt kommt mit der Befruchtung nicht nach. Also verlangt man im Moment noch, besser Ausgebildete, mehr Investitionen in der Ausbildung/Lehre/Studium. Natürlich vom Staat bezahlt. Gut, der Staat produziert zuwenig eigene? Na dann, biegen wir alles so hin, dass wir die aus dem Ausland holen. Unser System ist so aufgebaut, dass alle sich am Topf gütlich tun, aber keiner möchte investieren.
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