Zum Inhalt springen

Header

Video
Intel ist unter Druck
Aus Börse vom 22.01.2021.
abspielen
Inhalt

Technologie Chip-Industrie im Umbruch

Mikroprozessoren stecken heute in vielem. Doch wer sie entwickelt und produziert, ändert sich gerade.

Sie stecken in Computern, Smartphones, Autos und in vielem mehr. Die Rede ist von Mikrochips. Lange war Intel der Platzhirsch der Mikroprozessoren-Branche. Der US-Tech-Konzern war Marktführer, entwickelt und produzierte Chips. Kunden waren die ganz Grossen, von Apple bis Hewlett-Packard.

Was ist ein Mikrochip?

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Diese kleinen Prozessoren stecken zum Beispiel in Computern, Smartphones und auch in neueren Autos. Als erster serienproduzierter Mikroprozessor gilt der «Intel 4004». Er kam 1971 auf den Markt. Seither sind Mikrochips um ein Vielfaches leistungsfähiger geworden.

Die Quartalszahlen, die der Konzern am Donnerstag veröffentlichte, waren zwar besser als erwartet. Für die Zukunft sehen viele Analysten aber trotzdem düster. Denn die Mikrochip-Branche befindet sich im Wandel. Die Konkurrenz macht von allen Seiten Druck und zwingt auch Intel, sich zu hinterfragen.

Design wird internalisiert, Produktion ausgelagert

Mikrochips herzustellen ist komplex. Die Herstellung umfasst die Design- und die Produktionsseite. Nur wenige Unternehmen machen heute beides. IBM, lange einer der Hauptkonkurrenten von Intel, zog sich 2015 aus der Produktion von Chips zurück. Denn diese ist besonders kostspielig. Eine Fabrik kann laut Branchenkennern heute 20 Milliarden Dollar kosten.

Kein Wunder gibt es inzwischen nur noch wenige Firmen, die Chips selbst produzieren. Zu den grössten Produzenten gehören neben Intel inzwischen nur noch die taiwanesische Firma TSMC und der südkoreanische Tech-Konzern Samsung. TSMC stellt dabei nicht die eigenen Designs her, sondern fungiert als Auftragsfertiger.

Viele Unternehmen setzen nämlich darauf, die eigenen Chips lediglich zu designen. Sie sind «fabless», also fabriklos unterwegs. Sie lagern die Produktion aus, zum Beispiel an TSMC. Das Design der Chips verbleibt als lukrativer Geschäftszweig in der Firma. Auch Apple setzte lange auf Intel-Prozessoren, brachte aber im Dezember mit dem M1 einen eigenen Chip auf den Markt. Von Apple entwickelt, von TSMC produziert.

Wall Street ist skeptisch

Der Druck auf Intel ist zuletzt gewachsen, die teure Herstellung auszulagern und sich wie andere aufs Chipdesign zu konzentrieren. Intel hält bisher dagegen – auch gestern bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen. «Möglicherweise ist das besser für die amerikanische Volkswirtschaft», sagt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte in New York. Schliesslich gilt die Computerchip-Industrie als strategisch entscheidend.

An der Wall Street kommt die Entscheidung von Intel, weiterhin auf Design und Produktion zu setzen, hingegen schlecht an. Die Aktie brach nach der Ankündigung ein. Trotzdem: «Strategisch gesehen, gerade um sich gegenüber China zu behaupten, fährt intel möglicherweise richtig», so Korte.

SRF Börse, 22.01.2021, 19:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Weber  (CWeb)
    In diesem Bericht hätte man durchaus auch den (Wieder-)Aufstieg von AMD erwähnen können. Mit der 5000er-Serie hat AMD nun in allen Bereichen (von Notebooks bis Server) die Nase vorn. Dies hauptsächlich, weil sich Intel auf der Vormachtstellung ausgeruht hat. Während AMD, Qualcomm etc. auf 5-7nm-Technologie produzieren, hängt Intel auf 10-14nm fest. Das bedeutet höherer Stromverbrauch und geringere Leistung, und eine Aufholjagt ist bisher nicht in Sicht.
  • Kommentar von Quyen Paul Tran  (Quyen Tran)
    Das kritische bei der Fabrik ist wahrscheinlich das selbe wie bei der Produkttechnologie selbst, zum einen ändert sich die Technologie stetig und benötigt somit andauernd weitere Investitionen und zum anderen kann man nicht alle Technologien mit einer Fabrik unterstützen und muss sich somit sehr früh für einen bestimmten Weg entscheiden. Hier könnten internationale Standards helfen um Leerläufe zu reduzieren und die Nachhaltigkeit der Industrie zu verbessern.
  • Kommentar von Bipp Kevin  (Yeshua Bless)
    Kann mir jemand sagen was jetzt genau so kostspielig ist in der Herstellung von diesen kleinen Chiplis? Ich hege Zweifel.
    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Lesen bildet!!

      Der genannte Betrag ist zwar etwas hochgestochen, aber immer noch im Plausibilitätsbereich.