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Wirtschaft Tesla weitet Verlust aus

Der Elektroautohersteller Tesla ist im 2. Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust stieg verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 293 Millionen Dollar, wie der Konzern mitteilte. Firmenchef Musk könne dennoch zuversichtlich sein, sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Bonanomi.

Legende: Video Millionenverlust bei Tesla abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.08.2016.

Tesla hat den Umsatz im Frühjahr deutlich gesteigert, aber auch seinen Verlust ausgeweitet. Die Erlöse im 2. Quartal stiegen im Vorjahresvergleich um einen Drittel auf 1,27 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Fehlbetrag weitete sich im gleichen Zeitraum um rund 60 Prozent auf 293 Millionen Dollar aus. Es ist der 13. Quartalsverlust in Folge. Begründet wird mit den hohen Kosten für den Ausbau der Produktion. Tesla gibt sich zuversichtlich, die angestrebten 50'000 Fahrzeuge der neuen Modelle S und X im zweiten Halbjahr ausliefern zu können. Analysten hatten bessere Zahlen erwartet. Anleger reagierten wegen deutlicher Produktionssteigerungen dennoch leicht positiv.

Die Strategie von Tesla lautet Wachstum um jeden Preis. Das kostet, die Einnahmen fliessen später.
Autor: Klaus BonanomiSRF-Wirtschaftsredaktor

Riesige Investitionen, wenig Einnahmen

In seiner dreizehnjährigen Geschichte hat Tesla erst einmal in einem Quartal schwarze Zahlen geschrieben, wie SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Bonanomi sagt. Die Strategie der Firma sei Wachstum um jeden Preis. Tesla habe immer viel in Forschung und Entwicklung, in neue Technologien, Produktionsanlagen und Distributionskanäle sowie in eigene Händlernetze investiert. «Das alles kostet, die Einnahmen fliessen erst später», so Bonanomi.

Firmengründer Musk habe dennoch guten Grund, zuversichtlich zu sein, sagt der Wirtschaftsredaktor. Das lasse sich am Beispiel des neuen Models 3 zeigen: Im Frühling angekündigt, gingen innert einer Woche mehr als 300'000 Bestellungen ein. Unterdessen sind schon fast 400'000 dieser neuen Limousinen reserviert. Bei einem Stückpreis von 35'000 US-Dollar ergibt das dereinst 14 Milliarden Einnahmen. Mit der Produktion will Tesla im nächsten Sommer beginnen. «Bis da hat die Firma mit dem neuen Modell erst einmal viele Kosten», so Bonanomi.

Die jährliche Produktion soll bis 2018 auf 500'000 Fahrzeuge hochgefahren werden. Die Ausgaben dafür verschlingen allerdings zunächst viel Geld und stellen ein grosses Wagnis dar, denn Tesla hat keine Erfahrung mit Massenfertigung.

Lange Wertschöpfungskette

Tesla hatte Anfang Woche mitgeteilt, die US-Solarfirma SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar in Aktien kaufen zu wollen. Damit würde Tesla zum Rundum-Anbieter im Bereich Solar- und Elektrotechnik aufsteigen und künftig neben Autos auch Solardächer und Batteriespeicher aus einer Hand anbieten. «Es kann industriell durchaus Sinn machen, eine möglichst lange Wertschöpfungskette aufzubauen und dem Kunden alles aus einer Hand anzubieten», sagt Bonanomi.

Erst vor kurzem kündigte Tesla den Aufbau einer neuen Batteriefabrik in der Wüste von Nevada an. Dahinter stecke die Idee, möglichst alles im eigenen Konzern zu haben, um nicht von Zulieferern abhängig zu sein, so Bonanomi. «Wenn dann die Einnahmen einmal fliessen, dann hat man sie selber und muss sie nicht an die Zulieferer weitergeben.»

Ein Fragezeichen sei hingegen die sogennate Compliance: Die Gefahr der «Vetternwirtschaft», wenn alle Unternehmen miteinander verflochten sind. «Da ist die gegenseitige Abhängigkeit gross, und es fehlt möglicherweise die unabhängige Kontrolle, ob man tatsächlich auf dem richtigen Weg ist» sagt Bonanomi.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Das der Staat Kalifornien (Energiewende-Vorbild...) Bankrott ist haben sie mitgekriegt? Pensionskasse weg. Usw. Mit der ganzen E-Welle hat die Politik jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Das E-Mobil gibt es schon genauso lang, wie den Otto-Motor. Es hat seinen Physikalischen Grund, warum sich Technologien durchsetzen. Ein Auto braucht immer gleich viel Energie (Kraft mal Weg). Unabhängig vom Antriebskonzept. Ob sie nun 50 Mio. Kleinmotoren oder 2 kraftwerke bauen, macht keinen Unterschied.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Stimmt nicht Hr. Heck. Sie haben den Wirkungsgrad vergessen. Kraft x Weg ist nur der Energiebedarf für die Bewegung des Fahrzeuges. Um den Energieverbrauch anzugeben müssen Sie aber zusätzlich den Gesamtwirkungsgrad angeben.
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Compliance (übereinstimmung mit Gesetzen), was hat das mit Vetternwirtschaft zu tun?? Begreifen Sie noch immer nicht, dass die tausende Seiten von Vorschriften den ganzen Technologiesektor lahmlegen?? Es gibt einen Grund für den Brexit, Trump und co. Ingenieur sein heutzutage ist die dümmste Idee die es gibt...
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  • Kommentar von Jerom Gerster (jgerster)
    Ein Elektroauto bringt aus ökologischer Sicht keinen einzigen Vorteil solange die Bestandteile zuerst einmal rund um die Welt verfrachtet werden müssen, um in den USA zusammengesetzt zu werden. Ausserdem werden die Besitzer wegen den Akkus früher oder später auf die Welt kommen, die Leistung nimmt mit jeder Schnellladung ab. Kann nicht der richtige Weg sein, alles an die Steckdose zu hängen. WASSERSTOFFZELLE heisst die langfristige Zukunft, sobald mehr Hersteller darin investieren werden.
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    1. Antwort von Ruedi Schwarzenbach (oktagon)
      a) es heisst Brennstoffzelle ;-) und b) auf Brennstoffzelle umzustellen dürfte nicht allzu schwierig sein, man muss ja nur Batterie mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle ersetzen.
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    2. Antwort von Aurel Specker (Auspec)
      Ich muss Ihnen leider widersprechen, im moment ist Wasserstoff sogar noch schlechter als Elektro. Dies weil die Speicherung eine sehr schwere Maschinerie braucht was die Effizienz zuletzt wieder vernichtet... Was genau die Zukunft bringt ist ungewiss, reine carbonbasierte Batterien, leichte Wasserstoffspeichermatrizen oder aber effiziente Fermentation zu herkömmlichen Treibstoffen. 3 Möglichkeiten welche ich heute sehe, was immer am schnellsten ist wird gewinnen. Ich selbst tippe auf Letztere.
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    3. Antwort von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
      Zuerst muss man Strom überhaupt mal erzeugen. Egal ob für Akku oder für Hydrolyse. Wasserkraft ausgebaut und Solar/Wind zu ineffizient. Kohle bringt nichts. Einzig AKW's können genug Strom liefern. Egal wie die 'Elektro-Mobilität' aussieht, ohne AKW ist es unrealistisch... Es gibt in der Technik selten die 'Richtige' Lösung. Alles hat vor und Nachteile. Es gibt nur sinnvolle und unsinnige Lösungen, und das muss man für den Einzelfall rechnen! Sprich, Laien und Politiker sollten scgweigen.
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