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Die Probleme bei der Swisscom sind noch nicht gelöst
Aus Echo der Zeit vom 05.08.2021.
abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
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Umkämpfter Telekommarkt Trotz solider Zahlen: Die Swisscom ist unter Druck

Die Swisscom hat in den letzten Jahren nicht geglänzt. Nun, im ersten Halbjahr 2021, steigert sie den Umsatz um zweieinhalb Prozent, den Reingewinn gar um 40 Prozent. Damit hat sie die Erwartungen von Analysten sogar übertroffen.

Wenn man genau hinschaut, dann war das Ergebnis aber nicht überragend, sondern einfach solide. Denn vor einem Jahr gab es wegen Corona einen Umsatzrückgang. Wenn man weiter zurückschaut und mit dem ersten Halbjahr 2019 vergleicht, dann hat die Swisscom nun sogar weniger Umsatz erzielt. Und der Gewinn war dieses Jahr nur wegen Sondereffekten deutlich höher als im Vorjahr.

Die Swisscom spart weiter

Grosse Wachstumssprünge macht die Swisscom  schon lange nicht mehr. Statt mit satten Gewinnen machte sie in der Vergangenheit eher mit Netzausfällen und Sparprogrammen von sich reden. Alleine in den letzten fünf Jahren hat die Swisscom fast 2500 Stellen abgebaut. Derzeit gibt es bei der Swisscom noch knapp 19'000 Vollzeitstellen.

Das Sparprogramm läuft weiter. Auch dieses Jahr sollen 100 Millionen Franken eingespart werden. Denn das Kerngeschäft läuft schon länger harzig. Das Problem: Die Märkte für Fernsehen und Festnetz-Breitbandanschlüsse sind gesättigt.  Es gibt kaum noch Wachstumsmöglichkeiten. Die Zahl der Festnetzkunden nimmt von Jahr zu Jahr ab.

Doch Konzernchef Urs Schaeppi ist sich nichts anderes gewohnt. Vor acht Jahren ist er als Chef angetreten. In all diesen Jahren stagnierten Umsatz und Gewinn. Und von der Konkurrenz weht der Swisscom ein immer stärkerer Gegenwind zu. Der Preiskampf unter den Anbietern hat erst recht zugenommen, seit Sunrise und UPC keine Konkurrenten mehr sind, sondern gemeinsam um Kunden und Kundinnen buhlen.

Der Konzernchef kommt unter Druck

Derzeit macht Swisscom-Chef Urs Schaeppi allerdings nicht nur die Konkurrenz zu schaffen, sondern vor allem auch die vermehrten Netzausfälle. Unterbrüche gab es immer mal wieder. Doch seit im Juli in einer stürmischen Nacht erneut die Notfallnummern nicht erreichbar waren, ist der Konzernchef unter Druck. Erste Politiker forderten bereits seinen Rücktritt. Urs Schaeppi will davon nichts wissen. Ihm gefalle seine Arbeit, sagte er heute.

Die Häufung der Ausfälle erklärt der Swisscom-Chef mit der immer komplexer werdenden Technik, die zu vielen Veränderungen im Netz führe. Der Konzernchef verspricht Besserung. Doch das tat er schon bei den Ausfällen im letzten Jahr. Und selbst wenn die Ausfälle künftig reduziert werden können, die Probleme im Kerngeschäft bleiben Urs Schaeppi und der Swisscom erhalten.

Denise Joder-Schmutz

Denise Joder-Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Joder-Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

Echo der Zeit, 05.08.2021, 18.00 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Meier  (Think!)
    Ob Swisscom, SBB, die Post, etc. Für alle staats(nahen) Betriebe sieht die Situation gleich aus: Kader zu privatwirtschaftlichen Konditionen bezahlt, aber ohne privatwirtschaftliche Verantwortung. Ist eigentlich das Gleiche wie bei unseren Staatsbediensteten. Es wäre Zeit, McKinsey & Co. da mal ausmisten zu lassen. Zum Fall "Schäppi": Lausige Aktienperformance, lausiges Dienstleistungsmanagement, aber man vergisse nicht, er ist nur der CEO = Delegierter des VR. Somit gehört der VR belangt.
  • Kommentar von Denise Hänggi  (DHaenggi)
    Notruf-Nummern nicht störungsfrei gewähren zu leisten, ist beschämend und sollte für Swisscom Entschädigung/Strafe/Konsequenzen und Sanktionen für einzelnen davon Betroffenen/Benachteiligten haben.
  • Kommentar von Robin Hall  (Blumenkartian)
    Solche hohen Preise sind nicht gerechtfertigt wenn Störungen in einem Ausmass wie in der letzten Zeit auftreten.