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Corona-Krise: Fachgeschäfte ziehen den Kürzeren und protestieren
Aus Tagesschau vom 17.04.2020.
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Velos, Kleider und Spielsachen Migros und Coop dürfen verkaufen – Dorflädeli nicht?

Die Vorwürfe sind happig: Der Fahrplan des Bundesrats zur Lockerung der Corona-Massnahmen beim Detailhandel würde den Wettbewerb verzerren. Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) schreibt von einer «inakzeptablen Diskriminierung des KMU-Detailhandels durch den Bundesrat».

So will der Bundesrat den Detailhandel wieder öffnen

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Kundinnen in einem Warenhaus
Legende:Keystone
  • Ab dem 27. April dürfen neben Lebensmittelläden auch Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien wieder öffnen.
  • Die Sortimentsbeschränkungen in Lebensmittelläden werden ab dem 27. April aufgehoben. Wenn Güter des täglichen Bedarfs und weitere Güter in der Nähe der Lebensmittelläden sind, dürfen sie verkauft werden.
  • Kleinere Läden müssen sich voraussichtlich bis Mitte Mai gedulden.

Denn während die Grossverteiler wie Migros, Coop oder Landi ab dem 27. April neben den Lebensmitteln auch wieder einen Grossteil ihres weiteren Sortiments verkaufen dürfen, bleiben kleinere Läden weiter geschlossen. «Der Entscheid des Bundesrates ist ein Schlag ins Gesicht des KMU-Detailhandels», schreibt der Gewerbeverband dazu.

Das ist nicht fair. Man sollte alle gleich behandeln.
Autor: Roland HoffmannGeschäftsführer von «Roli's Bike Station»

Direkt davon betroffen ist zum Beispiel Danielle Windlin. Sie führt einen Kleiderladen mit fünf Angestellten in Sarnen: «Ich bin enttäuscht über den Entscheid und kann ihn nicht nachvollziehen. Gerade in den kleinen Geschäften könnte man die Abstandsregeln gut einhalten.» Sie könne alle Empfehlungen des BAG umsetzen und habe sich auf eine Wiedereröffnung Ende April vorbereitet.

Egal in welcher Branche man sich erkundigt – die Enttäuschung bei den Besitzern von kleineren Läden ist überall gross. Daniel Schlöth, Geschäftsführer eines Haushaltswarengeschäfts in Zürich, hat wegen der Schliessung grosse Umsatzverluste. «Wenn die Grossverteiler neben den Hörnli auch noch Pfannen und Kaffeemaschinen verkaufen, dann haben wir nachher noch weniger Umsatz als jetzt», sagt er.

Nicht die Grossverteiler fürchtet Roland Hoffmann, Geschäftsführer von «Roli's Bike Station», sondern die Wiedereröffnung der Baumärkte. Denn dort können Kunden ab Ende April unter anderem auch Velos kaufen, während er weiterhin keinen direkten Kundenkontakt haben und so Fahrräder verkaufen darf. «Das ist nicht fair. Man sollte alle gleich behandeln.»

Bund will Lockerung präzisieren

Der Bund relativierte heute seine gestrige Kommunikation. An einer Medienkonferenz am Freitagnachmittag äusserte sich Daniel Koch zur Kritik. «Wir wollen nicht, dass eine riesige Wettbewerbsverzerrung entsteht», sagt der Delegierte des BAG für Covid-19 und ergänzt: «Es ist nicht so, dass die grossen Läden jetzt alles verkaufen dürfen; sondern nur ganz wenige Produkte.»

Koch teilte mit, dass in detaillierten Erläuterungen festgehalten werden soll, welche Produkte des nicht-täglichen Bedarfs die Grossverteiler in ihren Läden, wo auch Lebensmittel verkauft werden, ab Ende April wieder anbieten dürfen.

Doch solange die Erläuterungen noch nicht vorliegen, besteht immer noch Erklärungsbedarf.

die nächsten Schritte

«Tagesschau», 17.04.2020, 19.30 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Dietrich Michael Weidmann  (Dietrich Michael Weidmann)
    Was der Bundesrat zurzeit abzieht, ist nicht weniger als ein Staatsstreich. Gerechtfertigt wird das mit der Drohung, die Seuche könnte weiter explodieren und unser Gesundheitswesen überlasten. Wir sind aber weit davon entfernt. Dass diese Massnahmen so übertrieben sind, beweist Schweden, wo die Fallzahlen ebenfalls stagnieren, was alle Kritikern ausserhalb Schwedens Lügen straft! Die Schweden haben offensichtlich recht. Ich fordere ein Ende des Stillstandes und zwar subito!!!
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Dietrich Michael Weidmann: Es gibt natürlich nicht nur Schweden. Wenn Sie vergleichen wollen, sind für die Schweiz vor allem die Nachbarländer relevant. Da sind wir als Schweiz etwa schön im goldenen Mittel. Weit entfernt von einem Staatsstreich.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Je grösser die Geschäfte um so unkontrollierbarer die Menschenströme. Also hier in SG jedenfalls erlebe ich genau das. Bäckereien, Volg, Kleindrogerien, mini Take aways sind nie mit mehr als drei Leuten gefüllt, die anderen warten alle ruhig vor dem Geschäft. Und dann schaue ich bei Migros, Coop, und am schlimmsten Aldi und Denner. Ein Gewusel, man wird angerempelt, Leute husten und niesen über die Regale und begrabschen alles. Für mich unverständlich wenn die grossen öffenen dürfen.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Wie recht sie haben. Den rality-test haben die grossen nicht bestanden, die kleinen aber schon.
      Oder ist es das Ziel die Leute nur gesteuert in zwei drei Center zu lassen anstatt verteilt in vielen kleineren Läden zu streuen? Den Einkaufstripp zu verkürzen?
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    2. Antwort von Michèle Marin  (Micamu)
      Ob gross oder klein, die Regeln sind die gleichen in jedem Laden (1Pers./4qm). Wer versagt, sind nicht die Grossverteiler, sondern die Kunden, die jegliche Disziplin am Eingang des Geschäftes hinter sich lassen. Sehe ich auch in kleinen Läden ( z.B. gestern 2 Armeeangehörige, in den Volg reingestürmt ohne Hände am Eingang zu desinfizieren, an Kunden vorbeidrängen ohne Abstand zu halten etc),nur dass durch die geringere Kundenzahl das Ganze etwas weniger ins Gewicht fällt als im Megastore.
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  • Kommentar von Markus Weilenmann  (markusweile)
    Eigenartig: Solange keine Regelungen vorliegen, besteht Erklärungsbedarf - Nein! Umgekehrt: Erst wenn die präzisen Ausführungsbestimmungen vorliegen, besteht Erklärungsbedarf! Denn dann kann man sehen, ob die jetzigen Befürchtungen und Ungerechtigkeiten überhaupt eintreffen. Im Vorfeld schon gross herum zu schimpfen - was soll das?? Es bringt der SRF-Seite vielleicht Klicks, schürt Verunsicherung und Empörung und das ist es genau, was wir jetzt brauchen!
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