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Laufveranstaltungen stemmen Coronakrise – in diesem Jahr
Aus Rendez-vous vom 05.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:18 Minuten.
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Volksläufe in Coronazeiten Tiefe Sorgenfalten und ein hellblaues Auge bei den Organisatoren

Die Absagen des GP von Bern und des Engadin Skimarathons waren finanziell verkraftbar. Erneute Absagen wären aber fatal.

Menduri Kasper, Geschäftsführer des Engadin Skimarathons – des grössten Schweizer Langlaufanlasses mit rund 14'000 Teilnehmenden – rechnet nur mit einem kleinen Verlust aufgrund der diesjährigen Absage.

«Wir kommen mit einem hellblauen Auge davon, mit einem Verlust im tieferen bis mittleren fünfstelligen Bereich.» 30'000 bis 40'000 Franken könne der Engadin Skimarathon verkraften – nicht zuletzt dank vorhandener Reserven, Sponsoren, die einen Teil des Sponsoring-Betrags trotzdem bezahlt haben und Teilnehmenden, die einen Teil des Startgeldes nicht zurückverlangten.

Engadiner Skimarathon im Jahr 2011
Legende: Der Engadin Skimarathon hätte alle Rekorde brechen sollen: Er war so früh ausgebucht wie noch nie. Dann wurde er wegen Covid-19 rund anderthalb Wochen vor dem Start abgesagt. Der Grossteil der Ausgaben war da schon getätigt. Keystone/Archiv

Ähnlich tönt es beim Grand Prix von Bern, der grössten Laufveranstaltung der Deutschschweiz mit rund 29'000 Teilnehmern. Sie kommt trotz hoher Kosten wohl sogar um einen Verlust herum. Matthias Aebischer, Präsident des Grand Prix und SP-Nationalrat, sagt: «Wir haben immer den Ehrgeiz, keine Bundesgelder zu beanspruchen. Das haben wir geschafft.» Dies dank kulanten Sponsoren und Rückstellungen. Aber auch dank den Läuferinnen und Läufern sei eine Schwarze Null auf Ende Jahr möglich geworden.

So glimpflich die Volksläufe auch wegkommen: Bei einer weiteren Absage wegen Covid-19 würden die Reserven nicht mehr reichen. Beim Grand Prix von Bern entsprechen diese nämlich gerade mal rund zehn Prozent des Anlass-Budgets von 2.5 Millionen Franken – oder rund 250'000 Franken.

«Wir haben überlegt, den GP im Herbst durchzuführen», sagt Aebischer. Eine neuerliche Absage hätte jedoch den Bankrott bedeutet. «Wir haben aber auch ein Problem, wenn der Grand Prix im nächsten Jahr wieder abgesagt werden müsste. Das wäre für uns sehr schwierig.» Ein weiteres Mal wären die Sponsoren und Teilnehmenden wohl nicht mehr so kulant, glaubt er.

GP von Bern
Legende: Die Absage des Grand Prix von Bern kam etwas weniger kurzfristig als beim Engadin Skimarathon, knapp zwei Monate vorher. Dennoch stand die Frage im Raum: Kann das die Laufveranstaltung finanziell verkraften? Keystone/Archiv

Etwas optimistischer ist Menduri Kasper vom Engadin Skimarathon. «Natürlich wären wir bei einer Total-Absage auch von der Unterstützung des Bundes mit diesem Sport-Stabilisierungspaket angewiesen.»

Abwarten im Engadin

Die Reserven von rund 600'000 Franken würden nämlich bei Weitem nicht reichen, um die Kosten einer erneuten Absage zu decken. Das Jahresbudget des Engadin Skimarathons liegt bei rund drei Millionen Franken. Aber Existenzängste hat Kasper noch keine.

Im Moment liegen die Anmeldungen für den Skimarathon im nächsten Winter 50 Prozent tiefer als letztes Jahr. Die Langläuferinnen und Langläufer warten also noch ab. Die Organisatoren aber müssen die Planungen vorantreiben, auch wenn unklar ist, ob der nächste Anlass überhaupt stattfinden wird.

Rendez-vous vom 05.08.2020, 12:30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Karin Kissling  (Karinkiss)
    Es gibt keinen Grund, eine Sportveranstaltung im Freien mit gesunden, fitten Teilnehmern abzusagen.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Alle dürfen Joggen. Soviel sie möchten.
      Warum man Risiken eingehen muss, nur damit Werber und Eventmanager auf ihre Einnahmen kommen indem sie ausgerechnet in Städten Dichtestress verursachen den Anwohner nicht wollen, kann ich nicht nachvollziehen.
      Den Hedonismus von Läufern die sich auch mal öffentlich präsentieren müssen nachdem sie sich so lange vorbereitet haben, kann ich hingegen nachvollziehen - gebe aber der Volksgesundheit und der Rücksichtnahme auf Risikogruppen den Vorrang.
  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Viele Veranstalter von Volks/Hobbysportanlässen haben die bereits bezahlten Startgelder nur zum Teil oder gar nicht zurückerstattet oder für einen Startplatz im nächsten Jahr gutgeschrieben. Zweiteres ist nach meinem Dafürhalten eine faire Lösung weil schon im Vorfeld von vielen Veranstaltungen Kosten anfallen. Gleichzeitig aber auch mit einem Risiko verbunden. Zum einen generiert dies bei einer Austragung 2021 keine Einnahmen. Und ob sich die Situation in 1 Jahr geändert hat wissen die Götter.
  • Kommentar von Martha Bosshard  (Rheintal)
    Wie heisst das Bibelwort: Tut ums Himmelswillen etwas Mutiges! Also machen wir einen Start und lassen all die Feste, Turniere und Läufe einfach mal zu. Bin sicher, dass sich ganz viele Leute darüber freuen würden und wer weiss, vielleicht würde gar nicht viel passieren.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Was genau ist jetzt bitte schön mutig daran, sich einfach gehen zu lassen?