VW wusste offenbar schon länger von der rechtswidrigen Software

Verantwortliche des Automobilkonzerns sollen schon vor Jahren von der rechtswidrigen Software in VW-Autos gewusst haben. In den USA wollen die Behörden nun verschärfte Abgastest einführen. Die ETH tüftelt derweil an einem Verfahren, dass realitätsferne Laborwerte umwandeln soll.

VW-Konzern in Wolfsburg Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: VW wollte den Bericht, wonach Konzernverantwortliche von der rechtswidrigen Software wussten, nicht kommentieren. Keystone

Die Nachricht von den manipulierten Abgaswerten schlug ein wie eine Bombe. Bei VW dürfte sie jedoch nicht alle überrascht haben. Verantwortliche des Automobilkonzerns sollen einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» zufolge schon vor Jahren Kenntnis vom Einsatz rechtswidriger Software gehabt haben.

Bereits 2011 habe ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass die Software einen Rechtsverstoss darstellen könnte, berichtet die Zeitung unter Verweis auf einen Prüfbericht der internen Revision von Volkswagen. Ein Volkswagen-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Verschärfte Abgastests

Als Konsequenz auf die VW-Abgas-Affäre will die US-amerikanische Umweltbehörde EPA die Abgastests für Autos verschärfen. In einem Brief teilte die EPA den Auto-Herstellern mit, sie hätten sich auf neue Regeln einzustellen.

Die EPA stand in den USA zuletzt in der Kritik, weil ihre Abgastests oft vorhersehbar und leicht zu durchschauen gewesen seien. Den VW-Skandal hatte nicht die EPA aufgedeckt, sondern Wissenschaftler der Universität von West Virginia.

ETH will realitätsferne Laborwerte umwandeln

Nicht nur VW, die Automobilbranche insgesamt soll im legalen Rahmen versuchen, Labortests zu Benzinverbrauch und Emissionen so tief wie möglich zu halten, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Gemäss dem US-Forschungsinstitut ICCT führt dies inzwischen dazu, dass Realität und Laborwerte bis zu 40 Prozent auseinanderklaffen.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt der ETH Empa will der Zeitung zufolge nun mit einem neuen Prüfungsverfahren die realitätsfernen Labortests der Branche in reale Verbrauchswerte umwandeln. Ziel sei, dass der Autohändler seinem Kunden sagen könne, mit welchem Modell er bei seinem Nutzungsstil den geringsten Nutzen habe.