Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Weiterer Abbau geplant UBS und CS streichen mehr als 36'000 Arbeitsplätze in drei Jahren

Der Kollaps der Credit Suisse hat Folgen: Weltweit gingen massiv Stellen verloren. In der Schweiz wurden 85 Filialen geschlossen. Ein Überblick.

Personalbestand: Die grösste Bankenkrise in der Schweiz der letzten Jahrzehnte – der Niedergang der Credit Suisse (CS) – hat für das Personal Konsequenzen. In den letzten drei Jahren gingen 36’511 Stellen verloren, wie eine Analyse von SRF zeigt. Die CS und die UBS hatten als separate Banken Ende 2022 zusammengerechnet 156’100 interne und externe Vollzeitstellen. Aktuell sind es noch deren 119'589. Bereits vor der Ankündigung des Zusammenschlusses der beiden Banken im März 2023 gab die CS einen radikalen Abbau bekannt – in der Hoffnung, den Kollaps zu verhindern. Im Verlauf der Integration gingen weitere Arbeitsplätze verloren. Die nächste Abbauwelle steht bevor.

Intern und extern: Die Unterscheidung zwischen internem und externem Personal ist vor allem auf die CS zurückzuführen. Die gescheiterte Grossbank hatte in der Vergangenheit viele Arbeiten ausgegliedert – an Firmen und Abteilungen, die explizit für die CS arbeiteten, aber ausserhalb der Bank. Insbesondere im Bereich der Informatik waren viele Angestellte der CS von externen Firmen beschäftigt. Die Ausgliederung der Arbeiten ermöglichte der Bank, unterschiedliche Arbeitsverträge zu führen und Kosten zu sparen.

UBS räumt auf: Die neuen Zahlen zeigen, dass die UBS vor allem bei den externen Angestellten deutlich zusammengestrichen hat. Rund die Hälfte dieser Arbeitsverträge wurde aufgelöst. Derzeit arbeiten noch etwas mehr als 16'000 Personen als externe Angestellte für die Grossbank.

Umrisse von Männern vor CS-Logo
Legende: Ein Kapitel geht zu Ende: Abgang des Managements der CS an der Generalversammlung vom 4. April 2023 in Zürich. Keystone / Michael Buholzer

Credit Suisse existiert nicht mehr: Rechtlich existiert die CS schon seit anderthalb Jahren nicht mehr. Im Juli 2024 wurde der Name aus dem Handelsregister gelöscht. Dadurch gingen sämtliche Rechte und Pflichten zur UBS. Inzwischen wurden 85 Filialen in der Schweiz geschlossen. Betroffen waren jene Ortschaften, in welchen es mindestens zwei Filialen gab und zu wenig Kundschaft.

Weiterer Abbau: Obwohl die UBS im vergangenen Jahr einen Gewinn von 7.8 Milliarden Dollar erzielte, geht der Stellenabbau weiter. Hierzulande rechnet die UBS – wie bereits bei der Übernahme der CS angekündigt – mit 3000 Kündigungen. Der Grossteil der Entlassungen ist im zweiten Halbjahr geplant, so UBS-Chef Sergio Ermotti. Per Ende 2024 verfügte die UBS in der Schweiz über 34’182 Vollzeitstellen.

Integration geht weiter: Laut der UBS geht die Integration der CS nun weiter. 85 Prozent der etwa 1.1 Millionen in der Schweiz gebuchten Kundenkonten wurden mittlerweile auf die Plattformen der UBS überführt. In den kommenden Wochen will die UBS die verbleibenden Kundenkonten, Fondskonten und Depots übertragen, sodass bis zum Jahresende die nun veraltete Informatikinfrastruktur der CS stillgelegt werden kann.

Aktienkurs geht nach oben: Nachträglich zeigt sich, dass die Anlegerinnen und Investoren der UBS von dem Zusammenschluss mit der CS profitieren. Der UBS-Aktienkurs ist seit der Ankündigung der Übernahme vom 19. März 2023 um mehr als 100 Prozent nach oben geklettert. Das heisst, die UBS-Aktie kostet nun doppelt so viel wie noch inmitten der Turbulenzen. Die Bank kommt inzwischen auf einen Börsenwert von 124 Milliarden Franken.

Diskutieren Sie mit:

Echo der Zeit, 4.2.2026, 18 Uhr;flal;herb

Meistgelesene Artikel