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Schiffsfracht: Eine Branche als Krisengewinner
Aus HeuteMorgen vom 20.08.2020.
abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
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Welthandel in der Pandemie Manche Reeder sind Krisengewinner

  • Die weltweiten Preise für Frachtkosten sind so hoch wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr.
  • Grosse Reedereien machen Rekordgewinne trotz Corona.

In der Container-Schifffahrt sind die Preise im Höhenflug. So, als würde es gar keine Coronakrise geben.

Seit Jahresbeginn verteuerte sich der Warentransport im 40-Fuss-Schiffscontainer um zwölf Prozent auf mehr als 2200 Dollar. In so einen Container passen etwa 8000 Paar Sportschuhe.

Zeitweise über 500 Schiffe stillgelegt

So hoch wie jetzt war der Frachtpreis zuletzt vor fünfeinhalb Jahren, zeigt der Branchenindex Drewry World Container Index. Burkhard Lemper, Geschäftsführer des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Bremen, hat eine simple Erklärung dafür: «Steigende Nachfrage».

Nur: Wieso steigt die Nachfrage nach Containerfracht ausgerechnet dann, wenn der Welthandel – Corona-bedingt – einknickt? Auch darauf hat Lemper eine Antwort: «Es wurden Frachter stillgelegt. Zwischenzeitlich waren es mehr als 500 Schiffe. Und die standen eben dem Transportmarkt, zumindest eine Zeit lang, nicht zur Verfügung.»

Hohe Erlöse durch gute Auslastung

Bis zu 500 Containerschiffe liefen nicht aus, damit war gut ein Zehntel der globalen Flotte zwischenzeitlich in Zwangspause.

Ein cleveres Kalkül der Reeder. Sie hätten das Transport-Angebot innerhalb kürzester Zeit verknappt, sagt der Schifffahrts-Experte: «Wir haben insbesondere nur eingecharterte Container-Schiffe zurückgegeben. Dadurch die Transportkapazitäten reduziert und diese gut ausgelastet und hohe Erlöse erzielt.»

Satte Gewinne bei Reedereien

Denn knapp die Hälfte der Containerschiffe gehört nicht den Reedereien, sondern wird bei Bedarf gechartert, also gemietet. Dass die Strategie aufgegangen ist, zeigen die guten Halbjahreszahlen.

Reedereien wie Hapag-Lloyd konnten ihren Gewinn – trotz geschrumpfter Transportmenge – deutlich steigern. Den Corona-Blues haben dagegen die Eigner der Schiffe: Die laufenden Kosten für stillgelegte Container-Riesen zahlen sie allein.

SRF 4, Heute Morgen, 06:00 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Reeder sein war immer ein eintraegliches Geschaeft, aber auch hoechst riskant. Eigene Kaehne fahren lassen, gecharterte im Hafen. Da geht es um Rlesensummen
    Nichts für schwache Nerven.
    Wenn
    Keine Fracht vorhanden ist fehlt sie ganz
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Die Umwelt freut's. Der ganze Mist, der um die halbe Welt geschippert wird, kann man lokal herstellen.
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Das ist doch nicht logisch! Wenn weniger Frachter gemietet werden, profitieren die Reedereien mehr?! Warum mieten sie denn überhaupt Frachter? Vermutlich gibt es eben auch solche Reedereien, deren Gewinne geschrumpft sind.