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Wettkampf der KI-Konzerne Auch OpenAI will an die Börse – Details bleiben geheim

  • Der Entwickler von ChatGPT, die Firma OpenAI, will an die Börse. Das KI-Unternehmen hat einen entsprechenden Antrag gestellt.
  • Angaben zum Zeitplan oder zum Aktienvolumen macht das Unternehmen aber nicht.
  • Nach SpaceX und Anthropic wird damit der dritte Mega-Börsengang im US-Techbereich angekündigt.

Das Trio der erwarteten Mega-Börsengänge von Tech-Unternehmen ist komplett: Nach SpaceX und Anthropic hat jetzt auch der ChatGPT-Erfinder OpenAI eine Aktienplatzierung beantragt.

SRF-Wirtschaftsredaktorin: Möglichst viel Geld einsammeln

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Smartphone mit OpenAI-Logo auf Laptop-Tastatur beleuchtet.
Legende: Reuters

Erläuterungen zu den Mega-Börsengängen gibt SRF-Wirtschaftsredaktorin Isabel Pfaff.

Warum sind die Börsengänge für die KI-Firmen so wichtig?

Mit einem Börsengang können die KI-Konzerne mehr Geld einsammeln, um ihre Rechenzentren zu bauen und zu betreiben. Denn das verschlingt Unmengen an Kapital. Der Nachteil eines Börsengangs: Man gibt die Freiheit eines komplett privat operierenden Unternehmens auf und muss sich an Gesetze und Regeln halten. Zudem entscheiden die Aktionäre nach einem Börsengang mit.

Auch Elon Musk will mit SpaceX an die Börse. Gibt es da einen Zusammenhang?

Ja. Zwar hatten alle drei Firmen ihre Börsengänge schon länger angekündigt – doch mit dem Vorpreschen von Musk mit SpaceX wollen ChatGPT und Anthropic möglichst rasch nachziehen.

Warum?

Der KI-Hype ist immer noch eine Wette auf die Zukunft, von der niemand weiss, ob sie sich wirklich auszahlen wird. Ebenso ist unklar, ob die Anleger wirklich mutig genug sind, gleich in drei möglicherweise überbewertete Firmen zu investieren. Das erste Unternehmen wird also von dem Hype am stärksten profitieren und das meiste Geld einsammeln. Schliesslich steht nicht unendlich viel Investorenkapital zur Verfügung.

Wer hat derzeit die besten Karten?

Das ist schwierig zu sagen. Womöglich ist das SpaceX, weil der Konzern als erster an die Börse geht. Zudem ist er in einigen Sparten schon jetzt profitabel. Dazu gehört das Satelliteninternet Starlink. Die KI Sparte («Grok») und die Raketen von SpaceX kosten im Moment nur. Es besteht also sowohl bei SpaceX als auch bei Anthropic und bei ChatGPT Unsicherheit über die Rentabilität in der Zukunft.

Was bedeuten die Börsengänge für die Aktien- und Finanzmärkte?

Der Wettlauf um den Börsengang und die derzeit überhitzte Stimmung ist für Anlegerinnen und Anleger nicht unbedingt von Vorteil. Manche befürchten eine Techblase, ähnlich der Dotcomblase um die Jahrtausendwende. Hinzu kommt, dass in den USA die Stimmung sogar noch befeuert wird: Wichtige Aktienindizes wie etwa der Nasdaq 100 haben bereits begonnen, ihre Regeln zu lockern, um die Tech- und KI-Firmen möglichst schnell aufnehmen zu können. Das wiederum bedeutet, dass grosse indexbasierte Anleger – wie etwa unsere Pensionskassen – automatisch Aktien von SpaceX oder OpenAI kaufen werden. Und die wären dann auch betroffen, falls es plötzlich bergab ginge mit den KI-Firmen und deren Börsenkursen.

Ähnlich wie beim Rivalen Anthropic bleiben Details des vertraulichen Antrags aber vorerst unter Verschluss. OpenAI betonte zudem, dass es bis zum Börsengang noch einige Zeit dauern könne. Denn es erleichtere einige geschäftliche Dinge, nicht an der Börse notiert zu sein.

Mega-Börsengang von SpaceX am Freitag

Elon Musks Weltraumfirma SpaceX dürfte dagegen bereits am Freitag an der Börse starten – und strebt dabei aus dem Stand eine Bewertung von fast 1.8 Billionen Dollar an.

Weil vorerst nur ein kleiner Teil der Aktien gehandelt wird, sollen dann rund 75 Milliarden Dollar in die Kasse von SpaceX fliessen. Trotzdem wird es wohl der bisher grösste Börsengang überhaupt.

Mit einem Jahresumsatz von weniger als 19 Milliarden Dollar und roten Zahlen im vergangenen Jahr wirkt die angepeilte Bewertung ausserordentlich hoch. Doch SpaceX erklärt sie mit dem Versprechen zukünftiger Erfolge.

Hunderte Milliarden an KI-Investitionen

Der KI-Konzern Anthropic (KI «Claude») schloss zuletzt eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 900 Milliarden Dollar ab, OpenAI lag bei der vergangenen Geldspritze etwas darunter.

Doch die ChatGPT-Mutterfirma hat ambitionierte Pläne für Investitionen in Rechenzentren im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar. Dabei könnten Einnahmen aus einem Börsengang helfen.

Dabei gibt es allerdings – wie auch bei anderen Firmen in der KI-Branche – erhebliche Zweifel, ob die gewaltigen Ausgaben für KI-Infrastruktur am Ende zurückverdient werden können.

Deswegen werden die KI-Börsengänge auch zu einem Test für die Bereitschaft der Anleger, in die Branche zu investieren.

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SRF 4 News, 09.06.2026, 03:00 Uhr ; 

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