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Wirtschaft «Wir haben klar versagt»

Wie es zum Libor-Skandal kam, ist derzeit Thema einer Untersuchung im britischen Parlament. Heute mussten der Ex-Chef der UBS, Marcel Rohner, und mehrere andere frühere Topmanager Rede und Antwort stehen. Ihre Aussagen sorgten für ungläubiges Kopfschütteln.

Legende: Video Ehemalige UBS-Führung in der Mangel abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.01.2013.

Ehemalige Chefs der Grossbank UBS haben Fehler im Libor-Skandal eingestanden. «Ich war geschockt, geniert und beschämt, als ich davon erfuhr», sagte Ex-UBS-Chef Marcel Rohner vor einem britischen Parlamentsausschuss.

«Die Manipulationen passierten in einer Reihe von Skandalen unter meiner Aufsicht und das macht es noch schlimmer», sagte Rohner mit brüchiger Stimme. Rohner war von 2007 bis 2009 UBS-Chef.

Er habe davon im Jahre 2010 oder 2011 aus der Presse erfahren. Ins selbe Horn stiessen die ehemaligen Chefs der UBS-Investmentbank Huw Jenkins, Jerker Johansson und Alex Wilmot-Sitwell. Während ihrer Amtszeit hätten sie von den Manipulationen nichts gewusst.

Mit Überleben beschäftigt

«Ich bin zutiefst betrübt, dass wir das nicht entdeckt haben. Wir haben klar versagt», sagte Jenkins. Die Kontrollmechanismen hätten in einigen Bereichen funktioniert, in anderen nicht, so Rohner.

Marcel Rohner im Eingangsbereich eines Gebäudes.
Legende: Hat die Verantwortung übernommen: Marcel Rohner auf dem Weg zur Anhörung in London. keystone

Man müsse den Libor-Skandal vor dem Hintergrund der Zeiten sehen, in denen sich die UBS damals befunden habe, so der Tenor aus den UBS-Reihen. In normalen Zeiten hätte man die hohen Gewinne aus dem strukturierten Libor-Geschäft wohl hinterfragt.

«Aber wir kämpften damals ums Überleben», so Rohner Die UBS habe damals mehrere Kapitalerhöhungen und Gewinnwarnungen in wenigen Monaten gehabt.

Er sei damals voll mit der Bewältigung der Krise beschäftigt gewesen. Aus Zeitmangel habe er nicht alle warnenden Zeitungsartikel gelesen. «Ich war nicht alarmiert», sagte Rohner.

Ausschuss über Unwissenheit bestürzt

«Ich übernehme die Verantwortung für all das», sagte Rohner. Dies seien zum Teil auch Gründe für seinen Rücktritt von der UBS-Spitze gewesen. Den Vorwurf der Sorgfaltspflichtverletzung wies Rohner zurück. «Wir haben so gut gehandelt, wie wir konnten.»

Ausschussmitglieder zeigten sich bestürzt über das Ausmass der Unwissenheit der ehemaligen UBS-Verantwortlichen über die Vorgänge in ihrer Bank. Das Ausmass an Ignoranz scheine an Unglaubwürdigkeit zu grenzen.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von C.Häusler, Umgebung St.Gallen
    Kein Wunder wollen die "bürgerlichen" (=anti-bürgerlich) Parteien FDP, $VP und CVP ihre Parteien- und Abstimmungsfinanzierung nicht offenlegen!!! Die hängen nämlich im ganzen korrupten System drin!!! Das sind nur noch Marionetten, die den Staat (die Allgemeinheit=WIR) unterwandern und in Verruf bringen!!! Ein abgekartetes Spiel!!! So eckelhaft!!! Eigentlich müsste man alle diese "Bürgerlichen" (=Anti-Bürger) aus dem Parlament und der Regierung werfen und auf die Strasse gehen!!!
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Ne, Nei, das hat mit den Parteien nichts zu tun.
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  • Kommentar von C.Häusler, Umgebung St.Gallen
    Pfui, FDP, SVP und CVP!!! Es ist bekannt, dass DIESE Parteien Geld von UBS et all bekommen!!! FDP, SVP, CVP und das ganze "bürgerliche" Parlament (inkl.Regierung!) sind Teil dieses verbrecherischen Systems!!! Und nun muss eine ausländische Regierung alles wieder in Ordnung bringen!!! SUPER für das Image der Schweiz!!! FDP, SVP und CVP - schämt euch in den allertiefsten Grund und Boden!!! Das ist nicht meine, nicht unsere Schweiz!!! Pfui!!!
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  • Kommentar von Pierre Schoellkopf, Bern
    So schaut man drein, wenn man eins auf die Finger kriegt, Herr Rohner. Und wo ist eigentlich der Herr OSPEL untergetaucht ? Wann endlich wird bei diesen Leuten Banker-Kriminalität ECHT geahndet und verurteilt ? "Klassische" Bänkli-Räuber sitzen da bei vergleichbar kleineren Schadenssumen während Jahren im KNAST.....
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