Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Argentinien unter Druck abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 18.08.2019.
Inhalt

Wirtschaftliches Chaos In Argentinien dürfte es noch schlimmer kommen

Die Vorwahlen vor einer Woche haben gezeigt: Der wirtschaftsliberale Präsident Mauricio Macri liegt in der Wählergunst deutlich hinter seinem links-peronistischen Herausforderer Alberto Fernandez zurück. Viele Beobachter erwarten nun, dass Fernandez auch die Wahl im Oktober gewinnt – und Argentinien in eine weitere Staatspleite rutscht.

Investoren trennten sich vergangene Woche panikartig von argentinischen Staatsanleihen, flüchteten aus der Landeswährung Peso, verramschten ihre Aktien. Die Folge: massive Kurseinbrüche an den Börsen und beim Peso und happige Risikoaufschläge bei den Staatsanleihen.

Erinnerungen an Staatspleite von 2001

Grosse Ratingagenturen wie Fitch haben die Kreditwürdigkeit des südamerikanischen Krisenlandes deutlich herabgestuft. Auch sie halten es für immer wahrscheinlicher, dass Argentinien seine Schulden bald nicht mehr bedienen kann.

Das ruft böse Erinnerungen wach: 2001 war Argentinien schon einmal am Ende. Nach der Staatspleite folgte ein jahrelanger Streit mit Gläubigern um die Rückzahlung der Schulden.

Argentiniens neoliberaler Präsident Macri hatte bei seinem Amtsantritt zwar versprochen, alle Probleme zu lösen, doch davon ist er weit entfernt. Im vergangenen Jahr rutschte Argentinien in die Rezession. Die Inflation lag zuletzt bei 40 Prozent, die Arbeitslosenquote steigt. Schon letztes Jahr hatte der Peso nach zwei Währungskrisen die Hälfte seines Wertes verloren.

Kompletter Zahlungsausfall wird wahrscheinlicher

Erst ein riesiges Kreditprogramm des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 57 Milliarden Dollar brachte eine Verschnaufpause an den Finanzmärkten. Im Gegenzug für den IWF-Kredit musste Macri allerdings Sparmassnahmen zusagen. Zu Lasten der Bevölkerung: Schon jetzt lebt ein Drittel in Armut.

Es dürfte noch schlimmer kommen. Denn mit der Abwertung des Peso wird es immer schwieriger, die hohen Schulden zurückzuzahlen. 80 Prozent der Schulden sind Dollar-Schulden. Doch der Peso hat im Verhältnis zum Dollar allein letzte Woche ein Viertel seines Wertes verloren. Eine neue Umschuldung oder sogar ein kompletter Zahlungsausfall werden damit wahrscheinlicher. Daran ändert auch der Rücktritt von Finanzminister Nicolas Dujovne nichts.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Grundsätzlich ist Argentinien ein reiches Land und auch das wirtschaftliche Potential ist da. Wo es happert, ist eine langfristige Strategie, die das Land vorwärts bringt. Politische Querelen in einem jahrzehntelang als Selbstbedienungsladen genutzten Staat bringen so gut wie keine positiven Änderungen. Da wäre es von Vorteil, den politischen Gegner einzubinden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Es ist sehr schwierig, einen Staat wie Argentinien (44 Mio. Einw.) binnen 3-4 Jahren zu sanieren. So als Vergleich: Die Pleite der sozialistsch geführten DDR (16 Mio. Einwohner) kostete allein die bürgerliche BRD eine Billion = 1'000 Milliarden Euro. Eine Zahl, die der fleissige Deutsche Steuerzahler heute noch, nach bald 30 Jahren, täglich spürt. Nicht zu vergessen, dass die Schweiz und Österreich dank Aufnahme von Hunderttausenden von Wirtschaftsflüchtlingen die BRD noch entlasteten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das Geld ist wohl in den "Geldreservoirs" Reicher versickert. Wenn doch hier die UNO mehr Macht und Zugriff hätte..!....Es gibt viele Länder, wo man solche reichen Strolche zur Rechenschaft ziehen sollte. Geld zurück zum Volk!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Ochsner  (Hans Ochsner)
      Wer diesen NationenGeld gibt ist selber Schuld wenn er es verliert. Dass es in die falschen Kanäle gelangt ist hinlänglich und seit Jahrzehnten bekannt!! Dass sich das Volk nicht wehrt ist dessen und nicht unser Problem.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen