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Kleinere Unternehmen leiden in der Coronakrise, grössere kommen besser durch
Aus HeuteMorgen vom 16.03.2021.
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Zahlen für das Jahr 2020 Schweizer Wirtschaft ist zweigeteilt

Die aktuelle Krise sucht ihresgleichen – und dennoch schreiben zahlreiche Schweizer Unternehmen noch immer schwarze Zahlen. Das überrascht selbst Daniel Kalt, Chefökonom der UBS Schweiz. «Wir haben schon mit Einbrüchen bei den Unternehmensgewinnen gerechnet», sagt er und ergänzt: «Es kam aber besser als befürchtet.» Die Gewinne im Schweizer Aktienmarkt seien im vergangenen Jahr im Bereich von sechs bis acht Prozent eingebrochen, so Kalt weiter.

Es kam aber besser als befürchtet.
Autor: Daniel KaltChefökonom UBS Schweiz

Und es sind vor allem diese börsenkotierten, also grösseren, Unternehmen, die in den letzten zwei Monaten ihre Geschäftsabschlüsse publizierten und oft – trotz Krise – einen Gewinn vermeldet haben. Kalt erklärt, «dass vor allem viele der börsenkotierten Unternehmen, die global tätig sind, weiter operieren und produzieren konnten und so weiter funktioniert haben». Das gilt für Pharmakonzerne, Banken, Industriebetriebe, Stromunternehmen oder Versicherungen.

Ganz anders sieht es bei kleineren, privaten Unternehmen aus – bei Restaurants, Reisebüros, Hotels, Sport- oder Kulturveranstaltern. Dazu sagt Christian Gattiker, Chefanalyst bei Julius Bär: «Man kann etwa sagen, dass der Bereich vier Prozent ausmacht, der immer noch betroffen ist oder immer noch stark eingeschränkt war, vier Prozent der Wirtschaftsleistung.» Nur vier Prozent der Wirtschaft, wo aber zehn Prozent der Beschäftigten arbeiten.

Vielleicht auf einer zuversichtlicheren Note kann man sagen, dass gerade dieser Bereich – der Dienstleistungsbereich – natürlich extrem flexibel ist und in der Vergangenheit zumindest immer wieder bewiesen hat, dass er viel schneller auf die Beine kommt, als man erwartet hat.
Autor: Christian GattikerChefanalyst Julius Bär

Die Schweizer Wirtschaft ist also zweigeteilt. Der grosse Teil hat sich inzwischen wieder aufgerappelt, ein kleiner Teil steckt aber noch immer sehr tief in der Krise. Das erklärt das aussergewöhnlich starke Schrumpfen der Schweizer Wirtschaft im Corona-Jahr 2020.

Doch Gattiker ist hoffnungsvoll: «Vielleicht auf einer zuversichtlicheren Note kann man sagen, dass gerade dieser Bereich – der Dienstleistungsbereich – natürlich extrem flexibel ist und in der Vergangenheit zumindest immer wieder bewiesen hat, dass er viel schneller auf die Beine kommt, als man erwartet hat.»

Nachholeffekt nach Shutdown?

Zudem spekuliert UBS-Ökonom Daniel Kalt darauf, dass Konsumentinnen und Konsumenten vieles doch noch einkaufen werden, was sie während des Shutdowns nicht besorgen konnten. So war das schon nach dem ersten Shutdown. Und diesen Nachholeffekt könnte es jetzt wieder geben. Das würde den gebeutelten Klein- und Kleinstunternehmen in der Schweiz helfen.

SRF4 News, HeuteMorgen, 16.03.2021, 06:00 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    In Zeiten von: Katastrophen, Krisen,....zeigt sich, wer sich dafür gewappnet hat. Ewige Wachstumssteigerung gibt es nirgendwo, ohne dass irgendwann durch irgendeine Veränderung, Krise, Pandemie.....dieser "Höhenflug" abrupt gestoppt wird!
    Gewisse "Grossunternehmen", erhielten schon zu Beginn der "Corona-Pandemie" sehr schnell viel finanzielle Staatliche Unterstützung - die schrien sehr schnell nach finanzieller Unterstützung und erhielten diese auch... !?
    "Lobbyisten-Förderung zahlt sich aus"
  • Kommentar von Jürg Suter  (Sut)
    Den börsennotierten Unternehmen wurde während der ersten Welle auch mit angemessenen Krediten geholfen. Die kleinen privaten Unternehmen sind nicht ans Geld gekommen und haben auch jetzt, am Ende der zweiten Welle, kein Geld mehr. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schweizer Wirtschaft zweigeteilt ist.
    Auf der einen Seite die Unternehmen, welche mit Steuergelder von der öffentlichen Hand unterstützt werden und auf der andern Seite, die Kleinen die darben.
    1. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Das stimmt einfach nicht! Die kleinen privaten Unternehmen konnten genau gleich Ansprüche auf die Kredite geltend machen, und haben dies wenn nötig auch getan! Die Firmengrösse hat keinen Einfluss auf die Kreditvergabe!
    2. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Nein Herr Hunziker, als AG kann man Konkurs anmelden ohne größere Konsequenzen. Als privates Unternehmen geht es bei einer Nichrückzahlung eines Kredites um ihr Bett.
      Als Privatunternehmen können Sie nicht so ohne Bedenken einen Kredit aufnehmen. Viele Restaurantbetriebe, Coiffeuerunternehmen haben auf einen Kredit verzichtet. Zu riskant.
    3. Antwort von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
      @MH1 Die Krediten waren nicht sehr hoch, 10% vom Vorjahresumsatz max 500kCHF. Damit kommt ein Unternehmen nicht sehr weit und schliesst sich viele andere Optionen. Viele Unternehmen nahmen den Kredit auf in der Hoffnung diese werden in zukunft nicht mehr zurückverlangt.
  • Kommentar von Gerbrand Ronsmans  (GRo)
    Die Ökonomen stellen fest dass Firmen die gezwungen werden zu schliessen mehr leiden dann Grossunternehmen die weitgehend ungehindert arbeiten können. Hätte ich nie gedacht. Und Trotzdem ist die Lonza enttäuscht dass sie vom Bund keine 70 Mio. bekommt für eine Produktionsstrasse wofür die Zulieferkette nicht gesichert ist. Die Welt ist einfach ungerecht, gället sie.
    1. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      Wenn die Bedingungen des Geldes lukrativ gewesen wären, hätten sich auch private Investoren gefunden. Bei entsprechendem Gewinn, wäre das Risiko nicht so gross gewesen.
      Es ist nicht Aufgabe des Bundes, in der Privatwirtschaft, ohne Parlamentsentscheid zu investieren.