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NGO fordern Lizenzfreigabe für Corona-Tests
Aus HeuteMorgen vom 03.08.2020.
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Zu wenige Corona-Tests Lizenzen freigeben? Roche hält nichts davon

Das Geschäft mit den Corona-Tests boomt weltweit. Die Nachfrage nach diesen ist aber viel grösser als das Angebot. Es gibt also zu wenig Tests. Wie soll diese Lücke nun gestopft werden?

Unternehmen sollen Geschäftsgeheimnisse zu den Corona-Tests, zum Beispiel Daten und Herstellverfahren, freigeben. Das fordert die Nichtregierungs-Organisation Public Eye. Der Appell geht auch an Roche, den Weltmarktführer im Diagnostik-Geschäft.

«Roche muss Geschäftsgeheimnisse und Daten im Zusammenhang mit den Tests freigeben, damit auch andere Unternehmen und Länder diese Tests produzieren können», sagt Patrick Durisch, der bei der Organisation Public Eye für Gesundheitspolitik zuständig ist. So könnte der Engpass bei den Corona-Tests beseitigt werden.

Qualität nicht garantiert

Lizenzfreigaben sind für Roche allerdings kein Thema. Die Qualität könne nicht gewährleistet werden. «Roche kann die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Tests und Komponenten, die ausserhalb des Roche-Produktionsnetzwerks hergestellt werden, nicht garantieren», schreibt das Unternehmen auf Anfrage.

Ein Mann hält einen Corona-Test in der Hand
Legende: Die Nachfrage nach Corona-Tests ist derzeit grösser als das Angebot. Keystone

Man könne die weltweite Nachfrage nach den Tests nicht alleine decken, schreibt Roche weiter. Ohne Partnerschaften innerhalb der Industrie geht es auch aus Sicht des Unternehmens nicht. «Roche unterhält bereits diverse Partnerschaften mit anderen Herstellern und Lieferanten, um die bestehenden Produktionsstätten möglichst effizient mit Rohstoffen und Komponenten zu beliefern. Die daraus resultierenden Produktionsprozesse sind zertifiziert, höchst präzise und in der Lage, monatlich Millionen von Tests zu produzieren», so Roche weiter.

Lösungen in den eigenen Reihen

Alle verfügbaren Optionen, um die Produktionskapazität weiter zu erhöhen, würden geprüft. In den letzten vier Monaten wurden die Produktionskapazitäten bereits vervierfacht. Dies sei eine ausserordentliche Leistung, betonte Konzern-Chef Severin Schwan bereits in einem Interview anlässlich der Halbjahresergebnisse. Weiter betonte er die Relevanz der Zusammenarbeit innerhalb der Industrie.

Den Kritikern geht die Freiwilligkeit zu wenig weit. An der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf haben sich Länder auf eine Resolution geeinigt, welche eine Lizenzierung von Patenten zur Bekämpfung von Covid-19 auf freiwilliger Basis forderte.

Wie diese Freiwilligkeit nun umgesetzt wird, wird sich weisen. Auch die Schweiz hat die Resolution unterstützt. Weitergehende Forderungen – beispielsweise Zwangslizenzen – stossen aber auf wenig Wohlwollen.

Video
Aus dem Archiv: USA erteilen Zulassung für Roche-Antikörper-Test
Aus Tagesschau vom 03.05.2020.
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SRF 4 News, Heute Morgen, 3.8.2020, 6:00 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heinimann  (uh4000)
    Mit dieser Forderung macht Public Eye Schlagzeilen (wichtig für Subventionen), doch nüchtern betrachtet bringt das nichts. Für die einfache Maskenproduktion in der Schweiz dauerten Zertifizierung, etc. 4 Monate, bei einer Test-Herstellung (technisch anspruchsvoller) dürfte es länger dauern bis zum Produktionsbeginn. Gut möglich, dass wir dann erste Impfungen haben und die Nachfrage nach Tests einbricht. Auch andere finanzschwächere als Roche produzieren Tests, PublicEye sollte diese unterstützen
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Wenn die Tests so sicher sind wie Tamiflu können wir beruhigt sein. Ironie aus.
  • Kommentar von Martin Müller  (Nonaeol)
    Trotz all der Fortschritte bleiben die grundlegende Fragen ungelöst: Ist das, was mit dem PCR-Test gemessen wird, eine Sequenz aus 19 Basenpaaren, einzigartig für das Virus, oder kann diese Sequenz auch anderswo gefunden werden? Solange man nicht alles kennt, was im Organismus abläuft, kann man nicht sagen,etwas sei einzigartig. Und Organismen können neue Sequenzen schreiben. Man kann nie alles wissen. Zweite Frage: Ist der Nachweis der RNA-Sequenz Beweis für Vorhandensein von infektiösen Viren?