Die Banane ist in der Schweiz ein wahrer Kassenschlager. Über elf Kilogramm konsumieren wir hierzulande pro Jahr. Aber was macht die gelbe Frucht so beliebt?
1. Die Banane – die Nummer 1 im Detailhandel
Wer sie oft kauft, hat vielleicht auch schon gemerkt: Auf der Waage im Detailhandel ist die Banane meist die Nummer 1, 100 oder 101.
Laut den Detailhändlern Coop, Migros und Volg liege das an ihrer Beliebtheit. Die Banane ist nach dem Apfel die meistverkaufte Frucht in der Schweiz.
Ausserdem ist sie das ganze Jahr über verfügbar – im Vergleich zu anderen Früchten. «Manche Schweizer haben das Gefühl, die Banane sei ein einheimisches Produkt», meint Carmen Hug, Kommunikationsverantwortliche bei Banane + Frucht AG.
2. Eine Bananenschale ist so rutschig wie Eis
Wer schon einmal Mario Kart gespielt hat, kennt es: Eine Bananenschale liegt auf der Strecke – und zack, das Fahrzeug dreht sich unkontrolliert. Die Idee dahinter ist längst Teil der Popkultur geworden. Aber wie viel Wahrheit steckt dahinter?
Ein Forschungsteam der Kitasato-Universität in Japan hat sich dem Phänomen angenommen. Dafür legten die Forschenden eine frische Bananenschale auf eine Linoleumplatte, setzten einen Schuh darauf und massen mithilfe von Sensoren die entstehende Reibung unter Druck.
Bananen reifen ist wie Schach spielen.
Das Resultat ist deutlich: Mit der Bananenschale wird der Boden sechs Mal rutschiger als ohne. Damit ist die Schale ähnlich glatt wie Eis – und deutlich rutschiger als andere Fruchtschalen.
3. Die richtige Temperatur stoppt die Reifung
Bis die Banane in der Schweiz ankommt, hat sie einen langen Weg hinter sich. Rund drei Wochen dauert der Transport von Kolumbien oder Ecuador in die Schweiz.
Dieser Transport erfolgt unter besonderen Bedingungen: Kühle Temperatur (rund 13.5 Grad) und wenig Sauerstoff (etwa zwei Prozent) sorgen dafür, dass die Reifung verlangsamt wird.
Zu tief darf die Temperatur aber auch nicht sein. Sonst treten Kälteschäden auf und sie wird braun.
4. So wird die Bananenschale gelb
Erst in der Schweiz wird aus der grünen eine gelbe Frucht. Dafür kommen sogenannte Reifekammern mit Ethylengas zum Einsatz.
Die Bananenreiferei
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Bild 1 von 3. Die Bananen müssen während des ganzen Transports zur Bananenreiferei gekühlt sein. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
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Bild 2 von 3. Der Bildschirm einer Bananenreiferei in Kaiseraugst zeigt die verschiedenen Reifegrade der Bananen. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
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Bild 3 von 3. Nachdem die Bananen gereift sind, werden sie überprüft und eingepackt – wie hier in der Bananenreiferei von Coop in Kaiseraugst. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
Der Früchteimporteur Bananen + Frucht AG hat für diesen Prozess sogar zwei spezialisierte Bananenreifer.
«Bananen reifen ist wie Schach spielen: Es braucht viel Erfahrung, man muss mitstudieren und das Produkt wirklich lieben», erklärt Carmen Hug, Kommunikationsverantwortliche der Firma. Jede Banane habe ihre Eigenheiten, abhängig von Beschaffenheit der Erde, Erntezeitpunkt und Klima.
Wer möchte, dass die Banane schneller reift, kann sie zu Hause auch einfach neben einen Apfel legen. Dieser gibt nämlich eine geringe Menge an Ethylen ab.
5. Die Banane ist eine Beere
Aus biologischer Sicht ist die Banane keine Frucht: Sie gehört zu den Beeren.
Eine Beere entsteht aus einem einzelnen Fruchtknoten, hat durchgehend fleischiges Gewebe und mehrere Samen im Innern. Die Banane erfüllt alle drei Kriterien.
Dass die heutigen Bananen kaum Samen enthalten, hat einen einfachen Grund: Sie wurden weggezüchtet.