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Brummer-Beauty Blauschwarze Holzbiene zur Biene des Jahres gekürt

Die grösste Biene der Schweiz gewinnt die Publikumswahl zur Biene des Jahres. Ihren Namen verdankt sie ihrer besonderen Nistweise.

Die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) konnte sich bei der zweiten öffentlichen Wahl von Bienen Schweiz gegen die Glockenblumen-Scherenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene durchsetzen. Es war eine klare Angelegenheit, sagt Sarah Grossenbacher, Redaktorin der Schweizerischen Bienenzeitung: «Das liegt wohl an ihrer imposanten Erscheinung. Viele freuen sich, wenn sie so eine Biene im Garten haben.»

Schwarze Biene auf lila Blüte.
Legende: Die Blauschwarze Holzbiene fällt vor allem durch ihre auffälligen schwarzen Körper und die blauschimmernden Flügel auf. Darüber hinaus wird sie viel grösser als die bekannte Honigbiene. bienen.ch

Mit einer Körperlänge von fast drei Zentimetern ist sie die grösste Wildbienenart der Schweiz. Markant sind ihr tiefes Brummen im Flug, der schwarze Körper sowie die dunkel behaarten, blau-violett schimmernden Flügel. Trotz ihrer Grösse gilt sie als besonders friedfertig.

Baumeisterin im Totholz

Ihren Namen verdankt die Biene ihrer spezialisierten Nistweise: Sie nutzt keine klassischen Insektenhotels, sondern nagt bis zu 30 cm lange, fingerdicke Gänge direkt in festes Holz. Das dabei entstehende Sägemehl nutzt die Biene gleich als Baustoff: Gemischt mit Speichel stellt sie daraus die Trennwände zwischen den einzelnen Brutkammern her.

Umgestürzter Baumstamm im Gras nahe Büschen.
Legende: Hier fühlt sie sich wohl: Die Blauschwarze Holzbiene frisst sich in tote Holzstrukturen hinein. Deshalb kann es sich lohnen, alte Baumstrünke oder dicke Äste an sonnigen Lagen im Garten liegen zu lassen. bienen.ch

Besonders wählerisch ist sie nicht. Als Material dient Totholz von Apfel-, Pappel-, oder Weidenbäumen.

Gefährdete Vielfalt und neue Bedrohungen

Obwohl die Blauschwarze Holzbiene aktuell noch relativ häufig anzutreffen ist, steht es um viele ihrer Verwandten schlechter. Knapp die Hälfte der Wildbienenarten in der Schweiz gilt als gefährdet. Viele sind hochgradig spezialisiert. Zum Beispiel die Glockenblumen-Scherenbiene, die es ebenfalls aufs Podest geschafft hat: Sind keine Glockenblumen da, kann sie nicht überleben.

Grosse Biene auf Blume mit fliegender Biene daneben.
Legende: Die Blauschwarze Holzbiene gibt beim Fliegen ein tiefes Brummen von sich. Trotz ihrer Grösse gilt sie als sehr friedfertig. bienen.ch

Viele Wildbienen reagieren darüber hinaus empfindlich auf den Verlust von Nistplätzen wie offenen Bodenstellen oder markhaltigen Pflanzenstängeln.

Sarah Grossenbacher appelliert hier weit an die Unordentlichkeit: «Einfach den Garten mal Garten sein lassen. Man muss nicht jedes Ästlein oder jede abgestorbene Pflanze sofort entsorgen.» Sie würden oft optimale Lebensräume für Wildbienen bieten. Zusätzliche Belastungen entstehen durch invasive Arten wie die Asiatische Hornisse.

Hilfe durch Blühflächen

Wer im eigenen Garten Muskatellersalbei oder Platterbsen pflanzt, bietet der Holzbiene eine ideale Nahrungsquelle. «Damit kann man sie fast garantiert in den Garten locken», sagt Sarah Grossenbacher. Der positive Effekt sei aber nicht auf die eine Art beschränkt: Pflanzen, Blumen und tote Strukturen kämen in der Regel verschiedenen Wildbienenarten entgegen.

Der Verband setzt zudem eigene Massnahmen. Mit dem Blühflächenprogramm konnte in den letzten drei Jahren über eine Million Quadratmeter Lebensraum geschaffen werden.

Morgengast, 20.03.2026, 07:15 Uhr ; 

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