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Goodbye Big-Tech Alternativen zu Diensten von Google, Microsoft und Meta

Es fühlt sich an, als gäbe es in der digitalen Welt kein Entkommen von Big-Tech. Dabei gäbe es top Alternativen! So reduzieren Sie Ihre Abhängigkeit in fünf zentralen Bereichen Ihres digitalen Lebens..

1. Das Tor zum Internet: Browser & Suchmaschinen

Unser Zugang zum Internet wird durch zwei Instanzen kontrolliert: Die erste ist der Browser – also das Programm, mit dem wir im Netz unterwegs sind. Am weitesten verbreitet sind «Chrome» von Google und «Edge» von Microsoft, während auf Apple-Geräten standardmässig «Safari» zum Einsatz kommt. Der Browser hat eine wichtige Funktion: Er vermittelt zwischen uns und den Webseiten, die wir besuchen. Dabei kann er entweder unsere Privatsphäre und Sicherheit schützen oder aber Daten über uns sammeln, was Google und Microsoft fleissig tun.

Alternative Browser

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Das sind einige Browser, die nicht von Big-Tech kommen und unsere Privatsphäre vorbildlich schützen:

  • Firefox: Das ist sicher die bekannteste und eine der benutzerfreundlichsten Optionen. Firefox wird quelloffen von der Mozilla Foundation betrieben. Wer noch mehr Privacy wünscht, kann die Varianten «Firefox Klar», «LibreWolf» oder den «Mullvad Browser» probieren.
  • Brave: Ein quelloffener Browser aus den USA, der Werbung und Tracking blockiert.
  • DuckDuckGo: Ein Datenschutz-Browser aus den USA, der keine persönlichen Informationen sammelt und Tracking blockiert. Er bietet viele Gadgets wie eine eigene Suchmaschine, einen Video-Player, der Youtube de-personalisiert, einen Cookiebanner-Blocker und ein Flämmchen, um ganz einfach den Browserverlauf zu löschen.
  • Epic: Dieses Programm legt besonderen Wert auf den Schutz der Privatsphäre. Es basiert auf derselben technischen Grundlage wie Google Chrome, wird jedoch von einem anderen Anbieter entwickelt.
  • Tor: Der Tor-Browser ist auf maximale Privatsphäre und Anonymität ausgelegt. Aller Datenverkehr wird über mehrere fremde Computer umgeleitet, damit man Incognito surfen kann.

All diese Browser lassen sich einfach aus dem Internet, respektive dem App- oder Playstore, herunterladen. Öffnet man den Browser via Icon, wird man direkt gefragt, ob man ihn als «Standardbrowser» festlegen möchte und muss nur noch «Ja» anwählen. Als nächstes sollte man in die Einstellungen gehen und Dinge wie Privatsphäre- und Cookie-Einstellungen prüfen und die Suchmaschine auswählen.

Der zweite Schritt ist die Suchmaschine – zumindest bis diese von KI-Chatbots ersetzt wird. Suchmaschinen bringen uns zu den Inhalten, die wir suchen: ob Informationen, Shops oder Unterhaltung. Dabei wählt die Suchmaschine aus, was uns angezeigt wird. Auch die Suchmaschine kann viele intime Daten über uns sammeln, da sie uns beim Surfen immer begleitet.

Alternative Suchmaschinen

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Das sind einige Suchmaschinen, die nicht von Big-Tech stammen, die Ergebnisse nicht personalisieren und unsere Privatsphäre schützen:

  • DuckDuckGo: Die bekannteste alternative Suchmaschine lässt sich in vielen Browsern direkt in den Einstellungen anwählen. Die Suchresultate stammen vom eigenen Webcrawler und hunderten weiteren Quellen wie Yahoo und Bing.
  • Brave Search: Die Suchmaschine des US-Browsers Brave lässt sich auch von anderen Browsern aus nutzen. Sie blockiert Tracking und Werbung. Die Suchresultate basieren auf einem eigenen Index.
  • StartPage: Startpage schickt Suchanfragen anonymisiert an Google. Damit bekommt man den Service von Google – ganz ohne das Datensammeln.
  • MetaGer: Eine quelloffene Suchmaschine aus Deutschland, betrieben von der Uni Hannover und einem gemeinnützigen Verein. Die Resultate stammen aus eigenen Crawlern und Suchmaschinen wie Bing, Yahoo und Brave.
  • Ecosia: Ecosia stammt aus Deutschland und basiert auf dem Index von Bing. Es sammelt mehr Daten als obenstehende Suchmaschinen, aber immerhin für einen guten Zweck: mit dem Erlös werden Bäume gepflanzt.

All diese Suchmaschinen lassen sich gratis nutzen. Um gemütlich via Adressleiste suchen zu können, muss man die jeweilige Suchmaschine in den Einstellungen des Browsers als «Standardsuchmaschine» setzen.

2. Kommunikation: Chat & E-Mail

Bei der physischen Post wird viel Wert auf Diskretion gelegt – es gibt sogar das «Briefgeheimnis». Umso erstaunlicher, wie sorglos wir mit der digitalen Post umgehen. Häufig sind E-Mails nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt. Dass heisst: E-Mail-Provider könnten mitlesen.

Wer von Big-Tech wie Gmail von Google und Outlook von Microsoft loskommen möchte, sollte auf eine starke Verschlüsselung und solide Sicherheitsfunktionen achten.

Alternative E-Mail-Anbieter

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Die Liste von alternativen E-Mail Anbietern ist lang, hier eine kleine Auswahl:

  • Proton: Ein Anbieter aus der Schweiz, bei dem Privatsphäre an erster Stelle steht. Verschlüsselt leider die Betreffzeile nicht und ist nicht vollständig quelloffen. Bietet dafür eine Reihe weiterer erstklassiger Privacy-Services wie VPN, Passwortmanager und Cloudspeicher. Das «Proton» im Namen ist ein Hinweis auf das CERN in Genf, aus dem es entstanden ist.
  • Posteo: Anbieter aus Deutschland. Verschlüsselt nicht nur den Inhalt, sondern auch Betreff, Anhänge und Metadaten. Das Programm ist quelloffen und speist sich aus grüner Energie.
  • TutaMail: Ein Anbieter aus Deutschland. Verschlüsselt ebenfalls neben Inhalt auch Betreff, Anhänge und die IP Adresse. Auch TutaMail ist quelloffen und nutzt grüne Energie. Ist auch über den alternativen Appstore «F-Droid» erhältlich.
  • StartMail: Ein Anbieter aus den Niederlanden. Bietet eine unlimitierte Anzahl «Aliase», damit man nicht immer seine Mailadresse preisgeben muss. Ist nicht quelloffen.
  • Runbox: Ein kleiner Anbieter aus Norwegen. Bietet 100 «Aliase» und nutzt erneuerbare Energie. Läuft allerdings nur im Browser und ist nicht quelloffen.

Beim chatten ist Whatsapp von Meta (Facebook) in der Schweiz der de-facto Standard. Die Chats sind bei Whatsapp zwar Ende-zu-Ende verschlüsselt, die Metadaten (wer wem wann schreibt) und Backups hingegen sind es nicht. Zum Glück gibt es auch hier Alternativen, die man neben Whatsapp nutzen kann.

Alternative Chat-Anbieter

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  • Threema: Threema ist ein Chatdienst aus der Schweiz. Er ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und funktioniert auch ohne Telefonnummer. Die App kostet einmalig 6 Franken. Auch Schweizer Militär und Behörden nutzen Threema. Verfügbar via Appstore/Playstore/F-Droid.
  • Signal: Auch Signal ist ein sicher verschlüsselter Chatdienst und wird von einer Stiftung in den USA betrieben. Verfügbar via Appstore/Playstore.

Beide Chats sind nicht mit Whatsapp interoperabel. Das heisst, von Threema aus kann man keinem Whatsapp-Kontakt schreiben, sondern nur anderen Threema-Kontakten. Wenn Freunde und Familie nur auf Whatsapp erreichbar sind, kann man also auch weiterhin nicht ganz darauf verzichten, wenn man den Anschluss nicht verlieren will. Es ist aber kein Problem, mehrere Chat-Apps parallel zu nutzen.

3. Arbeiten: Office-Programme

Digitale Dokumente bearbeiten: Das ist für die meisten von uns fast Synonym mit Microsoft Office: Word, Excel und Powerpoint. Aber es geht auch ohne: Es gibt quelloffene Software, die nicht nur unabhängig von Big-Tech, sondern auch noch gratis sind.

Alternative Office-Pakete

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Es gibt eine Reihe von Office-Paketen, die ähnliche Funktionen bieten wie der Marktführer MS Office. Der Vorreiter:

  • Libre Office: Das Programm ist gratis, quelloffen und bietet fast so viele Funktionen wie MS Office. Gemacht wird es vom deutschen Softwarehersteller SoftMaker.
  • Collabora: Die Software basiert auf Libre Office und bietet zusätzliche Funktionen für die online Zusammenarbeit und Apps für das Smartphone (Appstore/Playstore).

    4. Handy: Apps & soziale Medien

    Die meisten Apps auf dem Smartphone stammen von grossen US-Tech-Konzernen, allen voran die sozialen Medien. Diese lassen sich wegen Netzwerkeffekten nicht eins zu eins ersetzen, es gibt jedoch Alternativen, die benutzerfreundlicher sind und weniger süchtig machen.

    Alternative Social-Media-Plattformen

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    • Pixelfed statt Instagram: Fotos teilen und anschauen kann man nicht nur auf Instagram und Facebook, sondern auch im «Fediverse», einem dezentralen, offenen Netzwerk. Es verzichtet bewusst auf Algorithmen, die einem am Scrollen halten. Zugang via verschiedener Apps.
    • Mastodon statt X: Das «Fediverse» für Text heisst Mastodon. Es ist die beliebteste Micro-Blogging Plattform nach X und gilt als weit weniger toxisch. Zugang via verschiedener Apps.
    • Play SRF statt Youtube: Keine Videoplattform kommt an Youtube von Google heran. Es gibt aber Alternativen, zum Beispiel Play SRF mit den Inhalten von SRF. Der grösste YouTube-Konkurrent ist DailyMotion aus Frankreich, dieser bietet aber weniger Videos und kein besseres Erlebnis. Weniger, aber zum Teil auch qualitativ starke Inhalte, zum Beispiel von der Nasa oder Veritasium, gibt es auf Odysee, Vimeo oder Nebula. Letzteres wird von Creators betrieben und muss kostenpflichtig abonniert werden.

    All diese Apps beziehen wir aus den digitalen Läden von Google (Playstore) oder Apple (Appstore). Damit halten diese Konzerne viel Macht in den Händen: Sie bestimmen, wer uns was wie anbietet, profitieren von Einblick in die Datenströmen und streichen grosszügige Beteiligungen bei jedem Kauf ein. Wer das reduzieren will, kann viele Apps auch von alternativen Marktplätzen beziehen.

    Alternative App-Stores

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    Alternative App-Stores für Android:

    • F-Droid: In diesem Store findet man ausschliesslich quelloffene Apps mit starker Privacy. Hier kann man daher auch gut nach Alternativen zu den vorinstallierten Apps von Google suchen: wie Telefon, Kontakte, Gallerie, Musik, Kalender, Notizen oder Wetter. Der Store verlangt keine Anmeldung.
    • Uptodown: Dieser Anbieter macht eine grosse Auswahl an Apps ohne Anmeldung zugänglich. Die Apps sind mit dem Google Playstore verbunden, was das Updaten erleichtert.
    • Aurora Store: Der Store gibt Zugriff auf Google Play ohne sich anmelden zu müssen. Lässt sich auch via F-Droid installieren.
    • Aptoide: Ein Store mit weniger strengen Regeln als der Playstore. Unter anderem findet man hier auch Apps für Erwachsene. Entsprechend ist Vorsicht und ein Antivirus empfohlen.
    • APK Pure: Dieser App-Store ist auf Spiele spezialisiert, führt aber auch viele beliebte Apps wie Whatsapp oder Tiktok. Er wird häufig genutzt, um Ländersperren zu umgehen.

    Apple legt alternativen Appstores deutlich mehr Steine in den Weg als Android. Es gibt wenige Alternativen, die manchmal auch nur eingeschränkt funktionieren, zum Beispiel:

    • Scarlet: Ein iOS App-Installer.
    • TutuApp: Führt Apps, die im Appstore von Apple fehlen. Aufgrund potentieller Sicherheitslücken ist hier Vorsicht ist geboten.

    5. Die Wurzel: Betriebssysteme

    Wer gute Erfahrungen mit Big-Tech-Alternativen gemacht hat und einen Schritt weiter gehen will – und auch einen gewissen Aufwand nicht scheut – kann die Betriebssysteme («Operating Systems») von Computer und Smartphone ersetzen. Dieser Schritt bietet sich an, wenn man ohnehin ein neues Gerät kauft, das man gleich entsprechend aufsetzen kann.

    Alternative Betriebssysteme

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    Computer

    Beim Computer lautet die Alternative zu Windows und Apple: Linux. Es gibt verschiedene Varianten («Distributions»), zum Beispiel:

    • Ubuntu: Eine der verbreitetsten Varianten und oft empfohlen für Anfänger.
    • Debian: Für Leute, die sich ein bisschen mehr zutrauen. Ebenfalls weit verbreitet mit einer starken Community dahinter. Ähnlich: OpenSUSE.
    • Arch Linux: Die Variante für Fortgeschrittene, die immer die neuste Tech haben und alles selbst anpassen wollen.
    • Kodachi: Eine Variante, die Privacy und Security maximiert.

    Hinweis: Die Installation von Linux und die ersten Schritte können herausfordernd sein. Am besten, man sucht sich jemanden, der sich auskennt, eine lokale «Linux User Group» oder einen «Install Event».

    Smartphone

    Beim Smartphone kann man statt auf Apple oder Google auf eine «de-googled» Android-Variante setzen. Dabei muss man sich allerdings bewusst sein, dass der Zugang zu bekannten Apps und Funktionen eingeschränkt sein kann. Ausserdem sollte man immer prüfen, zu welchem Gerät welches OS passt.

    • LineageOS: Die wohl beliebteste Alternative. Dahinter steckt eine grosse aktive Community, entsprechend gibt es viele Updates und Dokumentation dazu. Eine Variante davon mit zusätzlichen Features ist crDroid, eine andere mit mehr Datenschutz ist iodéOS.
    • CalyxOS: Gute Einsteigervariante, bietet Privatsphäre ohne viel «basteln». Gemacht für Pixel-Telefone. Wird von einer Non-Profit-Organisation angeboten.
    • /e/OS: Ebenfalls eine einsteigerfreundliche Variante mit quelloffenen Alternativen zu Google-Apps direkt installiert.
    • GrapheneOS: Betriebssystem mit extra starkem Security- und Privacy-Fokus.
    • Ubuntu Touch: Die Variante für Leute, die Android ganz loswerden wollen.

    Radio SRF 1, 15.6.2026 11:15 Uhr

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