Wieso bleibt einer, der so viele Talente hat, in der Schweiz, wollte der Vater von Musiker Marc Sway wissen. «Man muss sich im Leben oft fragen, ob der Drache, den man jagt, auch wirklich der ist, den man fangen möchte», war seine Antwort.
Statt alles auf eine internationale Laufbahn zu setzen, entschied sich Marc Sway bewusst für den Aufbau seiner Karriere in der Schweiz. Für ein Leben auf der Bühne, als Ehemann und Familienvater.
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Bild 1 von 5. Marc Sway wurde in Deutschland entdeckt und rasch zum Teeniestar. Bildquelle: IMAGO/Hoffmann.
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Bild 2 von 5. 2003 mit seinem brasilianischen Freund und Fussballprofi Giovane Élber. Bildquelle: IMAGO/Karo.
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Bild 3 von 5. Sänger Marc Sway (links) und der deutsche Moderator Kai Pflaume nach einem Showcase im Hard Rock Cafe in München 2003. Bildquelle: IMAGO/Stefan M. Prager.
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Bild 4 von 5. 2014 trat Marc Sway mit einer seiner Schwestern auf. Bildquelle: IMAGO/Zoonar.
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Bild 5 von 5. Für den kreativen Kopf war Musik immer ein Schmelztiegel der Kulturen. Bildquelle: IMAGO/PIC ONE.
Mit bald 47 Jahren ist Marc Sway Vater von zwei Teenager-Töchtern und steht vor der Herausforderung, sie in die Welt zu entlassen. Ein Prozess, bei dem das Einschlafen schon mal schwerfällt. Etwa dann, wenn die zwei jungen Frauen noch nicht zu Hause sind.
Loslassen und Neues entstehen lassen
Früher habe er nicht verstanden, weshalb seine Eltern an ihm festhielten. Seit er selbst in dieser Rolle ist, kann er es nachempfinden. «Loslassen heisst, dem Leben und dem Guten zu vertrauen.»
Lange Zeit wollte Marc Sway seine Töchter vor der Öffentlichkeit schützen, bis er zu ihnen sagte: «Die Bühne ist wie ein Wohnzimmer, und ihr seid herzlich eingeladen.»
Seit Kurzem stehen sie gemeinsam im Rampenlicht – auf Augenhöhe, betont Marc Sway. Es gebe nur einen Moment, in dem er sich wieder als Papi fühle: bei der Umarmung am Ende eines Songs.
Die starke Frau hinter der Bühne
Nächstes Jahr feiern Marc Sway und seine Frau Severine ihr 30-jähriges Jubiläum als Paar. Ihre Beziehung begann in der Teenagerzeit mit einer gewissen Leichtigkeit, als sie beschlossen, es «einfach mal auszuprobieren».
Schon bald wurde Marc Sway in Deutschland entdeckt und als Teeniestar auch in der «Bravo» abgebildet. «Da hatten wir Schiss, ob die Beziehung hält.»
Sie hat gehalten, und das sei vor allem seiner Frau Severine zu verdanken. Eine selbstsichere Frau, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehe, so Sway. «Ich habe sie immer sehr geschätzt dafür.» Er sei oft unterwegs gewesen – dabei habe sie ihm nie das Gefühl gegeben, von der Familie weg zu sein.
Als Künstler gebe es immer Momente, in denen man im Kopf weg ist, meint Sway. In einer solchen kreativen Phase hätten die Kinder gesagt: «Ou, dr Papi isch wieder am Flüüge.»
Schmerz als kreative Energie
Marc Sway, der gebürtig Stefan Bachofen heisst, ist der Sohn einer Brasilianerin und eines Schweizers. Aufgewachsen ist er mit zwei Schwestern in Männedorf (ZH). Als Kind litt er unter Legasthenie und unter dem starken Heimweh seiner Mutter.
Früh habe er gelernt, seine Schwächen in Stärken zu verwandeln. Seither nutzt er Entertainment als Ventil.
Doch nicht alle Erfahrungen lassen sich leicht transformieren. Der Tod von Danny, einem Neffen seiner Mutter, habe tiefe Spuren hinterlassen. Danny stiess als dreijähriger Vollwaise zur Familie, als Marc Sway schon fast flügge war. Sway habe viel Bewunderung für den Entscheid seiner Eltern übrig, nochmals von vorn zu beginnen – und ein Kind grosszuziehen.
Wie ein Dammbruch, den man nicht aufhalten kann, beschreibt Marc Sway seine erste Phase im Prozess der Trauerverarbeitung. Doch es gehe weiter, und irgendwann komme der Moment, in dem man sagt: «Ich habe den Schmerz überlebt.»
Marc Sway zeigt, wie eng Musik, Familie und persönliche Geschichte miteinander verwoben sein können. Seine Stärke liegt darin, beides zuzulassen: die Leichtigkeit des Entertainers – und die Tiefe eines Menschen, der erlebt und verarbeitet.