Vom abgeschiedenen Leben der Karthäuser über die bodenständige Einfachheit der Kapuziner bis zum arbeitsreichen Alltag der Benediktiner und der stillen Kraft der Zisterzienserinnen: SRF-Outdoor-Reporter Marcel Hähni nimmt Sie mit auf eine faszinierende Reise zwischen Natur, Geschichte und gelebter Spiritualität.
1. Kloster Mariastein – die Exklave im Kanton Solothurn
Mariastein gehört zur Gemeinde Metzerlen SO und ist fast vollständig vom Kanton Basel-Landschaft sowie der französischen Grenze umgeben. Mariastein ist nach Einsiedeln der zweitwichtigste Wallfahrtsort der Schweiz.
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Bild 1 von 9. Mariastein liegt wunderbar in der Natur integriert und wird von einem Kreuzweg umrahmt. Ein besonderes Merkmal ist die tiefer gelegene, beeindruckende Felsengrotte. Der Ortsteil gehört zur Gemeinde Metzerlen-Mariastein und ist gut via Rodersdorf/Flüh erreichbar. Bildquelle: Solothurn Tourismus.
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Bild 2 von 9. Dominiert wird die Klosteranlage von der Kloster- und Wallfahrtskirche. Die Klosterkirche Mariastein wurde am 5. Juli 1926 durch Papst Pius XI. zur Basilica minor – einer kleineren Basilika – erhoben. Diese Auszeichnung würdigt die Bedeutung des Wallfahrtsortes sowie die enge Bindung der Benediktinergemeinschaft an den Heiligen Stuhl. Bildquelle: Solothurn Tourismus.
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Bild 3 von 9. Ein Blick ins Innere der Klosterkirche Mariastein. Bildquelle: IMAGO/UIG.
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Bild 4 von 9. Am 2. Januar 1941 wurde das Benediktinerstift in Bregenz, Österreich, auf Befehl der Gestapo innerhalb von zwölf Stunden geräumt. Die siebzig Mitglieder fanden Zuflucht im Kloster Mariastein in der Schweizer Gemeinde Metzerlen-Mariastein im Kanton Solothurn. Unter ihnen auch Bruder Beat, 24-jährig, der hier die Glocke zieht. Bildquelle: Keystone/Photopress-Archiv.
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Bild 5 von 9. Unter dem Projekt Mariastein 2025 steht der Aufbruch in die Zukunft der Klostergemeinschaft. Unter anderem wurden zahlreiche Gebäude renoviert und die Gemeinschaft wirtschaftlich neu aufgestellt. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 6 von 9. Aufgrund der erhöhten Lage (auf dem letzten Hügelzug des Jura) geniesst man Fernsichten von bis zu 70 km. Die Umgebung bietet zahlreiche Wandermöglichkeiten und gilt als Ort der Ruhe und Erholung. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 9. Mariastein gilt nach Einsiedeln als zweitwichtigster Wallfahrtsort der Schweiz. Mariastein bietet eine ruhige, oft nebelfreie Lage mit beeindruckender Aussicht auf die Vogesen und den Schwarzwald. Bildquelle: Solothurn Tourismus.
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Bild 8 von 9. Die Ruine der Burg Landskron steht im Oberelsass auf dem Landskronberg an der Schweizer Grenze in der französischen Gemeinde Leymen. Die Burg liegt etwa 15 km von Basel entfernt und ist von Mariastein in gut 45 Minuten zu Fuss erreichbar. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 9 von 9. Die Benediktinerabtei liegt ganz im Westen des Kantons Solothurn, der Schweiz, und direkt an der Grenze zu Frankreich. Wer hier unterwegs ist, kann zwischen den Kantonen und Ländern hin und her wandern. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
Die Klosteranlage liegt äusserst idyllisch auf einer Hochebene über dem Leimental, eingebettet in die typische Jura-Landschaft der Region.
Einen Besuch empfehle ich allen, die einen Ausflug machen möchten, bei dem man zwischen den Kantonen und Ländern auch hin- und herwandern kann. Zur Wanderroute.
2. Kartause Ittingen – Synonym für absolute Stille
Die Kartause Ittingen ist ein ehemaliges Kloster der Kartäuser und liegt auf der rechten Thurtalseite nördlich von Frauenfeld. Die Lage gilt als ein Kraftort der Ostschweiz zwischen Winterthur und dem Bodensee. Zur ehemaligen Klosteranlage gehören unter anderem ein Gutsbetrieb und ein Weinberg.
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Bild 1 von 8. Der Kartäuserorden zählt zu den strengsten in der römisch-katholischen Kirche. Stille, Abgeschiedenheit und Kontemplation prägen den Alltag der Mönche. Sie lebten in kleinen Häusern, verbunden durch Gebet, Arbeit und Schweigen – gesprochen wurde lediglich einmal pro Woche während einer Stunde. Bildquelle: Thurgau Tourismus.
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Bild 2 von 8. Barockgarten der Kartause Ittingen. Der Schweizer Heimatschutz (SHS) zeichnet den Rosengarten der Kartause 2003 mit einem Preis aus. Die öffentlich zugängliche Gartenanlage um das thurgauische Kultur- und Bildungszentrum wurde durch die «Rosenfreunde Winterthur und Umgebung» geschaffen. Bildquelle: Keystone/KEYSTONE/HO/SHS.
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Bild 3 von 8. Zur Kartause Ittingen gehört auch ein Hopfengarten. Gegen Ende August sind die Blütendolden des Hopfens reif und die rund sieben Meter langen Ranken werden von den Drähten gelöst und abgeschnitten. Aus dem biologisch angebauten Hopfen werden Hopfentees, Entspannungskissen und Hopfenschnaps hergestellt. Bildquelle: Keystone/Regina Kühne.
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Bild 4 von 8. Heute ist die Kartause ein Kultur- und Seminarzentrum mit zwei Museen, Hotel, Restaurant, einem Gutsbetrieb sowie betreutem Arbeiten und Wohnen für Menschen mit einer psychischen oder kognitiven Beeinträchtigung. Bildquelle: Thurgau Tourismus.
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Bild 5 von 8. Ein grosser Teil des Flusslaufes der Thur durch den Kanton Thurgau wurde im 19. Jahrhundert begradigt. Dadurch konnte wertvolles Kulturland gewonnen werden. Von der Kartause Ittingen aus hat man einen Blick hinunter zur Thur und bei klarer Sicht auf die Glarner Alpen sowie in der Ferne auch auf Teile der Berner Alpen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 6 von 8. Im Gegensatz zu vielen anderen Klosteranlagen ist die Kartause Ittingen heute das Resultat ständiger baulicher Veränderungen und Anpassungen an die jeweiligen Bedürfnisse im Verlauf von mehr als 900 Jahren. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 8. Eine der schönsten Wanderungen in der Region führt von der Kartause Ittingen aus durch das Seebachtal. Hier kommt man am Nussbaumer- (Nussbommersee in der Umgangssprache), Hüttwiler- und Hasensee vorbei. Bildquelle: Thurgau Tourismus.
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Bild 8 von 8. Die beliebten drei Thurgauer Naturseen liegen rund 500 Meter über Meer direkt an der Grenze zum Kanton Zürich. Die Seen kann man zum Teil umrunden. Bildquelle: Thurgau Tourismus.
Eine beliebte Wanderung von Frauenfeld zur Kartause Ittingen nach Nussbaumen ist eine der schönsten in der Region. Von der Kartause Ittingen führt die Route durch das Seebachtal.
Hier kommt man am Nussbaumer-, Hüttwiler- und Hasensee vorbei. Die Kartause Ittingen sollten alle besuchen, für die die Schweiz hinter Winterthur aufhört. Zur Wanderroute.
3. Kloster Frauenthal – Lebkuchen für die Obrigkeit
Frauenthal ist das älteste Zisterzienserinnenkloster in der Schweiz, das heute noch am Ort seiner Gründung steht. Die Klosteranlage liegt auf einer vom Fluss Lorze gebildeten Insel, in einer Talsenke nördlich von Hagendorn bei Cham im Kanton Zug.
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Bild 1 von 7. Das Kloster Frauenthal liegt in einer weitläufigen Grünfläche der Reussebene. Die Abgeschiedenheit und die unmittelbare Nähe zu einem Gewässer sind typisch für Zisterzienserklöster. Das Kloster wurde zwischen dem Fluss Lorze und einem kanalisierten Seitenarm gebaut. Bildquelle: Andreas Busslinger.
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Bild 2 von 7. Der hochadlige Freiherr Ulrich von Schnabelburg und seine Frau haben Frauenthal im Jahr 1231 gegründet. 1245 wurde die Anlage in den Zisterzienserorden aufgenommen. In der Folge der Reformation um 1530 stand Frauenthal etwa 22 Jahre lang leer, bis es 1552 wiederbesiedelt wurde. Bildquelle: Andreas Busslinger.
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Bild 3 von 7. Dank eines von der Lorze abgeleiteten Kanals, einer Mühle und Sägerei, einer Ziegelhütte, Bäckerei, Sennerei, einem Reb-, Fisch- und Badhaus, einer Scheune und Ställen war das Kloster über Jahrhunderte hinweg wirtschaftlich autonom. Bildquelle: Andreas Busslinger.
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Bild 4 von 7. Die aktuelle Äbtissin im Kloster Frauenthal heisst Sr. Maria Beda Berg und ist in Portland, Maine, USA, geboren und dort in Minnesota aufgewachsen. Ihre Wahl fand im Februar 2025 statt. Sr. Maria Beda Berg war bereits in früheren Jahren im Frauenthal. Heute leitet sie das Kloster mit aktuell neun Nonnen im Alter zwischen 21 und 90 Jahren. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 5 von 7. Die Nonnen von Frauenthal haben jahrhundertelang zur Weihnachtszeit Lebkuchen gebacken, die von den Zuger Schirmherren als Abgaben entgegengenommen wurden. Seit 1984 werden in der ersten Dezemberwoche Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zug, die sich auf besondere Art für das Gemeinwohl verdient gemacht haben, mit einem Lebkuchen geehrt. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 6 von 7. Das Kloster besitzt eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit prächtiger Rokokoausstattung und zwei geschlossenen Klosterhöfen. Der westliche Teil wird durch das mächtige Beichtigerhaus von 1609 und den reizvollen Sankt-Agathe-Brunnen geprägt. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 7 von 7. Der Reussdamm auf Hünenberger Gebiet ist über hundert Jahre alt. Die Hauptbegradigung und Kanalisierung der Reuss erfolgte im Wesentlichen in den 1860er und 1870er Jahren. Diese Korrektionsarbeiten umfassten den Bau von Dämmen und die Begradigung des Flusslaufs, um Hochwasser zu verhindern und Landwirtschaftsflächen zu gewinnen. Bildquelle: Keystone/Alexandra Wey.
Von der Klosteranlage bietet sich die Wanderung hinunter an die Reuss und dann auf dem Damm oder direkt am Ufer entlang, vorbei an renaturierten Auenlandschaften, bis nach Sins im Kanton Aargau an.
Einen Ausflug ins Frauenthal empfehle ich allen, die eine neue Region kennenlernen wollen und sich nicht scheuen, ohne GPS das Frauenthal überhaupt zu finden. Zur Wanderroute.
4. Kapuzinerkloster Rapperswil – ein Kloster zum Mitleben
Das Kapuzinerkloster Rapperswil besteht seit dem 16. Jahrhundert. Es befindet sich direkt am sogenannten «Endingerhorn» auf einer in den Zürichsee ragenden Halbinsel, die mit der historischen Stadtbefestigung von Rapperswil verbunden ist.
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Bild 1 von 7. Seit November 1992 ist das Kloster für Gäste, Frauen und Männer, geöffnet, die mindestens eine Woche mit der Klostergemeinschaft mitleben möchten. Bekannt ist das Kloster auch für seine Rosengärten und die Antoniusgrotte. Bildquelle: depositphoto.com.
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Bild 2 von 7. Die bekannte Grotte im Kapuzinerkloster Rapperswil ist dem Heiligen Antonius von Padua geweiht. Die Antoniusgrotte wurde 1602 in den Fels am Ende des Rapperswiler Schlosshügels gehauen. Hier entstand dann auch das heutige Kapuzinerkloster. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 3 von 7. In den Führungen durch das Kapuzinerkloster werden die franziskanische Geschichte und Lebensweise erläutert. Zu besuchen gibt es die Kirche, den Gebets- und Meditationsraum, den Kreuzgang und das Refektorium (Essraum). Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 4 von 7. Von der Klosterterrasse gibt es einen wunderbaren Blick über den Zürichsee, den Etzel und zu den Inseln Lützelau und Ufnau. Diesen Ausblick gibt es auch vom Burghügel oberhalb des Klosters. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 5 von 7. Der Rapperswiler Holzsteg ist 841 Meter lang und wird von 233 Eichenpfählen getragen. Er führt von Hurden nach Rapperswil und schlägt einen weiten Bogen um den viel befahrenen und lärmigen Seedamm. In den letzten Jahren wurde das Holz von einem Pilz befallen, der eine Sanierung der Brücke nötig macht. Bildquelle: depositphoto/com.
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Bild 6 von 7. Das Stadtwappen von Rapperswil zieren 2 Rosen. Den Namen Rosenstadt verdient sich Rapperswil aber aufgrund der über 20 000 Rosen, welche von Mai bis Oktober in den Rosengärten beim Kapuzinerkloster und auf der «Schanz» blühen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 7. Elefant, Giraffe oder Trampeltier. Wer das Kloster und die Altstadt gesehen hat, kann in einer Viertelstunde zum Kinderzoo spazieren. Hier sieht man einzelne Tiere auch ausserhalb des Zoos in den Stallungen der Familie Knie, die hier ihren Hauptsitz hat. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
Den Besuch des Kapuzinerklosters in Rapperswil verbindet man am besten mit einer Wanderung über die längste Holzbrücke (841 m) der Schweiz von Hurden SZ nach Rapperswil.
Rapperswil sollte man besuchen, weil es ein altes und hübsches Städtchen ist, in dem Elefanten und Giraffen zum Stadtbild gehören und die Bürger sich immer wieder gegen eine Übernahme der Zürcher gewehrt haben. Zur Wanderroute.