Sanfte Jurahügel und ein Abenteuer hinter verborgenen Türen: In Porrentruy – oder auf Deutsch «Pruntrut» – wird die Wanderung des Monats Juni zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie. Um den Ausflugstipp für den Monat Juni zu erkunden, bin ich allein unterwegs.
Schon die Anreise in den Kanton Jura fühlt sich für mich wie Entschleunigung an. Ab Delémont schlängelt sich der Zug durch eine Landschaft aus sanften Hügeln, Wiesen und Wäldern – typisch für den nördlichen Jura, der geologisch zu den jüngsten Gebirgen Europas zählt. Die Region ist bekannt für ihre moderaten Höhenlagen, was sie besonders familienfreundlich macht.
Meine Wanderung rund um das Städtchen Porrentruy führt über gut markierte Wege, vorbei an Weiden und Waldrändern.
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Bild 1 von 8. Die Stadt Pruntrut zählt heute rund 7000 Einwohner und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Unter dem Namen Purrentru wurde sie erstmals im Jahre 1136 erwähnt und gehörte zur damaligen Grafschaft Mömpelgard. Im Jahr 1271 ging das Städtchen an das Fürstbistum Basel über. Der Ort wird oft als «kulturelle Hauptstadt» des Juras bezeichnet. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 2 von 8. Das Wildschwein ist das Wappentier der Stadt. So heisst es: «An einem Tag in früheren Zeiten kam ein einzelnes Tier herangaloppiert. Es übersprang die zehn Fuss hohe Stadtmauer, als wäre diese nur ein kleiner Gartenzaun.» Dieses Abenteuer zeigte den Ratsherren, dass die Ringmauern der Stadt an gewissen Stellen ungenügend hoch waren. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 3 von 8. «Circuit Secret»-Porrentruy ist ein Rundgang mit Geschichten, die sich an den verschiedenen Orten der Stadt verbergen. Per Smartphone – nach einer Online-Buchung – oder mit einem vor Ort im Tourismusbüro erhältlichen Schlüssel wird man zum eigenen Guide in der Stadt. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 4 von 8. Einer der Schlüssel öffnet die Geschichte von Pierre Péquignat, dem aufrührerischen Volksvertreter, der den Fürstbischof herausforderte und dessen Kampf tragisch endete. Im alten Wasserreservoir der Stadt erlebt man, wie der Vouivre, jenes mythische Fabelwesen, das sich von der Energie des Wassers ernährt, aufersteht. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 5 von 8. Im Schloss selbst taucht man in die Prunkzeit der Fürstbischöfe von Basel ein. Im Kerker hingegen erwachen Hexen, Gefangene und ihre Wärter an den Wänden. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 6 von 8. Fruchtbares Bauernland und zahlreiche Weinberge prägen die weite Landschaft der Ajoie mit Pruntrut im Zentrum. Ein herrliches Gebiet für Wander- und Velotouren. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 8. Das Schloss Porrentruy war von 1524 bis 1792 Sitz der Prinz-Bischöfe von Basel und umfasst architektonische Stilelemente vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Noch heute ist es ein Symbol der Macht, denn es beherbergt die Gerichtsbehörden der Republik und des Kantons Jura. Der Schlosshof und der Réfous-Turm sind am Tag frei zugänglich. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 8 von 8. Eine Landschaft mit vielen grünen Hügeln, Wäldern und Wiesen. So sieht der Jura auch aus! Immer zu finden: der spezielle Jurastein – auch auf den Feldwegen. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
Die Höhenunterschiede bleiben überschaubar, immer wieder laden Bänke und Picknickplätze zum Verweilen ein. Ideal für Kinder, die gerne entdecken, aber keine endlosen Aufstiege mögen.
Der eigentliche Höhepunkt wartet jedoch am Ende der Tour in der Altstadt. Pruntrut war einst Sitz der Fürstbischöfe von Basel, und genau diese Geschichte wird heute auf überraschend moderne Weise erlebbar. Der sogenannte «Circuit Secret» ist ein interaktiver Rundgang, der sich per Smartphone oder mit einem physischen Schlüssel aus dem Tourismusbüro starten lässt. Nach der Buchung wird man zum eigenen Guide – und öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben.
Wenn Geschichte lebendig wird
Hinter dicken Mauern entfaltet sich ein multimediales Spektakel, das die Handschrift der Künstlerin Camille Scherrer trägt.
In den Kerkerverliesen des Schlosses begegnen mir per Projektion Gefangene und Wärter, in einem ehemaligen Wasserreservoir ziehen Karawanen durch eine virtuelle Landschaft. Ton, Licht und Bilder lassen Geschichte lebendig werden, ohne belehrend zu sein. Besonders beeindruckend ist der Aufstieg auf den Burgturm: Der Weg führt teilweise aussen entlang, über eine schmale Treppe in luftiger Höhe – nichts für Hastige, aber ein echtes Abenteuer für Mutige.
Weite Landschaft und überraschende Perspektiven
Die Mischung aus Bewegung, Neugier und spielerischem Lernen macht den «Circuit Secret» zu einem der innovativsten Familienangebote im Schweizer Jura. Und ich gebe zu: Obwohl ich interaktiven Parcours sonst eher skeptisch begegne, hat mich dieses Erlebnis überzeugt.
Genau diese Kombination aus Naturerlebnis und kultureller Tiefe macht Porrentruy so besonders. Draussen die weite Landschaft, drinnen überraschende Perspektiven auf eine bewegte Vergangenheit – kompakt, abwechslungsreich und ideal für einen Wochenendausflug.
Erreichbar ist Pruntrut bequem mit dem Zug via Basel und Delémont oder mit dem Auto über die A16 Transjurane. Von Zürich aus bin ich mit dem Zug rund zweieinhalb Stunden unterwegs – genug Zeit, um auf der Rückfahrt die Eindrücke nachklingen zu lassen. Meistens schlafe ich dabei ziemlich schnell ein.