Da ist sie also wieder: Cooly! Sie hüpft, sie springt, sie umarmt und animiert. Auf und neben dem Eis und mit einer scheinbar endlosen Energie.
17 Jahre nach ihrer Geburt ist die Kult-Kuh auch in diesen Tagen wieder das offizielle Maskottchen der Weltmeisterschaft.
Cooly – Die Geschichte eines Maskottchens
-
Bild 1 von 7. Ursprünglich wurde Cooly, die liebenswerte Schweizer Kuh, für die Eishockey-WM 2009 geschaffen. Im Vorfeld hatten Schweizer Eishockey-Fans über ihren Namen abgestimmt. Bildquelle: Keystone / Patrick B. Kraemer.
-
Bild 2 von 7. In den Kostümen steckten (und stecken auch dieses Jahr wieder) professionelle kanadische Maskottchen-Artisten. Sie winken nicht nur in die Menge, sie schliddern auch mal eine Treppe hinunter. Bildquelle: Keystone / Patrick B. Kraemer.
-
Bild 3 von 7. Was Cooly damals an Entertainment bot, war für die Schweiz ein Novum. Sie wurde zum heimlichen Star der WM. Bildquelle: Keystone / Patrick B. Kraemer.
-
Bild 4 von 7. Aufgrund ihrer Popularität wurde sie deshalb 2014 auch Botschafterin der Leichtathletik-EM. Sie wurde zur polysportiven Kult-Kuh. Bildquelle: Keystone / Steffen Schmidt.
-
Bild 5 von 7. Sie war mehrmals zu Gast bei Weltklasse Zürich. Sie spornte Läuferinnen bei Volksläufen an, stand aber auch für die Kinderhilfe «Petite Suisse» im Einsatz. Bildquelle: Reuters / Denis Balibouse.
-
Bild 6 von 7. 2020 hätte Cooly eigentlich bereits aufs Eisfeld zurückkehren sollen. Doch wegen Corona wurde die WM damals abgesagt. Nun also prangt auf ihrem Rücken die 26. 17-jährig und kein bisschen müde. Bildquelle: Keystone / Salvatore di Nolfi.
-
Bild 7 von 7. Und für alle, die sich jetzt fragen, was denn eigentlich vor Cooly war? Auch schon 1998 an der Eishockey-WM setzte man auf ein Maskottchen. Der Pinguin hiess «Bully». Kultstatus hat er nie erreicht. Bildquelle: Keystone / Christoph Ruckstuhl.
Die Fans lieben Cooly. Doch wie fühlt sich das eigentlich für die Person im Kostüm an? Kurzantwort: «Heiss!»
Das sagt Urs Sahli. Er weiss, wie es sich anfühlt, wenn man im Kuhkopf steckt. Für einen Werbedreh für die (später abgesagte) WM 2020 habe er die Ehre gehabt, sich das Cooly-Kostüm überzuziehen. «Da hat es zwar Ventilatoren drinnen, für die Frischluft. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein.»
Sahli aus Bern ist schon seit mehreren Jahren passionierter Maskottchen-Darsteller. Er liebe es, bloss mit Bewegungen und Schabernack ein Publikum zu begeistern. Das sei etwas Magisches. Die Skills, die man hierfür brauche, würden aber oftmals unterschätzt.
Während der Weltmeisterschaft sind da Maskottchen-Profis aus Kanada am Werk.
Deshalb hat Sahli seine Passion zum Nebenberuf gemacht. Er schult angehende Maskottchen, er vermittelt Darsteller an Firmen und er führt Maskottchen-Castings durch. In einem Parcours teste er, wie agil die Kandidatinnen sind.
«Können sie in die Knie gehen? Wieder aufstehen? Dann ein Mandelbärli verteilen. Ein Foto schiessen. Wie klatschen sie ab? Und halten sie auch durch?» Denn wer nach dem Postenlauf schon am Ende sei, für den oder die dürfte es an einem Schwingfest in der prallen Mittagssonne schwierig werden.
Ausdauer ist aber nur ein Aspekt. Genauso wichtig: Die Neulinge lernen bei ihm, sich im Kostüm zu bewegen. «Das Sichtfeld ist sehr eingeschränkt. Ohne Training stolpert man da gerne mal über ein Kabel», so Sahli. «Und dann muss man natürlich üben, wie man mit übertriebener Gestik Emotionen darstellt.» Denn Maskottchen, die sprechen nicht.
Auch darum sei ein professionelles Maskottchen meist mit einer Begleitperson unterwegs. «Die ist quasi dein Bodyguard. Sie hilft dir, den Weg zu finden, und könnte im Notfall eingreifen, sollten dich angeheiterte Personen anpöbeln.»
Nach wie vor zelebriere man in der Schweiz Maskottchen weniger, als zum Beispiel in den USA. Doch sie würden immer beliebter. Schweizer Unternehmen hätten je länger je weniger Hemmungen, auf ein Maskottchen und mit ihm auf ein Kundenerlebnis zu setzen.
«Mal bist du ein Tier, mal eine Frucht oder ein Kaffeebecher.» Urs Sahli gefällt die Vielfalt der Rollen. Schlussendlich aber hätten alle Kostüme etwas gemeinsam. «Nach einem Einsatz sind sie pflotschnass.» Und das Schwierigste am Job sei wohl, dann noch ein zweites Mal hineinzusteigen.
Doch auch wenn er schon in manchem Kostüm unterwegs war. Ein Auftritt jetzt an der WM als Cooly, das würde sich Urs Sahli nicht zutrauen. «Das ist eine andere Liga. Während der Weltmeisterschaft sind da Profis einer kanadischen Spezialfirma am Werk», weiss Sahli.
«Das sind ausgebildete Artisten. Die bringen nochmals eine ganz andere Energie ins Kostüm.» Da könne auch er nur zuschauen, sich inspirieren lassen und wer weiss, vielleicht auch mal eine Scheibe abschneiden.
«Wenn ihr Cooly also das nächste Mal im Einsatz seht, dann zollt ihr Respekt. Das ist hard work!»