Die Mutter aller musikalischen Verschwörungstheorien geht – wie so vieles – zurück auf die Beatles. Aus einer einfachen Falschmeldung über einen angeblichen Autounfall Paul McCartneys im Jahr 1966 verbreiteten sich die abenteuerlichsten Konspirationsmythen über seinen Tod. Die Bandmitglieder hätten seinen Tod bewusst verschwiegen oder wurden dazu gezwungen, Paul durch einen Doppelgänger zu ersetzen.
Paul McCartneys talentierter Doppelgänger
Später wurde das Albumcover von «Abbey Road» als Indiz für die Verschwörung herangezogen. McCartney läuft hier nicht im Gleichschritt mit den drei anderen Beatles, ist ausserdem barfuss und hält seine Zigarette in der rechten Hand (Paul war Linkshänder).
Der VW-Käfer im Hintergrund mit der Autonummer 28IF soll auf Pauls Alter hinweisen, wenn er noch leben würde. Ausserdem singe John Lennon auf «Strawberry Fields forever» die Zeile «I buried Paul» (ich habe Paul begraben). In Tat und Wahrheit spricht Lennon dort die Worte «Cranberry Sauce».
«I buried Paul» oder «Cranberry Sauce?»
Totgesagte leben länger
Das berühmte Filmzitat «Totgesagte leben länger» gilt auch für tatsächlich verstorbene Musik-Ikonen. Der «King of Rock & Roll» bildet da keine Ausnahme. Elvis sei nach seinem Tod durch einen Herzinfarkt gesehen worden. Und zwar ausgerechnet in einer «Burger King»-Filiale. Die sogenannten Elvis-Sichtungen erlangten in den 1980er- und 1990er-Jahren breite mediale Aufmerksamkeit, unter anderem in den Fernsehsendungen «The Elvis Files« (1991) und «The Elvis Conspiracy» (1992).
Auch bei The Doors-Sänger Jim Morrison kam es zu umfangreichen Legendenbildungen. Gleich zwei Morrison-Biografen beschäftigen sich mit der Theorie, dass dieser seinen Tod nur vortäuschte, um in Ruhe Musik schreiben zu können.
La Toya und Michael Jackson sind eins
Das Leben von Michael Jackson war offenbar noch nicht bizarr genug. Denn schon zu Lebzeiten lief die Fake-News-Maschinerie rund um den «King of Pop» heiss. Eine der abenteuerlichsten Theorien: Er und seine Schwester LaToya seien ein und dieselbe Person. Schliesslich würden sie sich, nun ja, frappant ähneln.
Seit Michael Jacksons Tod 2009, den er angeblich nur vorgetäuscht hat, um den Missbrauchsvorwürfen zu entkommen, lebt er entweder im englischen Gloucestershire oder in Bahrain.
Taylor Swift im Pentagon
2024, auf dem Höhepunkt des Taylor-Swift-Hypes, war der Superstar mit einer Welle an Fake News konfrontiert. Verschiedene Medienhäuser, unter anderem Fox News und One America News, verbreiteten Nachrichten, Swift sei an geheimen Pentagon-Operationen beteiligt gewesen und dabei beauftragt worden, Joe Biden zur Wiederwahl zu verhelfen.
Auch AC/DC und Lorde im Fokus
Und wie kontert man Verschwörungstheorien? Mit Humor. Auf die Frage, ob seine Band AC/DC tatsächlich rückwärts aufgenommene Botschaften auf dem Album «Highway to Hell» platziert habe, antwortete Angus Young: «Macht euch nicht solche Mühe. Lest den Albumtitel vorwärts.»
Ebenfalls mit Humor nahm es Sängerin Lorde. Ihre Karriere startete sie im Teenageralter. Aufgrund der Reife ihres Songwritings waren selbsternannte «Lorde Age Truthers» überzeugt, sie sei deutlich älter. Bei ihrem nächsten Interview stellte sie sich mit den Worten vor: «Ich bin Lorde und ich bin 45 Jahre alt.»