«Ein Risikoinvestment wird in den meisten Arbeitsbereichen als positiv und mutig wahrgenommen. Investieren Musikschaffende in ihre Kunst und Karriere, ist die Wahrnehmung ganz anders», empört sich Zebo Adam in der Duko «Fräulein Luise sucht das Glück». Adam ist Musikproduzent, arbeitete u.a. für Bands wie Bilderbuch oder Wanda und produzierte das erste Album des Zürcher Quartetts Fräulein Luise.
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Bild 1 von 6. Fräulein Luise im Studio (Olivia Merz, Paul Studer, Paula Scharrer, Aliosha Todisco und Produzent Zebo Adam v.l.n.r.). Bildquelle: Fräulein Luise / madcom.
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Bild 2 von 6. Fräulein-Luise-Bandsitzung. Auch das muss sein und macht offensichtlich manchmal sogar Spass. (Paul Studer, Olivia Merz, Paula Scharrer, Aliosha Todisco v.l.n.r.). Bildquelle: Fräulein Luise / madcom.
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Bild 3 von 6. So sieht eine Band aus: Fräulein Luise während Probe-Woche im Wallis (Paula Scharrer, Aliosha Todisco, Olivia Merz, Paul Studer v.l.n.r.). Bildquelle: Fräulein Luise / madcom.
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Bild 4 von 6. Fräulein-Luise-Frontfrau Paula Scharrer im Bandbus. Bildquelle: Fräulein Luise / madcom.
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Bild 5 von 6. Das Album ist im Kasten. Fräulein Luise feiern im Kreis mit Produzent Zebo Adam. Bildquelle: Fräulein Luise / madcom.
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Bild 6 von 6. Fräulein Luise: Einsingen vor der Show (Olivia Merz und Paula Scharrer). Bildquelle: Fräulein Luise / madocom.
«Eine Band ist wie ein Startup-Unternehmen. Es wird aber oft nicht als das wahrgenommen, weil es eben Musik ist», resümiert Fräulein-Luise-Schlagzeuger Aliosha Todisco. Um ihren Traum zu leben und ihre Ziele zu erreichen investierten Paula Scharrer, Olivia Merz, Aliosha Todisco und Paul Studer (alle Anfang 20) nicht nur einen Grossteil ihrer Zeit in die Band – sie steckten auch rund 80'000 Franken in die Album-Produktion.
Ein Risikoinvestment wird in den meisten Arbeitsbereichen als positiv und mutig wahrgenommen. Investieren Musikschaffende in ihre Kunst und Karriere, ist die Wahrnehmung ganz anders.
Mit der Bereitschaft eines finanziellen Investments ist es aber nicht getan, betont der österreichische Produzent, der die Zürcher Band unter seine Fittiche genommen hat. «Damit das Publikum für 90 Minuten an einem Konzert oder für 45 Minuten bei einem Album dabeibleibt, müssen Musikschaffende daran 24/7 und zu 100 Prozent arbeiten», so Zebo Adam.
Die Band als Unternehmen
Fräulein Luise stellten einen Zweijahresplan auf und gründeten eine GmbH. «All in» lautete dabei das Motto der Band. Aber natürlich besteht eine Band aus Individuen. Wahrnehmungen und Bedürfnisse sind nicht immer deckungsgleich. «Ich habe etwas Angst mich entscheiden zu müssen zwischen Band und Uni», realisiert Keyboarderin Olivia Merz während der Schaffensphase.
«Es ist schon ein Stress. Ich das Gefühl habe, dass sich in den nächsten Jahren mein Leben entscheidet. Und auch, dass ich danach nie mehr Anfang 20 bin», sinniert Sängerin Paula Scharrer.
Scheitern als mögliches Szenario
Wer auf die Karte Musik setzt, muss das wirklich wollen. Das wird Fräulein Luise auf dem Weg zu ihrem Debüt-Album bewusst. «Kunst machen bedeutet auf Desinteresse zu stossen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass sich irgendjemand für dein Schaffen interessiert», bringt es Adam auf den Punkt und weiter: «Du musst es immer wieder und so präsentieren, dass das Publikum nicht daran vorbeikommt. Eine Garantie für Erfolg gibt es aber nicht».
«Egal was passiert», sagt Zebo Adam zum Schluss «es ändert nichts daran, dass wir schöne Musik aufgenommen haben».