«Krieg der Söhne» von Barbara Kenneweg

Heute verbringen ganze Generationen von männlichen Halbwüchsigen ihre Freizeit mit Gamen kämpfend am Computer. Leichen pflastern ihre Spielwelten, auf die die Erwachsenen jeden Zugriff verloren haben. Das Hörspiel erforscht spielend und dokumentierend diese virtuellen Kriegszonen der Kinderzimmer.

Eine Person spielt den First-Person Shooter Counter Strike.
Bildlegende: Eine Person spielt den First-Person Shooter Counter Strike. Imago/ MiS

Die Grundlage des Hörspiels ist dokumentarisches Material. Alle Darsteller und Darstellerinnen begeben sich ins Spiel, mit dem Computer oder mit der Erinnerung, mit Ängsten und Hoffnungen, Erlebtem und Vorgestelltem. Die meisten sind Laien, andere Profis. Einige der jungen Männer sind Schauspielstudenten. Die Mütter begeben sich ins Spiel ihrer Söhne: ein Experiment, «echtes» Spiel. Die Verwebung von Dokumentation und Darstellung spiegelt sich wieder im Verhältnis von Text und Musik, deren Grenze bewusst überschritten wird. Menschliche Geräusche der Spielleidenschaft werden zum Soundtrack, kleine Jungen improvisieren beim Gamen Kampfmusik und Heldenmotive.

Mit: Anne-Isabelle Zils, Thimo Meitner, Tony de Maeyer, Romanus Fuhrmann, Vincent Redetzky, Daniela Weber

Musik: Lula Romero - Regie: Barbara Kenneweg - Produktion: rbb 2015 - Dauer: 55'

Barbara Kenneweg wurde 1971 in Düsseldorf geboren. 1989 erhielt sie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes für das «United World College of South East Asia» in Singapur. Sie studierte Theater- und Medienwissenschaften an der nordirischen «University of Ulster» und Theaterregie an der «Theaterakademie Spielstatt Ulm». Nach Aufenthalten in Südasien inszenierte sie in der Berliner freien Theaterszene. Seit 2006 ist sie für den Rundfunk tätig. Ihre Arbeiten sind geprägt von der Kooperation mit Komponistinnen und bildenden Künstlern.

Lula Romero (María de la Luz Romero Garrido), 1976 in Palma de Mallorca geboren, studierte Komposition, Klavier und Kunstgeschichte. 2010 schloss sie ein Masterstudium in Komposition am Königlichen Konservatorium in Den Haag bei Gilius van Bergeijk und Cornelis de Bondt ab. Ihre Werke werden von namhaften internationalen Ensembles aufgeführt. Romero konnte zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen.

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Redaktion: Claude Pierre Salmony