«Prozedur 7.0.0» von Hermann Bohlen

Sie stehen einfach nur rum. Hier einer, dort einer, und es werden immer mehr. Wer sie sind und was sie wollen, darüber kann nur spekuliert werden. Denn die Steher schweigen und geben keinen Hinweis auf ihre Identität. Wie reagieren Erkennungsdienstler, Wissenschaftler und Bürger auf diese Zumutung?

Im Stil einer Dokumentation begibt sich Hermann Bohlen auf die Spur der Unsortierbaren: Menschen, deren Herkunft und Identität ungeklärt sind und die mit ihrer verschwiegenen Präsenz in der Stadt Misstrauen erzeugen. Sind sie krank oder passiv subversiv, Angehörige einer seltsamen Sekte oder womöglich Mitglieder einer Terrorgruppe? Zahlen sie überhaupt Steuern?

Sicher ist: Die wachsende Zahl der stummen Identitätsverweigerer macht ihre Mitbürger zunehmend nervös. Das anfängliche Staunen über die Sonderlinge weicht der Wut und die Forderungen nach Sanktionen werden immer lauter. Denn was nicht einordbar ist, muss dringend unter Kontrolle gebracht werden.

Mit: Astrid Brenner, Stefanie Brummer, Hans-Peter Dreitzel, Junior van Dannen, Johannes Groschupf, Johannes Groschupf, Vivien Heitmann, Hartmut Hoppe, Petra Kirberger, Stefan Ripplinger, Iris Roebling, Bernd Wagner und Ralf Zeiseweis

Regie: Hermann Bohlen - Produktion: rbb 1996 - Dauer: 39'

Im Anschluss:
Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln
von Hermann Bohlen

Ein Hörspiel über die Entstehung von «Prozedur 7.7.0.»
Während «Prozedur 7.7.0.» durch den (fingierten) O-Ton so klingt und so gemacht ist wie eine Dokumentation, klingt das Kartoffel-Stück wie klassisches Hörspiel und ist auch so gemacht.

Mit: Bettina Kurth (Frau), Stefan Ripplinger (Erzähler) und Hermann Bohlen (Herr Bohlen). Ausserdem erstmals zu hören: Das Atmen eines Unsortierbaren

Regie: Hermann Bohlen - Produktion: DLF Kultur 1996 - Dauer: 22'

Redaktion: Katrin Zipse