Darum geht es: Auf dem Reiseportal Opodo können Flüge, Hotels, Mietautos und ganze Pauschalreisen in alle Welt gebucht werden. Angeblich zum günstigsten Preis, wie das Unternehmen verspricht: «Bestpreisgarantie oder wir zahlen die Preisdifferenz doppelt», steht auf der Internetseite. Beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» melden sich nun aber vermehrt Kundinnen und Kunden, die trotz der günstigen Preise ausdrücklich vor Opodo warnen.
Was ist das Problem? Die Berichte der Betroffenen tönen ähnlich. Im Fokus steht dabei eine «Abofalle», wie es verschiedene Opodo-Kunden nennen. Bei der Buchung werde man automatisch sogenanntes Prime-Mitglied. Dafür gibt es laut Opodo «exklusive Rabatte bei Flügen, Hotels und Autos». Diese Mitgliedschaft kostet jährliche Gebühren. In der Regel geht es um etwa 120 Franken. Auch gegenüber «Blick» äusserten sich schon Betroffene und in Österreich beispielsweise hat die Konsumentenorganisation VKI das Thema aufgegriffen. Dieser liegen gemäss eigenen Angaben «weit über 100 Fälle» vor.
Ich finde ein solches Geschäftsgebaren einfach unglaublich.
Welche Vorwürfe äussern Kundinnen und Kunden? Einerseits ist da eben diese automatische Prime-Mitgliedschaft. Ein Kunde fasst das gegenüber «Espresso» so zusammen: «Das muss bei der Buchung so gut versteckt sein, dass man es schlicht nicht sieht.» Auch andere sagen, sie hätten bei der Buchung nicht realisiert, dass eine Mitgliedschaft abgeschlossen wird. Hinzu kommt: Einige Kundinnen und Kunden sagen, es sei fast unmöglich, die Mitgliedschaft zu kündigen. Opodo reagiere weder auf Emails noch auf andere Kontaktaufnahmen. «Ich finde ein solches Geschäftsgebaren einfach unglaublich», so eine enttäuschte Kundin.
Wir bedauern, dass diese Erfahrungen nicht der hohen Zufriedenheit unserer breiten Abonnentenbasis entsprachen.
Wie reagiert Opodo auf die Kritik? Opodo gehört zum spanischen Reisekonzern E-Dreams Odigeo. Von dort kommt eine schriftliche Stellungnahme. Darin verweist das Unternehmen zunächst auf «weltweit über 7.7 Millionen Reise-Abonnenten» und dass Prime ein «rein optionaler Service» sei, für den sich Reisende proaktiv entscheiden müssten. Zu konkreten Fällen, die SRF dem Unternehmen vorgelegt hat, heisst es: «Bezüglich der genannten Einzelfälle bestätigen unsere technischen Protokolle, dass diese Abonnements aktiv ausgewählt und mit den bereitgestellten Daten korrekt bestätigt wurden, wobei alle relevanten Mitteilungen ordnungsgemäss versandt wurden.»
Was heisst das nun für betroffene Kundinnen und Kunden? Gemäss den Angaben von Opodo sollten diese nun Ruhe haben: «Wir haben diese Anliegen gelöst.» Das Unternehmen gibt beispielsweise an, in einem Fall die Mitgliedschaft definitiv gekündigt zu haben, in einem anderen Fall sei Geld «als Geste der Kulanz» zurückbezahlt worden. Man bedaure, «dass diese Erfahrungen nicht der hohen Zufriedenheit unserer breiten Abonnentenbasis entsprachen».