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Alarmierende Resultate TCS und ADAC warnen vor mehreren Kindersitzen

Gleich reihenweise fallen Kindersitze im aktuellen Test durch. Vor allem White-Label-Produkte von Billigplattformen.

Der TCS und der deutsche ADAC haben Kindersitze getestet. Gewisse Modelle haben dabei komplett versagt, weshalb die beiden Organisationen vor diesen Produkten warnen. Das Problem seien insbesondere kopierte Modelle, «die vorwiegend auf asiatischen Online-Portalen angeboten werden», so der TCS in einer Mitteilung.

Bei einem schweren Unfall besteht [...] ein hohes Verletzungsrisiko für das Kind.
Autor: ADAC

Der grösste Teil der beanstandeten Kindersitze sind demnach praktisch baugleiche Produkte, die unter verschiedenen Markennamen erhältlich sind. Man spricht von sogenannten White-Label-Produkten. Laut ADAC werden diese jeweils optisch leicht angepasst auf Plattformen wie Alibaba «in grosser Stückzahl angeboten».

Sitz löst sich und wird herumgeschleudert

TCS und ADAC haben mehrere dieser baugleichen Modelle getestet und kommen zum alarmierenden Schluss, dass bei all diesen Sitzen ein erhebliches Risiko besteht: Beim Frontalcrash lösten sich die Sitze aus der Verankerung und wurden im Fahrzeug herumgeschleudert. Genannt werden in den Mitteilungen folgende Modelle:

  • Reecle 360
  • Buf Boof Tweety Plus
  • Ding Aiden 360
  • Kidiz 360
  • KidsZone i-Size 360
  • Lettas i-Size 360
  • Miophy i-Size 360
  • Xomax 946i

Der Kindersitz Ding Aiden 360 hält nicht

Hersteller dieser Sitze ist die chinesische Firma Yangzhou Lettas Baby Product. Dieser sagte gegenüber ADAC und TCS, dass seit Januar 2026 verschiedene Verbesserungen in die Produktion einfliessen würden. Diese sollten die Sitze stabiler machen. Getestet werden konnte das jedoch nicht.

Auch Produkt eines deutschen Anbieters fällt durch

Ebenfalls nicht zufrieden waren die Tester mit dem Kindersitz Mink Pro 2 des deutschen Herstellers Kinderkraft. Die Babyschale löste sich bei einem Frontalcrash aus der Isofix-Station und wurde durch das Fahrzeuginnere geschleudert. «Bei einem schweren Unfall besteht deshalb ein hohes Verletzungsrisiko für das Kind», so der ADAC.

Der Sitz von Kinderkraft wird zum Katapult

Laut der Mitteilung biete der Anbieter den Eltern einen Austausch und eine Rückerstattung an. Man könne sich via E-Mail an safety@kinderkraft.com beim Hersteller melden.

Was können Eltern tun?

Falls Sie einen der genannten Kindersitze besitzen, sollten Sie diesen nicht mehr verwenden. TCS und ADAC weisen allerdings darauf hin, dass kein genereller Anspruch auf eine Rückgabe oder Umtausch bestehe, da die Sitze die gesetzlichen Anforderungen dennoch erfüllten und in Europa verkauft werden dürften.

Das hängt damit zusammen, dass der durchgeführte Test strenger ist als der Typengenehmigungstest. Dieser führe zu höheren – «aber realistischeren» – Belastungen des Kinderrückhaltesystems.

Radio SRF 1, Espresso, 10.4.2026, 8:10 Uhr

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