Darum geht es: Spielsand gerät weltweit je länger je mehr in den Fokus von Behörden und Konsumentenschutz-Organisationen. Nach Australien und Neuseeland warnen nun auch Holland und Belgien davor, entsprechende Produkte weiter zu verwenden. Beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» melden sich besorgte Eltern: «Was gilt in der Schweiz?», möchte beispielsweise eine Mutter wissen.
Was weiss man bis jetzt? Im Herbst 2025 liessen die australischen und neuseeländischen Behörden mehrere Produkte zurückrufen. In Labortests waren Spuren von Asbest in farbigem Spielsand gefunden worden. Zahlreiche Schulen wurden vorübergehend geschlossen, um allenfalls betroffene Produkte zu entsorgen. Mitte Februar gab es entsprechende Meldungen auch aus den Niederlanden und aus Belgien. Die belgischen Behörden haben unterdessen erste Ergebnisse von Labor-Analysen veröffentlicht. Gemäss diesen enthielten 12 von 20 untersuchten Sand-Produkten keine Asbestfasern. In drei Produkten wurden «extrem geringe» Mengen weit unter dem Grenzwert gefunden. Für fünf Produkte stehen die Ergebnisse noch aus.
Weiterführende Informationen
Wurde belasteter Sand auch in der Schweiz verkauft? Das ist im Moment nicht klar. In der Schweiz fällt Kinderspielzeug in die Zuständigkeit des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Dieses schreibt auf Anfrage von SRF: «Die Schweizer Behörden haben bisher keine Kenntnis davon, dass betroffene Spielsand-Produkte in der Schweiz vertrieben wurden.» Man stehe im engen Austausch mit dem Schweizer Spielzeugverband – es würden nun Proben sowohl von Behördenseite, wie auch von Herstellern durchgeführt.
Wann gäbe es einen Rückruf? Wenn bei den Proben in einem Produkt Asbest nachgewiesen wird. Laut dem BLV gäbe es dann auch eine öffentliche Warnung, dies «aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos von Asbest». Die Warnung würde auch via die Plattform Recallswiss und die App Alertswiss verbreitet. Bis wann die Resultate vorliegen, konnte das Bundesamt nicht sagen: «Die Analysen werden so rasch wie möglich durchgeführt, ein Datum können wir aber nicht nennen.»
Falls der Sand im Internet über eine ausländische Plattform gekauft wurde, empfiehlt das BLV, ihn umgehend zu entsorgen.
Was soll ich tun, wenn ich solchen Sand daheim habe? Da im Moment unklar ist, ob belasteter Sand auch in der Schweiz verkauft worden ist, kann nicht vor konkreten Produkten gewarnt werden. Das BLV empfiehlt bei Verunsicherung, vorhandenen Spielsand vorerst ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren. Und: «Falls der Sand im Internet über eine ausländische Plattform gekauft wurde, (...) ihn umgehend zu entsorgen.» Da es sich möglicherweise um asbesthaltigen Abfall handelt, sollte der Sand fachgerecht entsorgt werden.