Wer schon einmal selber von Hand einen Granatapfel entkernt hat, weiss: Die Sauerei ist vorprogrammiert. Die filigrane Haut der Kerne platzt auf, wenn man nicht ganz vorsichtig ist, und der rote Fruchtsaft hinterlässt überall Spritzer. Es gibt zwar diverse Tricks, wie die Angelegenheit halbwegs sauber gelingt, dennoch bleibt es eine mühsame Angelegenheit.
Aber: Wie entkernen eigentlich die Grossverteiler Granatäpfel? Schliesslich gibt's dort die Kerne ja fixfertig abgepackt zu kaufen.
Handarbeit bei Migros und Coop
Der gesunde Menschenverstand würde vermuten lassen, dass es für diese Arbeit Maschinen gibt. Und ja, die gibt es. Allerding setzen sowohl Migros als auch Coop laut eigenen Angaben auf Handarbeit.
Migros schreibt dazu auf Anfrage, die Maschinen, die für das Entkernen entwickelt wurden, könnten die empfindlichen Samenhüllen beschädigen. Dadurch würde Saft austreten: «Dieser Saft dient als Nährboden für Mikroorganismen und würde die Haltbarkeit und Qualität der Kerne beeinträchtigen. Unsere Lieferanten setzen darum bewusst auf den manuellen Prozess, da er die Qualität und Frische des Produkts am besten bewahrt.»
Die Früchte werden vorsichtig und ohne Messer geöffnet, um die Kerne möglichst unbeschädigt zu lassen.
Auch Coop begründet den manuellen Schälprozess mit der Qualität: «Die Früchte werden dabei vorsichtig und ohne Messer geöffnet, um die Kerne möglichst unbeschädigt zu lassen. Diese Arbeit übernehmen Mitarbeitende in Fairtrade-zertifizierten Verarbeitungsbetrieben vor Ort.» Falls die Kerne sehr fest in der Schale sitzen, «wird mit einem Kunststofflöffel oder einer Kelle vorsichtig auf die aufgebrochenen Schalen geklopft, um die Kerne zu lösen».
Kochen mit Granatäpfeln
Aldi verweist auf «Betriebsgeheimnis»
Auch Aldi reagiert auf die Anfrage von SRF. Die Medienstelle schreibt, das Entkernen der Granatäpfel erfolge maschinell. Details dazu gibt das Unternehmen auf Nachfrage jedoch nicht bekannt. Konkrete technische Abläufe würden «unter das Betriebsgeheimnis unseres Produzenten fallen».
Übrigens: Die Granatapfelkerne kommen bei Coop aus Ägypten oder Südafrika. Migros bezieht sie gemäss eigenen Angaben aus Indien. Aldi hat Lieferanten «je nach Saison und Verfügbarkeit» aus Italien, Spanien, der Türkei, Chile und Peru.