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Über 100'000 Franken verloren Erneute Investment-Abzocke mit gefälschter Promi-Werbung

Mit gefälschten Promi-Werbungen in den Sozialen Medien locken Betrüger Interessierte auf angebliche Investmentplattformen. Wer darauf eingeht wird von dubiosen Beratern kontaktiert und gedrängt, immer mehr zu investieren. Im konkreten Beispiel geht es um mehr als 100'000 Franken.

Das ist passiert: In den Sozialen Medien stossen zwei Männer auf Werbung mit angeblichen Prominenten. Diese Fake-Anzeigen versprechen hohe Gewinne ab nur 250 Franken Investition. Über die Werbung gelangten die beiden Männer in diesem Fall auf die Webseite «Market 10». Kaum hatten die Betroffenen dort Geld eingezahlt, wurden sie von Verkaufsberatern kontaktiert. Diese drängten ihre Opfer dazu, immer mehr Geld zu investieren. Dabei gaukelten sie den beiden auch Gewinne vor. Am Ende verlor der eine Mann so rund 100'000 Franken, der andere um die 10'000 Franken.

So reagiert die kritisierte Plattform «Market 10»: Hinter der Plattform steht laut der Webseite das Unternehmen «Faraz Financial Services (PTY) Limited» mit Sitz in Südafrika. Trotz mehrfachem Nachhaken von SRF haben weder die Betreiberfirma noch die Plattform zu den Vorwürfen Stellung genommen. Alle Mails blieben unbeantwortet. Auch auf Telefonanrufe reagierte niemand. Die direkte Kontaktaufnahme mit einem Verkaufsberater blieb ebenfalls ohne Erfolg. Eine Recherche von RTS zeigt: Die Firma betreibt bereits seit längerem solche betrügerischen Plattformen. Auf Trustpilot finden sich zudem dutzende Einträge von Personen, die vor der Plattform warnen.

So funktioniert die Masche grundsätzlich: Die Fake-Werbungen mit Prominenten kursieren seit Jahren im Netz. Die Betrüger sitzen im Ausland und geben sich als Verkaufsberater aus. Sie sprechen gut Deutsch und gaukeln den Betroffenen vor, über eine Plattform in Aktien, Rohstoffe oder auch Kryptowährungen zu investieren. Dabei drängen sie ihre Opfer ständig zu weiteren Zahlungen. Auf der Plattform werden Gewinne vorgetäuscht. In einige Fällen zahlen die Betrüger sogar kleinere Beträge aus, um das Vertrauen auszubauen. Wer sein Geld zurück will, wird mit falschen Versprechen abgespeist und zu weiteren Zahlungen gedrängt.

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Achtung vor dem Betrug nach dem Betrug: In einigen Fällen versuchen die Betrüger Opfer von Anlagebetrug erneut übers Ohr zu hauen. Die Masche nennt sich «Fake Recovery Scam». Dabei melden sich angebliche Helfer bei den Betrugsopfern. Sie geben sich etwa als Anwälte oder Behördenvertreter aus. Sie versprechen, sie könnten das verlorene Geld wieder beschaffen. Für ihre Dienstleistung verlangen sie diverse «Servicegebühren» und drängen die Betroffenen so zu erneuten Zahlungen. Statt Geld zurückzuerhalten wird man so erneut um sein Geld betrogen.

Was Betroffene tun können: In jedem Fall sollte man Anzeige erstatten. Das rät das Bundesamt für Cybersicherheit BACS. Auch wenn man das verlorene Geld in den meisten Fällen nicht zurückbekommt, können die Behörden Ermittlungen aufnehmen. Betroffene sollten zudem den Kontakt zu den Betrügern komplett abbrechen und in keinem Fall mehr Geld überweisen. Oft lassen die Betrüger nicht locker und versuchen mit falschen Versprechen und Lügen noch mehr Geld aus ihren Opfern herauszuholen.

Espresso, 10.4.2026, 8:10 Uhr

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