Das ist passiert: Leserinnen und Leser der Kochzeitschrift «Einfach Kochen by Meta Hiltebrand» sind frustriert. Obwohl sie für ihr Abonnement bezahlt haben, erhalten sie keine Hefte mehr. Bei der telefonischen Abo-Hotline werden sie vertröstet.
Das steckt dahinter: Grund für die ausbleibenden Hefte sind finanzielle Probleme beim Verlag «Medien-Atelier Suisse AG». Dieser hat im März 2024 die Zeitschriften «Annemarie Wildeisens Kochen», «Wir Eltern» und «Wohnrevue» vom Medienhaus CH Media übernommen. Aus der Kochzeitschrift wurde inzwischen «Einfach Kochen by Meta Hiltebrand». Vom erwähnten Lieferstopp sind alle Titel betroffen. Es läuft eine Rettungsaktion, um die Zeitschriften zu erhalten.
Der Verleger reagiert nicht: Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» hat Verleger Fabio Schoch um eine Stellungnahme zu den aktuellen Problemen gebeten. Doch dieser beantwortet die Anfragen seit Wochen nicht mehr. Es geht auch um ausbleibende Rückerstattungen für Abonnentinnen von «Kochen», die den Wechsel zu «Einfach Kochen» nicht mitmachen wollten. Auskunft gab dafür die «Creative Media GmbH», welche für den Verlag die Abonnementsverwaltung macht.
Das sagt die Abo-Verwaltung: Die Firma sagt gegenüber SRF, sie seien selbst etwas ratlos, was sie den Betroffenen an der Abo-Hotline sagen sollen. Sie bekämen kaum Informationen vom Verlag zur aktuellen Situation. Abos zurückerstatten dürfe der Abo-Dienst nicht, weil es nicht sein Geld sei. Das könne nur der Verlag selbst. Eine Massnahme hat die Abo-Verwaltung in Eigenregie aber getroffen: Solange die Abonnentinnen keine Zeitschriften mehr bekommen, verschicken sie für «Einfach Kochen», «Wir Eltern» und die «Wohnrevue» keine Rechnungen mehr.
Das bedeutet es für Betroffene: Abonnentinnen und Abonnenten müssen sich gedulden und hoffen, dass die Rettungsaktion erfolgreich ist. Dann würden sie ihre Zeitschriften wieder erhalten. Rückerstattungen für bereits bezahlte Abos gibt es zurzeit nicht. Im Falle eines Konkurses ist es unwahrscheinlich, dass Abonnentinnen und Abonnenten ihr Geld zurückerhalten. Die Löhne der Angestellten hätten in diesem Fall Vorrang.
So ist die Situation beim Verlag: «Medien-Atelier Suisse» sucht derzeit Käufer für die Zeitschriften oder neue Investoren. Aus der Branche ist zu hören, dass entsprechende Gespräche laufen. Die Angestellten des Verlags arbeiten seit zwei Monaten ohne Lohn und hoffen auf eine Weiterführung der Magazine. Zumindest online wurde im März noch eine Ausgabe von «Einfach Kochen» veröffentlicht. Für den Druck und Versand reichte das Geld offensichtlich nicht mehr.